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Es ist keine Großwildjagd, die am Wochenende in Dortmund stattfindet. Dennoch werden voraussichtlich 55.000 „Jäger“ unterwegs sein, um einen ganz besonderen Korallenfisch zu fangen.

Dortmund

, 29.06.2018 / Lesedauer: 4 min

Rund 55.000 Gäste werden dieses Wochenende in Dortmund erwartet, sämtliche Hotels sind ausgebucht. Und das alles wegen den großen und kleinen Taschenmonstern, japanisch: Pokémon, die sich im Stadtgebiet herumtreiben und dabei nicht einmal real sind. Was der besondere Reiz der Pokémon-Go-Safari-Zone ist, was Teilnehmer und Unbeteiligte am Wochenende erwartet, und warum man nicht in Panik verfallen muss, wenn Horden von Menschen aufs Smartphone starrend durch die Stadt jagen, klären wir hier.

Wie funktioniert dieses Pokemon Go?

Pokémon gibt es seit den 90er-Jahren, sie wurden in Japan entwickelt und tauchten dort erstmals in einem Videospiel auf. Es folgten weitere Spiele für verschiedene Spielekonsolen sowie eine TV-Serie. Pokémon sind fiktive Lebewesen, die verschiedenen Kategorien angehören: zum Beispiel gibt es Feuer-, Wasser-, Pflanzen- und Steinpokémon. Ziel der Spiele ist es, die Pokémon zu fangen, zu sammeln und zu trainieren. Trainiert werden sie, indem sie gegen andere Pokémon kämpfen.

Pokémon-Go ist eine Entwicklung des US-amerikanischen Entwicklerstudios Niantic, Inc., und basiert auf denselben Zielen. Besonderheit: es ist ein Augmented Reality (AR) Spiel. Die technische Raffinesse der „erweiterten Realität“ erlaubt es den Pokémon-Sammlern ihre Zielobjekte in der realen Umgebung zu fangen, und nicht mehr zu Hause im stillen Kämmerlein.

376 Pokémon lassen sich aktuell in der Pokémon-Go App zählen. Läuft die App auf Tablet oder Smartphone, lassen sich in der Nähe Pokémons entdecken und fangen. Je mehr gefangen und trainiert werden, desto höher steigt das Level des Spielers. Ab Level fünf können die Spieler in Arenen gegeneinander antreten. Auch diese Arenen existieren in der Realität nicht, sondern werden dem Spieler in der App angezeigt. Dabei kann er nur die sehen, die sich in seiner unmittelbaren Umgebung befinden. Arenen findet man ebenso wie die Pokémon also nur, wenn man sich durch die Stadt bewegt.

Was passiert dieses Wochenende in Dortmund?


Prinzipiell kann man Pokémon-Go zu jeder Zeit spielen. Das Besondere an diesem Wochenende ist, dass ein Pokémon zu fangen sein wird, das in unseren Breitengraden sonst nicht vorkommt — und das nicht fiktiv, sondern real. Um Pokémon Corasonn, eine Art Korallenfisch, zu fangen, müssen Spieler normalerweise bis in die Tropen reisen. An diesem Wochenende wird der „Fisch“ auch in Dortmund auftauchen. Und noch eine Besonderheit gibt es: Icognito, ein Pokémon, das verschiedene Formen annehmen kann und Buchstaben ähnelt, wird in den Formen der Buchstaben D, O, R, T, M, U, N, D zu sichten sein.

[Für die Profis wird es in der Stadt verteilt Arenen geben, in denen sie sich miteinander messen können. Im Park selbst gibt es diese nicht, dort spielen alle Teilnehmer gleichberechtigt.]

Wo in der Stadt tauchen die Pokemon auf?

Das technische System entscheidet, wo Pokémon auftauchen, teilt die PR-Agentur von Niantic mit. Orte wie die offene See, Regierungsgelände, aber auch Friedhöfe werden von diesem System von vornherein aussortiert. Sollte es doch mal zu einem Fehler kommen, so kann der Spieler den Ort per Online-Formular melden, damit er aus dem System gelöscht wird.

Wieso gerade Dortmund?


Solche Safaris fanden bisher meist in den USA und im asiatischen Raum statt. (Jetzt will Niantic auch in Europa expandieren und wählte Dortmund.) Um sie nach Europa zu holen, sah sich Niantic nach potenziellen Veranstaltungsorten um — und wurde in Dortmund fündig. Gründe dafür waren nicht nur die gute Infrastruktur und die großen Freiflächen, sondern laut der PR-Agentur von Niantic auch die aktive Pokémon-GO-Community im Ruhrgebiet.

Fallen Teilnahmegebühren an, oder muss ich mich anmelden?

Weder noch. Die Teilnahme erfolgt ohne vorherige Anmeldung. Auch Neueinsteiger können jederzeit einsteigen. Die App kann man kostenlos herunterladen, Kosten fallen nur für In-App-Käufe an: Wenn der Spieler zum Beispiel Zubehör im Spiel kaufen möchte.

Gibt es ein Rahmenprogramm?


Jein. Ein klassisches Programm findet am Wochenende nicht statt. Zwei feste Termine gibt es aber dennoch: Samstag und Sonntag wird je um 12 Uhr ein Gruppenbild von allen Teilnehmern geschossen. Treffpunkt ist im Westfalenpark vor der Seebühne. Außerdem wird es an beiden Tagen stündlich ab 11 Uhr ein Pikachu-Meet-and-Greet unterhalb des Florianturms geben. Pikachu ist das kleine gelbe, wohl bekannteste Pokémon mit den roten Wangen.

Hält das Netz das aus?

Um die App nutzen zu können brauchen die Spieler Zugang zum Internet. Norbert Labudda von der Dortmunder Event-Agentur Fulfil beruhigt: Im Westfalenpark werde flächendeckendes W-Lan und ein LTE-Mast zur Verfügung stehen. Im übrigen Stadtgebiet seien die drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und Telefónica zuständig, die keine Probleme haben sollten.

Was ist mit der Sicherheit?


Die Polizei weist daraufhin, bei der Suche nach den bunten Freunden nicht die eigene und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer aus den Augen zu verlieren. Sie ruft deshalb dazu auf, gefährliche Orte wie Gleise und Autobahnen zu meiden, religiöse Orte wie Friedhöfe zu respektieren und Privatgrundstücke nicht zu betreten. Samstag und Sonntag wird die Polizei in der Stadt präsent sein und dort mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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