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Junges Musical „Privacy“ beschäftigt sich mit Privatsphäre in der digitalen Welt

Jugendkonzertchor

Cedric, Fabian und Felix waren noch keine 20, als sie 2016 das Musical „Privacy“ schrieben. Jetzt proben die drei jungen Dortmunder für die Neuauflage. Das Thema könnte nicht aktueller sein.

Dortmund

von Johanna Eller

, 09.08.2018
Junges Musical „Privacy“ beschäftigt sich mit Privatsphäre in der digitalen Welt

Die Proben zu dem Musical Privacy sind im vollen Gange. © Cedric Bayard

Anne und Shane sind Waisen, die mit ihren Freunden auf der Straße leben. Und das ist nicht immer leicht. Um zu überleben, müssen sie von Zeit zu Zeit auch illegale Wege gehen. Bei einem gescheiterten Diebstahlversuch lernen die Jugendlichen den IT-Intrusion-Spezialisten Mr. Mayers kennen – eine Mischung aus Privatdetektiv und Hacker. Sie wollen Mr. Meyers ausrauben, dies geht aber schief und er kann Anne schnappen. Als Entschädigung bietet Shane Mr. Meyers an für ihn zu arbeiten.

Shane macht sich gut. So gut, dass alle Straßenkinder eine Beschäftigung in Mr. Meyers Unternehmen bekommen. Doch dann kommt es zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe. Und auch die Liebesbeziehung zwischen Shane und Susan gefällt nicht allen. Um ihre jeweiligen Interessen durchzusetzen greifen beide Seiten zu drastischen Maßnahmen und sämtliche Wertesysteme brechen zusammen. Worauf kann man noch vertrauen?

Entstanden in Zeiten der Snowden-Enthüllungen

Ausgedacht haben sich diese Handlung Cedric Bayard (18), Fabian Schneider (21) und Felix Starzonek (20). Die drei sind ehemalige Mitglieder des Jugendkonzertchors und singen zur Zeit im Ehemaligenensemble der Chorakademie, dem Konzertchor Westfalica. Felix arbeitet zudem als Chorleiter bei der Chorakademie, dort betreut er den Stimmwechsel-Chor. Zuerst haben die drei ihr Musical bereits 2016 vorgestellt. Nun kehrt es mit einer erneuten Premiere zurück auf die Dortmunder Bühne.

Das Thema des Musicals ist so aktuell, wie noch vor zwei Jahren. Entstanden ist „Privacy“ ein Jahr nachdem Edward Snowden das Ausmaß der weltweiten Überwachung, vor allem durch die USA und das Vereinigte Königreich, aufgedeckt hatte. Diese Enthüllungen lösten im Sommer 2013 die Affäre um den amerikanischen Geheimdienst NSA aus.

Schon seit dem Frühjahr laufen die Proben

Die Idee, aus diesen Rahmenbedingungen ein Musical zu schreiben, kam auf einer Chorfahrt im Jahr 2014. Es sei eigentlich aus einer Art Schnapsidee entstanden, erzählen Cedric und Fabian. Man habe Lust auf etwas Szenisches gehabt. Ansonsten beschäftigten sich die drei hauptsächlich mit Chorwerken – ohne szenische Handlung.

Ein Musical nehme viel Zeit in Anspruch, sagen Cedric und Fabian. Man müsse es wirklich wollen und sich darüber im Klaren sein, bevor man damit einfach so anfängt. Teils seien die Drei bis zu acht Stunden am Tag im Reinoldihaus, sagt Fabian. Neben den Proben kümmere man sich in der Zeit um alles was abseits des Probens getan werden muss, wie das Bühnenbild bauen und Requisiten gestalten. Schon seit dem Frühjahr wird mit über 50 Sängerinnen und Sängern aus dem Jugendkonzertchor geprobt. Alle hätten Spaß, meint Fabian. Vor allem aber sei man selber viel entspannter, da man die Erfahrung von 2016 hätte.

Neuer Standort mit neuen Möglichkeiten

Die Neuauflage von „Privacy“ wird größer, so viel steht schon mal fest. Unter anderem liege das auch am Standortwechsel: Die drei Aufführungen werden in der Aula am Ostwall stattfinden. „Ein Mini-Theater“, sagt Fabian. Dies bringe mehr Möglichkeiten mit sich, wie zum Beispiel ein neues Bühnenbild und aufwendigere Technik. Einige Songs seien umgeschrieben und neu für das gut 30-köpfige Orchester arrangiert worden. Die Musik sei einfach etwas weiterentwickelt worden. „Das war mir persönlich auch ein Herzensanliegen“, sagt Cedric, dem die musikalische Leitung obliegt.

Cedric Bayard hat gerade sein Abitur am Stadtgymnasium gemacht und will nun Wirtschaftswissenschaften studieren. Fabian Schneider studiert Englisch und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Er übernimmt die Regie in dem Musical. Der dritte im Bunde, Felix Starzonek, studiert Schulmusik an der Hochschule für Musik in Detmold und übernimmt die Regieassistenz. Alle Sänger und Solisten im Musical kommen vom Jugendkonzertchor und der Landesmusikrat NRW und das NRW Kultur- und Wissenschaftsministerium fördern das Musical.

Am Tag der zweiten Premiere (31.8.) spielen voraussichtlich Aurora Guercio (18) die Anne, Finn Löw (20) den Shane und Niklas Burczyk (17) Mr. Meyers. Letzterer freut sich jetzt schon auf die Aufführungen: „Privacy ist einfach eine coole Story und die Songs sind echte Ohrwürmer“.

  • Privacy - Das Musical Aula am Ostwall, Ostwall 36, 44135 Dortmund
  • Vorstellungen am Freitag, 31. August 20 Uhr; Samstag, 1. September 20 Uhr; Sonntag, 2. September 16 Uhr
  • Die Karten kosten 10 Euro und sind erhältlich unter www.reservix.de, Tel. (0231) 399 805 70, per Mail bei Projektleiterin Carina Janke an janke@chorakademie.de oder in der Chorakademie selbst.
  • Weitere Informationen unter www.privacy-dasmusical.de oder auf www.jugendkonzertchor.de
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