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„Gartenspäher“ im verbotenen Schlosspark

TU-Projekt

Eigentlich ist der Schlosspark von Bodelschwingh tabu für Besucher. Doch jetzt waren gleich eine ganze Menge Menschen in kleinen Gruppen unterwegs – als „Gartenspäher“.

Dortmund

, 25.06.2018
„Gartenspäher“ im verbotenen Schlosspark

Mit dem Gartenspäher-Projekt wurde der Schlosspark in Bodelschwingh zum Freiluft-Klassenzimmer. © Oliver Schaper

„Gartenspäher“ heißt das Projekt, das das Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund unter der Leitung von Prof. Barbara Welzel nach einem Vorbild aus Baden-Württemberg gestartet hat. Der Landschaftspark soll so zum „außerschulischen Lernort“ werden, in dem Lehrende und Studierende der TU Schülern Wissen über dies ganz besondere Stück Grün und das Wasserschloss Bodelschwingh vermitteln, das seit 700 Jahren in Familienbesitz ist.

Nach einer wegen eines Unwetters abgebrochenen Generalprobe mit dem Heinrich-Heine-Gymnasium erlebten Drittklässler der Grundschule Bodelschwingh und junge Flüchtlinge aus einer Willkommensklasse des Leopold-Hoesch-Berufskollegs, die über die Einrichtung „Adams-Corner“ des Projekts Ankommen betreut werden, die offizielle Premiere.

Fünf Stationen im Schlosspark

Und die lief schon recht routiniert ab. An fünf verschiedenen Stellen im Schlosspark warteten Studierende der TU auf die Schülerinnen und Schüler. Es ging um Pflanzen, Landschaftsbild, Parkgestaltung, die Rolle des Wasser und natürlich die Baugeschichte von Schloss Bodelschwingh.

Beim Unterricht unter freiem Himmel lernten die Schülerinnen und Schüler, dass der Schloss über mehrere Jahrhunderte gewachsen ist und so aus verschiedenen Bauteilen steht und dass es ohne den Schlossteich womöglich zusammenbrechen würde. Denn das Wasser konserviert die Eichpfähle, auf denen das Gebäude seit Jahrhunderten steht.

Und sie erfuhren, wie der Gartenbaumeister Eduard Petzold Ende des 19. Jahrhunderts aus einem streng symmetrisch angelegten französischen Garten einen englischen Landschaftspark mit geschwungenen Wegen und abwechslungsreicher Bepflanzung gemacht hat. „Man sieht, dass die Bäume schon sehr alt sein müssen, weil sie schon so groß sind“, stellte ein pfiffiger Grundschüler beim Rundgang fest.

Bewusstsein für Kulturerbe schaffen

Das Ziel des Projekts haben die Initiatoren schon bei der Premiere erreicht: „Wir wollen, dass die nächste Generation das Kulturerbe schätzt und sich dafür einsetzt. Denkmalpflege ist nichts für alte Leute, sondern für die Zukunft“, sagte Dr. Oliver Karnau, Denkmalpfleger beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Lehrbeauftragter am Fachbereich Bauwesen der TU, der mit Architektur-Studiereden ebenfalls an der Gartenspäher-Aktion teilnahm.

Es ist eine „Win-Win“-Situation für alle, stellt Prof. Barbara Welzel fest – für die Studierenden, die Schüler und die Denkmaleigentümer. Denn Ziel ist, das Bewusstsein für die besondere Bedeutung von Schloss Bodelschwingh zu schärfen und es als lebendigen Ort der Adelskultur zu erhalten.

Bei der Eigentümer-Familie rennen die Gartenspäher-Initiatoren damit offene Türen ein. „Das ist eine tolle Initiative“, stellte Mireta zu Knyphausen fest- „Wir würden uns freuen, wenn bald noch mehr Schülergruppen zu uns kommen.“ Und auch die Schüler waren begeistert. „Das war spannend und hat Spaß gemacht“, sagte Stella (10) nach zwei Stunden Park-Rundgang. „Man kann hier viel lernen“, meinte Malik (9). Bedauern werden einige Grundschüler wohl nur, dass der tolle Kletterbaum, den sie im Park entdeckt haben, außerhalb des Rundgangs wieder tabu ist.

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