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Das Schallfest macht Dortmund zum großen Klang-Kunstwerk

Klangfestival

Mit dem Schallfest der Kunstgruppe „Gottlieb“ wird Dortmund 40 Tage lang zu einem besonderen Kunstwerk, das mehr zu hören als zu sehen sein wird. Und das an ungewöhnlichen Orten.

Dortmund

, 19.07.2018
Das Schallfest macht Dortmund zum großen Klang-Kunstwerk

Die Kunstgruppe GOTTLIEB sammelte auch am Flughafen Sounds. © Oliver Schaper

Außergewöhnliche Geräusche erschallen zur Eröffnung des Schallfestes am 18. Juli vom Balkon des Alten Stadthauses am Friedensplatz: Wasserplätschern, eine rhythmisch quietschende Schaukel, Kirchenglocken, Stadiongesänge, dann wieder religiöses Gemurmel. Bekannte Alltagsgeräusche, aber ungewöhnlich für diesen Ort. 40 Tage lang, bis zum 9. September, werden viele solcher überraschender Klangkompositionen in der Stadt zu hören sein.

Auf dem Balkon des Trauzimmers stehen die Künstlerin und der Künstler, die als Kunstgruppe „Gottlieb“ Berlin (KGGB) auftreten. Mit schwarzen Regenschirmen in der Hand verfolgen sie die großteils filmende Zuhörerschar vor der Berswordthalle und ihren Trailer zu den Klanginstallationen, die sie für verschiedene Spielorte in Dortmund geschaffen haben.

So klingt Dortmund

Über ein Jahr lang hat KGGB dafür in Dortmund Alltagsgeräusche gesammelt: Das platschende Eintauchen der Ruderblätter des Deutschland-Achters am Kanal, das malmende Knirschen der Müllzerkleinerungsanlage im Dortmunder Zoo und das etwas heisere Bellen von Zoodirektor Frank Brandstätters Hund, Arbeitsgeräusche aus der Produktionshalle von Leib Stahl und vom Containerterminal um Mitternacht, die Flugzeugturbinen auf dem Rollfeld und eine indische Hochzeitszeremonie.

Kompositionen sind auf den Ort zugeschnitten

Aus dieser klingenden Materialsammlung entwickelte KGGB speziell auf die Spielorte zugeschnittene Kompositionen. Die Orte und Institutionen werden damit nicht nur zum Akteur, sondern auch zum Bühnenraum. Partner und Austragungsorte sind der Flughafen, der Hafen, die Feuerwehr, die öffentlichen Verkehrsbetriebe DSW21 mit 26 U-Bahnhöfen, das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, der Zoo Dortmund, das Alte- und Neue Stadthaus am Friedensplatz, der Olympiastützpunkt Westfalen mit dem Deutschland-Achter, die Zeche Gneisenau, die Reederei MS Bayerischer Wald und eine Fluglinie.

Täglich Beschallung

Während des 40-tägigen Festivals beschallt die Stadt täglich rotierend für ein bis zwei Stunden den Flughafen, den Zoo, 26 U-Bahnstationen der Stadt, die Berswordt-Halle, das Verbindungsgebäude des Alten und Neuen Stadthauses und über ein Feuerwehrlöschboot auch den Hafen. Die Beschallung läuft mit Kompositions-Loops über die öffentlichen Lautsprecheranlagen.

Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte werden die Klänge über eine Audio-Skulptur wie ein olympisches Feuer Tag und Nacht abgespielt. „Ein Klangfest in dieser Größenordnung hat es noch nicht gegeben“, sagte Kulturdezernent Jörg Stüdemann bei der Festivaleröffnung.

Strahlkraft geht über Dortmund hinaus

Das Fest strahle „weit über Dortmund und Europa hinaus“. KGGB lässt die Sounds per Schwerlastfrachtschiff und Passagierflugzeug auch in die Welt transportieren, beispielsweise nach Plowdiw in Bulgarien. Durch Kooperationen mit internationalen Zoos, die Frank Brandstätter vermittelt hat, überwinden die Klänge sogar Zeitzonen.

Weltrekord geplant

Zum Abschluss will KGGB mit allen Partnern einen Weltrekord aufstellen. Am Sonntag, 9. September 2018, soll die weltgrößte Klang-Kunstinstallation entstehen, indem an allen Austragungsorten von 14 bis 17 Uhr die Sounds gleichzeitig erklingen.

Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte sind an diesem Tag alle Kompositionen im ganzen Haus zu hören. Eingeleitet wird das Kunstereignis mit einem großen Autokorso, der als bewegliche Klangskulptur über die Rheinische Straße zum Dortmunder U zieht.

  • Dortmund Airport: Montag und Mittwoch 7 bis 8 und 17.30 bis 18.30 Uhr
  • DSW21 alle U-Bahnhöfe: Dienstag und Donnerstag 14 bis 15 und 21 bis 22 Uhr
  • Dortmund Hafen / Feuerwehrlöschboot: Freitag 17.30 bis 18.30 Uhr
  • Zoo Dortmund und Internationale Zoos: Samstag und Sonntag 11 bis 12 und 14.30 bis 15.30 Uhr
  • Berswordt-Halle: Montag bis Freitag 12 bis 12.20 Uhr
  • Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Montag bis Sonntag 0 bis 24 Uhr
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