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15-Jährige im Parkhaus in Hörde erstochen: Prozess beginnt heute

Landgericht Dortmund

Diese Tat hinterließ Wut und Trauer. Vor knapp sechs Monaten wurde die 15-jährige A. auf einem Parkdeck in Hörde erstochen. Heute beginnt der Prozess - hinter verschlossenen Türen.

Hörde

, 09.08.2018
15-Jährige im Parkhaus in Hörde erstochen: Prozess beginnt heute

Nach dem Tod der 15-jährigen A. stellten Freunde und Familie Kerzen und Bilder am Tatort auf. © Felix Guth

Die 15-jährige Schülerin A. hatte keine Chance. Sie wurde am 23 Februar niedergestochen und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Die mutmaßliche Täterin war damals selbst erst 16. Inzwischen ist sie ein Jahr älter, ihren 17. Geburtstag musste sie nach ihrer Festnahme allerdings schon im Gefängnis feiern.

Das Urteil soll Ende Oktober fallen

Wenn sie am Donnerstag mit einem Gefangenentransporter ins Dortmunder Landgericht gebracht wird, wird sie niemand zu Gesicht bekommen. Die 17-Jährige wird von Wachtmeistern über einen Spezialzugang direkt in den Gerichtssaal gebracht - ohne dabei über den Flur zu müssen. Die Türen von Saal 24 bleiben geschlossen. Zuschauer müssen draußen bleiben. So sieht es das Gesetz bei Jugendstrafverfahren zwingend vor.

Der Prozess findet vor der 31. Jugendstrafkammer statt. Die Richter haben vorerst sieben Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil ist nach jetzigem Stand am 31. Oktober zu rechnen.

Die Hintergründe sind weiter unklar

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Totschlag. Die Ermittler gehen davon aus, dass die heute 17-Jährige ihre Bekannte nach einem Streit im Parkhaus mit einem Butterfly-Messer erstochen habe. Die Höchststrafe für jugendliche Täter in solchen Fällen liegt bei zehn Jahren Jugendhaft. Im Vordergrund steht laut Gesetz dabei immer der Erziehungsgedanke und nicht die Sühne.

Die Hintergründe der schrecklichen Bluttat sind weiter unklar. Nach der Tat war von einem Streit und einem Gerangel die Rede. Dabei war die Kleidung der Angeklagten möglicherweise verschmutzt worden. Doch ist sie deshalb in Rage geraten und hat ein Messer gezogen?

Familie des Opfers nimmt wohl nicht am Prozess teil

Diese und andere Fragen wird der Prozess klären müssen. Aber ob überhaupt etwas nach außen dringen wird, ist unklar. Thomas Jungkamp, Pressesprecher des Dortmunder Landgerichts, will aber nach Prozessende auf jeden Fall das Urteil bekanntgeben.

Die Familie des Opfers hätte die Möglichkeit, den Prozess zu verfolgen. Als Nebenkläger könnten sie sich einen Anwalt nehmen und auch am Verfahren teilnehmen. Laut Jungkamp hatte sich aber bis Mittwochmittag darauf niemand gemeldet.

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