Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Treffen 50 Jahre nach Ende der Schule in Bergkamen-Heil

Ungewöhnliches Klassentreffen

Die Schüler der ehemaligen Volksschule Heil kommen immer wieder zusammen. Zum jüngsten Klassentreffen der bereits 1968 geschlossenen Zwergschule kommen 27 Teilnehmer, obwohl sie in ihrem letzten Jahr nur noch eine Absolventin hatte.

Heil

24.07.2018
Treffen 50 Jahre nach Ende der Schule in Bergkamen-Heil

Heute befindet sich die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule an der Stelle, an der sich bis 1968 die Volksschule Heil befand – damals die kleinste Bergkamener Schule.Archiv © Marcel Drawe

Sie war eindeutig die kleinste Schule in Bergkamen – und sie hatte nach der Stadtgründung auch nur noch eine kurze Lebensdauer, die Heiler Volksschule. Zwei Jahre nach der Gründung von Bergkamen, im Jahr 1968 wurde die Schule geschlossen, und die Schüler aus dem kleinsten Ortsteil wechselten zu Schulen in Oberaden. Gerade eine einzige Absolventin hatte die Dorfschule im Jahr 1968 noch, die sie damals ins Berufsleben in Form einer Ausbildung entließ.

Dennoch ist die Treue ihrer ehemaligen Schüler zu der Zwergschule noch immer ungebrochen. Die ehemaligen Schüler beschlossen schon 1968, sich fortan immer wieder einmal zu treffen und die Erinnerung an ihre alte Schule durch jährliche Klassentreffen wach zu halten.

Bisher 38 Treffen

Das Ziel, sich in jedem Jahr zu treffen, schafften die Ehemaligen nicht ganz. Sie kamen nach dem Aus für ihre Schule vor 50 Jahren aber immerhin jetzt schon zum 38. Mal zusammen. Beim jüngsten Treffen wurden die ehemaligen Schülerinnen und Schüler geehrt, die in den vergangenen 50 Jahren am häufigsten an den Ehemaligen-Treffen teilgenommen haben. Schulsprecher Friedhelm Hüsing überreichte ihnen ein selbst gestaltetes Tablett, auf dem ein Förderturm an den Bergbau und ein Gruppenfoto an die gemeinsame Schulzeit erinnerte - natürlich verbunden mit kleinen Geschenken auf dem Tablett.

Bei der Ehrung erinnerte der Schulsprecher auch an die eine oder andere Begebenheit, die in der heutigen Zeit in Schulen so gar nicht mehr möglich wäre. Zum Beispiel stand der Weidenstock drohend in der Ecke, denn die Prügelstrafe in Schulen war damals noch nicht abgeschafft, sondern wurde noch häufig vollzogen. Die Kinder mussten außerdem im Winter selbst dafür sorgen, dass sie es in der Schule warm hatten und den Kohleofen anheizen.

An diejenigen, die zum Klassentreffen gekommen waren, hielt auch der ehemalige Klassenlehrer Ewald Wüstenhagen eine Ansprache, obwohl der Pädagoge schon 1973 verstorben war. Die moderne Technik in Form eines Filmes machte es möglich, dass der ehemalige Lehrer an die ersten fünf Klassentreffen in der Gaststätte Klostermann erinnerte, an denen er noch selbst zusammen mit seiner Ehefrau teilgenommen hatte. Wie zu Schulzeiten gab er seinen Schülern gute Ratschläge mit auf den Weg und wünschte den 27 Ehemaligen, die zum jüngsten Treffen gekommen waren, viel Spaß.

Die 38 Klassentreffen haben übrigens in mittlerweile neun Gaststätten in allen sechs Bergkamener Ortsteilen stattgefunden, sodass die ehemaligen Schüler aus Heil im Laufe der Jahre ganz nebenbei auch noch ein wenig Unterricht in Heimatkunde bekommen haben.

Nächster Termin steht fest

Der Termin für das nächste Treffen steht auch schon fest. Die Ehemaligen wollen am 20. Juli 2019 wieder zusammenkommen. Der Schulsprecher wies kurz auf die Bedeutung des Tages hin: Vor dann 50 Jahren, am 20. Juli 1969, landeten zum ersten Mal Menschen auf dem Mond. Einen Tag später betrat Neil Armstrong als erster Mensch die Mondoberfläche. Das ist lange her. Trotzdem war die Volksschule Heil auch zu diesem Zeitpunkt schon Geschichte – denn sie schloss bekanntlich schon im Jahr vor der ersten Mondlandung ihre Pforten.

Lesen Sie jetzt