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Das Dortmunder Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie hebt ab: Eine Drohne soll mit bis zu 150 km/h über die Stadt fliegen und Gefahren schneller erkennen.

Dortmund

, 17.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Moderne Militärs setzen Drohnen ein, um Menschen zu töten. Das Dortmunder Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie (IfR) forscht mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, der Deutschen Flugsicherung und der Telekom an einer Drohne, die eine Gefahr für Leib und Leben schnell erkennen und Leben retten soll.

Ein Prototyp wird mit bis zu 150 km/h für Tests durch den Dortmunder Luftraum fliegen und Bild- und Positionsdaten in Echtzeit an die Feuerwehr übertragen.

Projekte sollen der Lebensrettung dienen

Das Drohnen-Programm ist nur eins von vielen Projekten, mit denen das vor elf Jahren gegründete Institut die Stadt Dortmund und ihr Hochschul-Umfeld zu einem Forschungsstandort für Sicherheitssysteme etablieren will.

Das IfR soll Technologie entwickeln, mit der Feuerwehr und Rettungsdienst Menschen in akuter Gefahr schneller retten können. Allein in den vergangenen drei Jahren konnte das IfR mit Partnern bei 11 Förderanträgen rund 20 Millionen Euro abrufen.

Ein weiteres Beispiel: „In manchen Pkw- und Lkw-Baureihen ist es uns nach einem schweren Unfall mit hydraulischen Spreizern und Scheren nicht mehr möglich, lebensgefährlich verletzte Patienten aus dem Wrack herauszuschneiden, weil hochfeste Stähle unseren Spezialwerkzeugen standhalten“, berichtete Branddirektor Dr. Hauke Speth am Dienstag im Ausbildungszentrum der Feuerwehr in Lindenhorst der SPD-Fraktion.

Extrem harte Fahrzeuge

Die technische Antwort auf extrem harte Karosserien in Pkw, Lkw oder Eisenbahnen kann aus Dortmund kommen: Das IfR will in einem Forschungsprojekt die in der Industrie längst etablierte Lasertechnologie so weiterentwickeln, dass die Feuerwehr die Wracks mit mobilen Lasern auftrennen kann. Damit ein Notarzt schnellstmöglich an den Patienten heran kann.

„Mit solchen Produkten wollen wir globale Märkte erschließen“, sagt Dr. Hauke Speth. Praktiker forschen und entwickeln gemeinsam mit spezialisierten Universitäten und Firmen, sodass die Industrie für den „Wachstums-Markt Feuerwehr“ entwickelte Spezialbauten produzieren kann. Deutsche Bundesministerien und die Europäische Union fördern diese Forschungsprojekte. „Da ist im Moment viel Geld vorhanden“, berichtete Dr. Speth der SPD-Ratsfraktion, „wenn wir es nicht beantragen, dann andere.“

In menschenfeindlicher Umgebung

Dortmund soll auch der Standort für das Deutsche Rettungs-Robotik-Zentrum werden. Das IfR und zwölf weitere Partner sollen Roboter entwickeln, die sich sicher in „menschenfeindlicher Umgebung“ bewegen und eingesammelte Informationen an die Einsatzleiter und andere Empfänger übertragen können. Zum Beispiel bei Einsturzgefahr nach Gebäude-Explosionen.

Bereits heute setzt die Feuerwehr zwei Drohnen der ersten Generation ein, um Informationen aus der Luft aufzunehmen. Eine Infrarotkamera kann vermisste Personen oder Brandherde orten und Übersichtsbilder liefern. Der Pilot steuert auf Sicht. Die neue Drohne, an der das Institut forscht, soll viel mehr können: Sie steigt mit dem Alarm auf und kann mit bis zu 150 km/h das Stadtgebiet bis zum Einsatzort überfliegen, ohne vom Piloten gesehen zu werden.

Am Ziel angekommen, sendet die Drohne erste Bilder an den Einsatzleiter, der bereits mit Blaulicht unterwegs ist und die Daten auf einem Tablet-PC abliest. So kann die Feuerwehr eine gefährliche Lage besser und schneller einschätzen – in der Menschenrettung kann jede Sekunde über Leben und Tod entscheiden. Die Drohne soll spätestens nach vier Jahren als „Demonstrator“ vorgestellt werden.

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