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Bei der Dortmunder Firma Stork lackiert jetzt ein Roboter

Automatisierung

Bis zu einer Million Teile kann der neue Roboter in der vollautomatischen Anlage der Firma Stork Oberflächentechnik im Jahr lackieren. Die Investition lohnt sich in mehrfacher Hinsicht.

Dortmund

, 18.07.2018
Bei der Dortmunder Firma Stork lackiert jetzt ein Roboter

Der Roboter mit den drei Geschäftsführeren Felix, Hans-Bernd und Philip Stork. © Susanne Riese

Lackier-Aufträge, für die Mitarbeiter der Firma Stork Oberflächentechnik in Dortmund bislang mehrere Tage benötigten, schafft der neue Roboter in zwei Stunden. Geschickt dreht sich der Arm über fünf Achsen und erreicht so jeden Winkel des zu lackierenden Bauteils, das automatisch in die Lackierkammer fährt. Gleichmäßig und einheitlich lackiert kommen die Teile auf der anderen Seite heraus. „Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen“, sagt Philip Stork. „Das ist per Hand so nicht zu schaffen.“

Alleinstellungsmerkmal in der Lohnbeschichtung

Philip Stork leitete gemeinsam mit seinem Bruder Felix und seinem Vater Hans-Bernd Stork die Geschäfte. „Durch die Inbetriebnahme der neuen vollautomatischen Roboterlackierstraße haben wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Lohnbeschichtung“, sagt er.

Drei Millionen Euro investiert

Drei Millionen Euro hat das Dortmunder Familienunternehmen in die Anlage investiert, die in einer blitzsauberen neuen Halle auf dem Firmengelände an der Körnebachstraße steht. Ein großer Teil der Investition entfiel auf den Umweltschutz, betonen die Geschäftsführer.

Die rund 1.000 Quadratmeter große Halle stehe in einer Art doppelten Wanne, die Chemikalien werden in einem Tank gesammelt und fachgerecht entsorgt. Die Abluft mit den flüchtigen Verbindungen wird abgesaugt und rückstandsfrei und unter Nutzung der Wärmeenergie verbrannt. „Bei uns riecht es nicht nach Farbe“, sagt Hans-Bernd Stork. Der große Aufwand für den Umweltschutz zahle sich aber aus, denn das sei aber auch für die Kunden ein wichtiges Argument.

Teile werden automatisch transportiert

Die zu lackierenden Bauteile fahren über ein Transportsystem an der Decke der neuen Halle zunächst in die meterlange Untergrundvorbehandlung. „Das ist das eigentliche Herzstück der Anlage“, sagt Philip Stork. „Der Roboter macht nur mehr Show.“

In dem meterlangen Tunnel werden die Teile mit einer bestimmten von Henkel entwickelten Technik für die Lackierung vorbereitet und anschließend getrocknet.

Dann kommt der Roboter zum Einsatz. „Er kann so gut wie jedes Bauteil beschichten,“ sagt Philip Stork. Die maximale Größe liegt bei 150 mal 80 mal 80 Zentimeter.

Abdunstungs- und Heizzone komplettieren die Anlage. Rund 120 Minuten dauert ein Rundlauf, an 384 Haken können jeweils bis zu 250 Kleinteile angebracht werden. „Wir sind die einzigen in NRW und weit darüber hinaus, die so etwas im industriellen Bereich bieten können“, sagt Philip Stork.

Das Verfahren schließt Logistik und Qualitätssicherung mit ein und spart dem Kunden so Zeit und Aufwand.

20 bis 30 neue Arbeitskräfte gesucht

Durch die Automatisierung gingen nicht etwa Arbeitsplätze verloren, betonen die Geschäftsführer. Im Gegenteil. Zwei Angestellte wurden speziell für die neuen Anlage und ihre Programmierung geschult, für die Logistik benötige die Firma aber mindestens noch 20 neue Arbeitskräfte. „Die Anlage muss bestückt und die Teile müssen anschließend verpackt und transportiert werden“, erklärt Seniorchef Hans-Bernd Stork.

Für die neuen Prozesse, die mit der Roboterlackieranlage einhergehen, hat Stork bereits das Firmengelände erweitert. In westlicher Richtung sind rund 17.000 Quadratmeter hinzugekommen. Das Grundstück umfasst nun 70.000 Quadratmeter (knapp sieben Fußballfelder) und nimmt damit an der Körnebachstraße die Hausnummern von 10 bis 110 ein.