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Das „Schallfest“ hüllt seine Spielorte 40 Tage lang in einzigartige Klänge

Weltrekord in Dortmund

Die Stadtverwaltung kündigt ein 40 Tage andauerndes Klangfestival für Juli und August an. Zum Festival gehört auch ein Weltrekord.

Dortmund

, 29.06.2018
Das „Schallfest“ hüllt seine Spielorte 40 Tage lang in einzigartige Klänge

Von links: Die zwei Künstler der „kunstgruppe GOTTLIEB“, daneben der Ameisenbär Faya mit Frank Brandstätter (kniend), Jörg Stüdemann und Rosemarie Pahlke. © Oliver Schaper

Dortmund wird vom 18. Juli bis 26. August zum Spielort des „Schallfests“. Das laut Stadtdirektor Jörg Stüdemann weltweit einzigartige Klangfestival
wurde von den beiden Künstlern der „kunstgruppe GOTTLIEB“ aus Berlin entwickelt und erarbeitet. Die Künstler treten nur gemeinsam und unter ihrem Gruppennamen auf.

Im Orang-Utan-Haus des Zoos stellten sie am Donnerstag das Festivalprogramm vor. Weil Ameisenbär Faya dort gerade herumlief, nahmen sie ihn für das Foto auf den Arm.

Sechs Spielorte in der Stadt

Während des Festivals bespielen die Künstler abwechselnd sechs Orte in der Stadt: Flughafen, Zoo, 26 U-Bahnhöfe, Hafen, Berswordthalle und Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), jeweils über die gebäudeeigenen Lautsprecher (am Flughafen allein sind das etwa 385).
Am 9. August von 14 bis 17 Uhr werden dann an alle Orte gleichzeitig bespielt. So entstehe „eine imaginäre Klangskulptur über ganz Dortmund“, sagt die Künstlerin des Duos.

Für jeden Ort haben die Künstler eine eigene Klangmusik komponiert. Dafür haben sie jeweils die Klänge des Ortes aufgenommen und mit anderen Aufnahmen aus Dortmund kombiniert.

Hunderte Stunden Aufnahmen

Das ganze vergangene Jahr über, erzählt die Künstlerin des Duos, seien sie immer wieder in Dortmund gewesen. Die Archivnotizen ihrer Aufnahmen füllen einen kompletten Aktenordner, sagt sie.

Diese hunderte von Stunden hätten sie durchgehört und einzelne Passagen, manchmal nur eine Sekundenbruchteil, mit anderen Aufnahmeschnipseln kombiniert - so ähnlich, wie auch ein Musiker arbeitet.

Entstanden seien jeweils etwa 13-minütige Kompositionen, die für ein bis zwei Stunden am Stück in Dauerschleife zu hören sind. An die jeweiligen Erfordernisse der Orte hätten sie die Kompositionen angepasst. So werden beispielsweise weder im Zoo noch im Flughafen schussähnliche Geräusche zu hören sein.

Die Stadt neu wahrnehmen

Die Künstler sagten am Donnerstag, sie erhofften sich von dem Festival, dass die Zuhörer ihre Stadt dadurch neu und anders wahrnehmen, und „dass sie es zum Beispiel in der U-Bahn, wo eine sehr sakrale Musik zu hören sein wird, es einfach toll finden“.

Die Orte im Einzelnen
  • Flughafen: jeweils montags und mittwochs, 7 bis 8 und 17.30 bis 18.39 Uhr
  • Alle 26 U-Bahnhöfe: dienstags und donnerstags, 14 bis 15 und 21 bis 22 Uhr
  • Hafen: freitags 17.30 bis 18.30 Uhr
  • Zoo: samstags und sonntags 11 bis 12 und 14.30 bis 15.30 Uhr
  • Berswordthalle: montags bis freitags 12 bis 12.20 Uhr
  • MKK: täglich rund um die Uhr
  • Bezahlt wird das Kunstwerk aus dem Etat für Kunst im öffentlichen Raum. Die Summe wollte Stadtdirektor Stüdemann nicht nennen. Laut Dr. Rosemarie Pahlke, Verwalterin dieses Etats, werden die Kosten komplett aus dem jährlichen Etat von 50.000 Euro bezahlt. Außerdem, sagt Pahlke, seien die Künstler sehr sparsam und werden von Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter kostenlos beherbergt.
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