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Ärger im ländlichen Grevel: Der Landwirt Heribert Breuker möchte ein Futtersilo an der Greveler Straße errichten. Einige Anwohner befürchten, dass mehr dahinter steckt.

Grevel

, 12.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Greveler Christiane und Udo Domanski sowie Tanja und Rene Schmid sind derzeit nicht gut auf ihren Nachbarn, den Landwirt Heribert Breuker, zu sprechen. Sie befürchten, dass Breuker demnächst an der Greveler Straße 600 bis 1500 Bullen mästen will. Ausgangspunkt für die Unruhe ist Breukers Bauantrag für einen neuen Futtersilo an der Greveler Straße 222, der einhergeht mit einer möglichen Aufstockung der gehaltenen Tiere.

„Schreckliche Beeinträchtigung unserer Lebensqualität“

Die Anwohner schreiben an die Ratsfraktionen, die in nicht öffentlicher Sitzung darüber zu befinden haben: „Wir machen uns große Sorgen, ob unsere bisher ruhigen und in wirklich guter Lage stehenden Wohnhäuser künftig großen Emissionen in Form von Lärm, Gestank und Exkrementen ausgesetzt sein werden.“

Belästigungen und Beeinträchtigungen müssten sicher auch die Menschen in Kurl, im Ortskern von Grevel und in Scharnhorst befürchten: Sowohl die für Bullenmast üblicherweise verwendete Maissilage als auch der Dung, der auf freiem Feld rund um die Wohnhäuser entsorgt werden würde, stellen eine „schreckliche Beeinträchtigung unserer Lebensqualität dar“, so die Anwohner weiter. Sie fürchten außerdem um die Brunnen- und Trinkwasserqualität im betreffenden Gebiet.

Steht doch Hochwasserschutz hinter den Plänen?

Heribert Breuker bestreitet all dies und spricht von „gezielten Fehlinformationen.“ Eine Ausweitung des Bullenmastbetriebs hin zur Greveler Straße sei nicht geplant. Er müsse sein Futtersilo lediglich von der Werimboldstraße zur Greveler Straße verlagern, weil sich vor eineinhalb Jahren herausgestellt habe, dass das Gelände an der Werimboldstraße ein Hochwasserschutzgebiet sei. Deswegen habe er den dortigen Futtersilo stilllegen müssen. Die neue Anlage an der Greveler Straße diene ausschließlich dazu, Futter für die Tiere an der Werimboldstraße vorzuhalten.

Für die Ausbringung von Gülle gebe es in Deutschland strenge Düngeverordnungen, die sogar kürzlich noch verschärft worden seien. Erstens halte er diese Vorschriften ein, zweitens werde so etwas überprüft.

Wasser aus dem Brunnen

In seiner eigenen Familie werde das Wasser für Kleinkinder aus dem Brunnen geholt. Er tue all dies übrigens, um den Betrieb auch noch für die nachfolgenden Generationen wirtschaftlich zu halten.

Die Anwohner bleiben nach diesen Aussagen dennoch skeptisch, zumal ein Plan aufgetaucht sei, in dem nicht nur der Futtersilo, sondern auch Ställe für die Tiere aufgezeichnet seien. „Gegen einen Futtersilo hätten wir ja gar nichts“, sagt Rene Schmid. Udo Domanski fürchtet die berühmte Salamitaktik: erst der Futtersilo und wenig später die Aufstockung der Tierhaltung.

Auch dass sie selbst als Greveler Anwohner Schwierigkeiten haben, kleinste Bauvorhaben genehmigt zu bekommen, dem Landwirt Breuker das aber gleich im großen Stil erlaubt werden soll, stört die Anwohner.

Beirat und Umweltamt sind sich nicht einig

Der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde hat empfohlen, die Baugenehmigung für den Futtersilo nicht zu erteilen. Dem möchte jedoch das Umweltamt nicht folgen.

Stadtrat Ludger Wilde schreibt in der Vorlage, die dem Rat heute vorliegt: „Da in der Nachbarschaft der Werimboldstraße weder aus Naturschutzsicht noch aus Sicht des Gewässerschutzes geeignete Flächen zur Verfügung stehen, kam für die Errichtung eines neuen Fahrsilos nur ein Standort an der Greveler Straße 222 in Frage, an dem der Betrieb schon eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle besitzt.“ Und: „Naturschutzfachlich ist auch dieser Standort nicht optimal, aber die Kriterien, die gegen ihn sprechen, treffen für den gesamten Raum zwischen Scharnhorst, Kurl und Lanstrop zu.“

Der Rat muss entscheiden

Der Bauantrag wurde vermengt mit der Erweiterung des Betriebs (von derzeit 200 auf 550 Tiere). Dazu sagt Breuker, er wolle – wie oben bereits erwähnt – derzeit keine weiteren Tiere halten, aber er wisse schließlich nicht, was in zehn Jahren sei.

Ob der Rat darüber schon jetzt entscheidet, ist zumindest fraglich. Dem Vernehmen nach ist auch eine Verschiebung des Tagesordnungspunktes auf die nächste Sitzung möglich, weil die Politiker zuvor noch weitere Infos einholen wollen.

Werner Jakumeit (SPD und ehemaliger Mitarbeiter im Stadtplanungsamt) beklagt, dass die Bezirksvertretung Scharnhorst zu diesem Thema nicht gehört worden ist.

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