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Ein Schandfleck wird schön - offizieller Spatenstich am Hauptbahnhof

Hauptbahnhofs-Umbau

Ein großer Schandfleck wird endlich schön - aber das dauert: Bis 2024 soll der Hauptbahnhof barrierefrei, hell und modern dastehen. Am Freitag gab es offiziellen Spatenstich.

Dortmund

, 20.07.2018
Ein Schandfleck wird schön - offizieller Spatenstich am Hauptbahnhof

Am Freitag gab es den offiziellen Spatenstich für den Hauptbahnhof Dortmund. © Ulrike Böhm-Heffels

Großer Bahnhof für den Minister: Hendrik Wüst landete pünktlich aus Düsseldorf am Dortmunder Hauptbahnhof. Im Auto. Der Verkehrsminister des Landes. Einen Tag nach seinem Geburtstag wünschte sich der 43-Jährige, er wolle noch vor seiner Rente im Rhein-Ruhr-Express im 15-Minuten-Takt von Dortmund nach Köln fahren. Den RRX bremst erst einmal die lange Bauplanung aus.

Seit 21 Jahren bastelt die Bahn inzwischen auch an ihrem Hauptbahnhof in Dortmund. Zwischen den Plänen zur Überbauung in Form eines Ufos und der jetzt begonnenen Modernisierung des eigentlichen Bahnkörpers lagen die Idee einer unförmigen Überbauung in Form eines segelförmigen Hochhauses, „3do“, viele Auflagen, Verwerfungen, Rückzieher und neue Pläne.

Samtlebe nannte den Hauptbahnhof einst „Pommesbude mit Gleisanschluss“

Rund 130 Millionen Euro nehmen Bahn, Bund und Land in die Hand, um aus der „Pommesbude mit Gleisanschluss“, wie Dortmunds früherer Oberbürgermeister Günter Samtlebe den Hauptbahnhof nannte, einen funktionsfähigen Verkehrsknotenpunkt mit freundlicher Ausstrahlung zu formen. Nach der Modernisierung des Empfangsgebäudes, die vor sieben Jahren beendet wurde, sollen nun bis 2014 14 Fahrttreppen und sieben neue Aufzüge dafür sorgen, dass Reisende künftig ohne Treppensteigen zum Bahnsteig gelangen.

Bis 2019 findet der Umbau hauptsächlich an den Gleisen 26/31 statt. Anschließend gehen die Arbeiten von Nord nach Süd weiter, beginnend mit den Gleisen 21/23 und abschließend an den Gleisen 2/3. Die Bahnsteige erhalten jeweils eine Höhe von 76 Zentimetern, um einen stufenfreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen. Alle Bahnsteige bekommen neue Beläge, Blindenleitstreifen und Bahnsteigdächer. Beleuchtung und Beschallung werden ausgebaut, außerdem schützen neue Wetterschutzhäuser auf den Bahnsteigen die Reisenden vor Wind und Regen.

Der Personentunnel wird breiter

Der Personentunnel soll deutlich breiter werden von 9,50 bis über 13 Meter. Die Unterführung erhält eine helle Wandverkleidung. In der Zeit des Neubaus stehen Teile der Personenunterführung nicht in voller Breite zur Verfügung. Dies wird seit Tagen im Umbaubereich an Gleis 26/31 deutlich sichtbar.

Er werde oft gefragt, warum die Bahnhofsmodernisierung so lange dauere, sagte Jörg Seelmeyer vor dem symbolischen Spatenstich. Seit acht Jahren ist er Bahnhofsmanager in Dortmund. Seit acht Jahren träumt Seelmeyer davon, dass endlich etwas am Hauptbahnhof passiert. „Wir könnten das schneller machen“, so der Manager, „aber wir operieren am offenen Herzen“. Die Modernisierung geschieht bei laufendem Betrieb.

Dortmund hat den elftgrößten Bahnhof Deutschlands

Mit 1300 Zugfahrten und 130.000 Bahnkunden täglich belege der Dortmunder Hauptbahnhof Platz 11 unter Deutschlands großen Bahn-Knotenpunkten, so Minister Wüst. Er räumte ein: „Wir müssen schneller vorankommen, solche Investitionsstaus dürfen wir nicht mehr bekommen.

Finanzvorstand Ute Möbus der DB Station&Service hob vor allem auf die dringlichste Verbesserung der Barrierefreiheit ab. Und Bürgermeister Manfred Sauer sprach nach vielen blumigen Vergleichen zum Bauauftakt vor allem den Dortmunder Bürgern eine Engelsgeduld zu. Diese dauert in Wirklichkeit schon über 60 Jahren, denn in den 1950er-Jahren entstand der jetzige Hauptbahnhof eigentlich als Provisorium. Der prächtige Vorgängerbau von 1910 war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Alle Baumaßnahmen finden unter dem „rollenden Rad“, also bei laufenden Zugbetrieb statt. In der ersten Bauphase des Umbaus (bis Mitte 2019 an Bahnsteig 26/31) haben die Bauarbeiten wenig Auswirkungen auf den Zugverkehr. Anschließend wird es zu Einschränkungen kommen. Die Deutsche Bahn will ausführlich informieren.
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