Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ohne die Mondlandung hätte es wohl auch die berühmte Star Wars-Filmreihe nicht gegeben. Deshalb bringt das Stadtmuseum im Sommer die fiktiven Sternenkrieger und die echte Raumfahrt zusammen.

Bergkamen

, 20.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Leiter des Stadtmuseums, Mark Schrader, war kurz vor Ostern bei der Eröffnung der Ausstellung „Westfalen im Mondfieber“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Wer sich für das Thema interessiert, muss aber nicht nach Münster fahren. Denn ab Juni wird die Ausstellung auf Wanderschaft gehen: Die erste Station ist das Stadtmuseum in Oberaden, wo sie vom 30. Juni bis zum 25. August zu sehen ist. Über diese Terminierung ist Schrader besonders froh: In den Zeitraum der Ausstellung in Bergkamen fällt auch der eigentliche Jahrestag der Mondlandung. Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Erdtrabanten.

Zum Mondlandungs-Jubiläum kommen die Sternenkrieger ins Museum

Die Popkultur, zu der auch die Kämpfer aus dem „Krieg der Sterne“ zählen, ist massiv von der Mondlandung beeinflusst worden. © Stefan Milk


Figuren aus dem Weltraum-Märchen

Und im Juli will Schrader dann auch einen eigenen Bergkamener Akzent bei der Mondlandungsausstellung setzen: „Ab dem 2. Juli erwarten wir Mitglieder eines Star-Wars-Fanclubs, die verschiedene Figuren und Ausrüstungsgegenstände zeigen werden“, kündigt er an. Die Sternenkrieger waren 2017 schon einmal im Museum zu erleben, wo sie die Welt des All-Märchens präsentierten, die sich Filmproduzent und -regisseur George Lucas ausgedacht hat.

Puristen mögen sich daran stören, dass Schrader Science-Fiction mit einem musealen Blick auf die reale Geschichte der Raumfahrt und der Mondlandung verknüpft. Aber der Museumschef, dem die Star-Wars-Filmreihe selbst nicht ganz fremd ist, findet, dass R2D2, 3-CPO und Co. eigentlich ganz gut zu der Wanderausstellung passen.

Zum Mondlandungs-Jubiläum kommen die Sternenkrieger ins Museum

Am 50. Jahrestag der ersten Mondlandung wird die Wanderausstellung in Bergkamen zu sehen sein. © picture alliance/dpa


Weltpolitik und Alltagskultur

Die will zwar, wie es in der Ankündigung des LWL heißt, auch die historische und politische Entwicklung mit dem Wettlauf zwischen den beiden Großmächten USA und UdSSR nachzeichnen, die schließlich zur Mondlandung führte. Und sie verweist auch auf die dunkle Seite der Raumfahrtgeschichte, indem sie zeigt, unter welch furchtbaren Umständen Zwangsarbeiter während des Nationalsozialismus in der deutschen Raketenproduktion eingesetzt wurden.

Aber die Schau thematisiert auch die alltagskulturellen Folgen der Raumfahrt.

Ausstellung

Die Mondlandung im Museum


Perry Rhodan ist ein Teil der Ausstellung

Zum Beispiel mit der beliebten Heft-Serie mit den Abenteuern von Perry Rhodan. Der landete bereits im Jahr 1961 auf dem Mond. Auch Schrader greift die Faszination auf, die die Weltraum-Geschichten noch heute auf viele Menschen ausüben. So plant er für das Wochenende 13. und 14. Juli „Science-Fiction Days“: „Da wird sogar ein Raumschiff auf dem Museumshof landen“, kündigt er an. Doch bei aller Star-Wars-Verspieltheit werden im Museum auch Objekte zu sehen sein, die tatsächlich im Weltall waren. So gehört zu den Exponaten des LWL eine Münze, die aus Originalmaterial des Apollo 11-Raumschiffes gefertigt wurde. Und die Ausstellungsmacher sind besonders stolz, dass sie echten Mondstaub zeigen können, der mit der Apollo-15-Mission auf die Erde gelangte.

Zum Mondlandungs-Jubiläum kommen die Sternenkrieger ins Museum

Die Wanderausstellung zeigt auch Exponate, die tatsächlich im Weltall waren. © picture alliance / dpa


Das Umweltbewusstsein entwickelt sich

Schrader geht es auch darum, zeitgeschichtliche Entwicklungen aufzuzeigen, die die Mondlandung zumindest beeinflusst haben. Dabei geht es um die Popkultur, die ja gerade in den 60er und 70er Jahren ihre dominierende Rolle erlangt hat. Schrader sieht aber auch langfristige politische Auswirkungen. Zum Beispiel das Entstehen des Umweltbewusstseins und des ökologischen Denkens. Das ist nach Ansicht des Museumsleiters unter anderem von den Fotos angestoßen worden, die die Astronauten von der Erde gemacht haben und die sie als schönen, aber auch zerbrechlich wirkenden Planeten zeigen. Und natürlich bestimmten die Mondlandung die alltäglichen Gespräche, die die Menschen im Sommer vor 50 Jahren geführt haben. Auch da ist Schrader eine Möglichkeit eingefallen, das darzustellen: „Auf den Tischen in unserem Friseur-Salon in der stadtgeschichtlichen Ausstellung liegen bereits Zeitschriften aus dieser Zeit.“

Lesen Sie jetzt