Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Bauzaun an der Katharinentreppe täuscht nicht: Die Arbeiten für den Umbau des Dortberghauses in ein Hotel haben begonnen. Doch die geplante Eröffnung im Sommer 2019 ist Makulatur.

Dortmund

, 13.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Nach den ersten gescheiterten Anläufen eines Projektmanagers betrat der Hamburger Immobilienentwickler B+L-Gruppe die Bühne und kaufte die denkmalgeschützte Immobilie 2016 für 3,9 Millionen Euro von der Stadt. B+L will das Gebäude, das früher Sitz des städtischen Planungsdezernats war, in ein Hotel umbauen. Betreiber, so viel ist bereits klar, wird die Intercity-Hotelkette, die zur Steigenberger-Gruppe gehört.

Bis zum Kirchentag 2019 klappt es nicht

Doch der Umbau des früheren Verwaltungssitzes zieht sich länger als geplant. Bei der Präsentation der Pläne im September 2017 hoffte Thorsten Testorp, geschäftsführender Gesellschafter der B+L-Gruppe, auf eine Eröffnung im Sommer 2019. In der Stadtverwaltung herrschte sogar Zuversicht, bis zum Evangelischen Kirchentag (19. Juni 2019 bis 23. Juni 2019) könne das Hotel fertig sein. Jetzt zeigt sich: Das Datum ist nicht zu halten. Der neue Zeitplan sieht nun eine Eröffnung im zweiten Quartal 2020 vor, wie Julius Siemers, Projektmanager bei B+L, auf Anfrage erklärt.

Für die Verzögerung gibt es einen Grund – und der liegt beim Eigentümer und Bauherrn B+L: Die Suche nach einem Generalunternehmer – als einem Unternehmen, das alle Bauarbeiten aus einer Hand erledigen kann – entpuppt sich in Zeiten hoher Baukosten als äußerst schwierig. „Die Ausschreibung hat leider nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht“, sagt Siemers. Mit anderen Worten: Die Angebote bzw. die Kostenvorstellungen der Baufirmen sind durch die Decke gegangen. Ihre Auftragsbücher sind voll. Die Firmen müssen nicht mehr alles nehmen, was auf den Tisch kommt, sondern können in Boomzeiten wie diesen die besten Preise und Angebote aussuchen. „Die Marktsituation ist extrem angespannt“, formuliert Siemers, „die Generalunternehmer stehen nicht Spalier.“

Eigentümer beißt in den sauren Apfel

Um weitere Zeitverzögerungen zu vermeiden, beißt B+L in den sauren Apfel und hat begonnen, Gewerke einzeln auszuschreiben. „Obwohl uns ein Generalunternehmer lieber wäre“, wie Projektmanager Siemers sagt. Der Bauzaun am Dortberghaus täuscht nicht: die ersten Arbeiten sind bereits angelaufen, das Gebäude ist vollständig entkernt. In der kommenden Woche, so Siemers, kommen die Statiker ins Haus, um unter anderem die nicht denkmalgeschützte Treppe im Eckbereich des Gebäudeinneren abzureißen.

Das Dortberghaus steht seit nunmehr 14 Jahre leer.

Als nächste größere Etappe sollen im Herbst des laufenden Jahres die Rohbauarbeiten folgen. Die Ausschreibung dafür läuft – und Siemers ist zuversichtlich, „dass wir den Auftrag bis Oktober vergeben können.“ Konkrete Angaben, in welchem Maße die steigenden Baukosten das Projekt insgesamt verteuern, machte Siemers nicht. Alles in allem soll es um ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro gehen.

Dennoch: Ein möglicher Rückzug ist für die finanziell gut ausgestattete B+L-Gruppe überhaupt kein Thema. Auch nicht für die Stadtverwaltung. „Wir sind zuversichtlich und gehen davon aus, dass B+L das Projekt realisiert“, sagt Planungsdezernent Ludger Wilde. Die Abstimmungsgespräche mit der Denkmalbehörde und der benachbarten Sparkasse sind abgeschlossen; seit April 2018 liegt auch die Genehmigung der Stadt für den Umbau und die Dachaufstockung vor.

Lesen Sie jetzt