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20 Prozent mehr Kunden bei der Tafel und Hunderte auf der Warteliste

Dortmunder Tafel

Das explosive Kunden-Wachstum bei der Dortmunder Tafel zeigt, dass Langzeitarbeitslosigkeit und Armut weiterhin die größten sozialen Probleme in Dortmund sind.

Dortmund

, 29.06.2018
20 Prozent mehr Kunden bei der Tafel und Hunderte auf der Warteliste

Die Dortmunder Tafel hat immer mehr Kunden. © dpa

Fast 20 Prozent mehr Kunden in nur 18 Monaten sind Sinnbild für die soziale Schieflage in der Stadt. Jetzt holen sich 4300 Menschen wöchentlich für kleines Geld Lebensmittel an den acht Standorten des mildtätigen Vereins. „Wir konnten die Wartelisten für Neukunden deutlich verkürzen“, sagte der erste Vorsitzende der Tafel, Dr. Horst Röhr, seinen beiden Besuchern von der Stadt. Dortmunds erster Wirtschaftsförderer Thomas Westphal und Sozialdezernentin Birgit Zoerner ließen sich den wachsenden Tafelbetrieb in der Zentrale an der Osterlandwehr in der Nordstadt zeigen.

430 ehrenamtliche Mitarbeiter

Der Abbau der Warteliste gelang, weil deutlich mehr ehrenamtliche Helfer die Tafel unterstützen und deshalb die Öffnungszeiten ausgeweitet werden konnten. Tafel-Sprecher Ansgar Wortmann sagt, einschließlich aller acht Standorte habe die Tafel jetzt 550 Mitarbeiter. Davon arbeiten 430 ehrenamtlich. Für die restlichen Kräfte ist der Verein Arbeitgeber, denn die Tafel beschäftigt Menschen, die aus der Langzeitarbeitslosigkeit kommen und in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden sollen. Vorsitzender Röhr sprach von „sozialen und beruflichen Hilfen“, die die Tafel anzubieten hätte.

Die Ehrenamtlicher bleiben weiterhin das Rückgrat der täglichen Tafel-Arbeit. Viele von ihnen sind bereits zehn Jahre und länger dabei. Vom Studierenden bis zum Senior mit über 80 Jahren engagieren sich alle Altersklassen für die soziale Einrichtung.

Rentner und Alleinerziehende stehen auf der Warteliste

Der Vorsitzende ließ seinen städtischen Besuch nicht ohne Wunsch gehen. Er erbat bei Westphal und Zoerner Hilfen bei der Finanzierung von LKW-Führerscheinen, denn die notwendigen Lebensmittelmengen, die transportiert werden müssen, sind inzwischen bis zu 100.000 Kilogramm schwer. Woche für Woche.

Trotz erfolgreicher Mitarbeiterstrategie, trotz Erweiterung der Öffnungszeiten und des Abbaus der Warteliste - noch immer stehen hunderte Bedürftige auf der Liste und warten dringend auf einen Tafel-Ausweis. Familien mit vielen kleinen Kindern sind es, Alleinerziehende und zunehmend Rentner, die in Altersarmut leben. Im Herbst will die Tafel weiter wachsen und einen schon bestehenden Standort ausbauen. Dann braucht sie neue, ehrenamtliche Kräfte, damit kann auch die Warteliste wieder ein bisschen schrumpfen. Allerdings nur, wenn der Zuwachs an Bedürftigen gestoppt werden kann. Dies ist nicht in Sicht.

Die Tafel vergibt Ausweise, um Lebensmittel, die sie gespendet bekommt, möglichst gerecht an möglichst viele Bedürftige herausgeben zu können. Die Ausweise berechtigen einmal pro Woche zum Einkauf in einer der Filialen. Für eine bessere Ernährung von Kindern unterstützt die Tafel eine ganze Reihe von Kochprojekten, zum Beispiel in den Familienzentren Dürener Straße, Lünener Straße, Stollenstraße, Leopoldstraße, Uhlandstraße und Afrika-Kids vom Verein Afrika-Positiv.
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