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„Das ist die schönste Baustelle meines Lebens“

dzVideo: Abriss des Karstadt-Hauses in Dortmund

Arbeiter reißen mit schweren Baumaschinen das alte Karstadt-Haus an der Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt ab. Für Passanten ist die Demontage von Stahl und Beton eine Attraktion. Rentner Christian Kroker ist voll in seinem Element. Er ist hin und weg von Mega-Meißeln und kraftvoll zubeißenden Zangen.

Dortmund

, 19.06.2018 / Lesedauer: 3 min

Mal trifft man ihn auf dem Platz von Leeds. Mal auf der Kampstraße. Immer nah dran am Bauzaun. Mit dem besten Blick auf die dröhnenden Baumaschinen. Christian Kroker ist 59 Jahre alt, Frührentner und einer der vielen Zaungäste, die seit Wochen schon den Abriss des früheren Karstadt-Hauses an der Kampstraße in Dortmund verfolgen.

„Das ist die schönste Baustelle , die ich kenne“, schwärmt der 59-Jährige. „Ich kenne die Ecke hier ganz gut, seit 1972, als ich nach Dortmund gekommen bin. Damals fuhr hier noch die Straßenbahn her. Und da oben bei Hösls am Platz von Leeds, da war ich immer schön tanzen.“

Christian Kroker sagt das, ohne die schweren Baumaschinen und den Mann mit dem Wasserschlauch auf der Arbeitsbühne aus den Augen zu verlieren. Er kann über Fortschritte auf der Abbruch-Baustelle referieren und kennt die Abläufe vom Abbruch bis zum Sortieren genau.

Meißeln und Zangen begeistern ihn

Die Arbeit der schweren Baumaschinen mit beeindruckenden Meißeln und Zangen in den oberen Etagen und das Herabstürzen schwerer Bauteile faszinieren den Nordstädter, der mindestens an drei Tagen pro Woche zur Kampstraße kommt, um die Abriss-Fortschritte zu inspizieren.

Allein ist der 59-Jährige selten. Immer wieder setzen sich Schaulustige zu ihm. Den Blick stets auf die Baustelle gerichtet.

Täglich verfolgt auch Marco Machate die Abbrucharbeiten. Er ist Verkäufer in dem Geschäft „All You Can Miet“. Wie es sich neben der Baustelle lebt und arbeitet, schildert er in diesem Video:

Schöne Ansichten bietet der Turm der benachbarten St.-Reinoldi-Kirche. Hier einige Fotos von oben und von unten:

Axel Schroeder von der Postergalerie in der Kampstraße ist ebenfalls ein unmittelbar von der Baustelle betroffener Nachbar. Seit 20 Jahren betreibt er sein Fachgeschäft dort. „Ich möchte eine Lanze brechen, für die, die noch da sind“, sagt der Inhaber über den Einzelhandel in der Kampstraße, der unter dem lärmenden Nachbarn leidet. Axel Schroeder: „Mehrere Geschäfte drumherum haben aufgegeben. Wir möchten die Dortmunder bitten, uns und die verbliebenen Geschäfte nicht zu vergessen.“

Basecamp-Baustelle bis 2020

Nach dem Abbruch entsteht an der Kampstraße das „Basecamp“-Projekt. 430 Studenten-Appartements entstehen. Auf ein bis zwei Etagen auch Hotelzimmer. Im Erdgeschoss ist Platz für Läden und Gastronomie. Abrissbeginn war Anfang April, im Herbst soll der Neubau starten. Er dauert, so die bisherigen Angaben, bis zum Frühjahr 2020.

Ein ehrgeiziges Projekt der Stadt Dortmund ist der „Boulevard Kampstraße“. Die Arbeiten dafür verzögern sich wegen der Basecamp-Baustelle. Der Innenstadt-Einzelhandel rechnet mit guten Impulsen für das Zentrum.
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