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Tier-Verkauf in Bergkamen endet vor Gericht

dzVorwurf Betrug

Eine Züchterin aus Bergkamen steht vor Gericht, nachdem sie einer Frau aus Warstein ein Tier verkauft hat. Der Vorwurf: Der Stammbaum, den sie versprochen hat, ist nie bei der Käuferin angekommen.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 10.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Es ging hoch emotional zu in einem Prozess im Amtsgericht Kamen, in dem sich eine Frau aus Bergkamen dem Vorwurf des Betruges stellen musste. Während sich die 41-jährige Angeklagte ruhig verhielt, forderte ihre Tochter den Richter bereits vor Sitzungsbeginn merklich nervös auf, sämtliche Zuschauer aus dem Raum zu schicken.

Da es sich um einen öffentlichen Prozess handelte, sei das nicht möglich, erklärte der Vorsitzende. Damit nicht einverstanden nahm die junge Frau schwungvoll auf einem der Stühle in der ersten Reihe des Zuhörerbereiches Platz. Als die Vertreterin der Staatsanwaltschaft die Anklage verlas, schüttelte die Tochter die ganze Zeit den Kopf.

Laut Vorwurf hatte die Mutter zunächst ein Tier für 600 Euro an eine Frau aus Warstein verkauft. Dem Kaufvertrag zufolge war die Angeklagte zum Zeitpunkt des Verkaufs in einem Zuchtverein. Dementsprechend war vereinbart worden, dass die Käuferin das Tier entweder kastrieren lässt oder damit züchtet. Hätte sie Letzteres getan, müsste sie laut Kaufvertrag 250 Euro mehr für das Tier zahlen.

Zudem versprach die Angeklagte, einen Stammbaum für das Tier auszustellen und der Geschädigten zu schicken. Wie sich im Nachhinein herausstellte, befand sich die 41-Jährige zum Zeitpunkt des Verkaufs gar nicht mehr in dem Zuchtverein, der im Vertrag aufgeführt war. Und: Auf den Stammbaum musste die Käuferin entgegen der Vereinbarung monatelang warten. Sie sei in einen anderen Zuchtverein gewechselt, erklärte die Bergkamenerin. Wann sie dort eingetreten war, konnte sie nicht sagen.

Bezüglich des Stammbaumes gab sie an, der fertige Brief sei hinter den Schrank gerutscht, was sie erst später bemerkt hatte. Sie sei davon ausgegangen, ihr Mann habe den Umschlag zur Post gebracht. Schließlich betrat die Käuferin den Zeugenstand und regte sich darüber auf, dass sie betrogen worden sei. Wenn die Angeklagte gar nicht in einem Zuchtverein sei, sei das Tier auch weniger Wert.

Die ganze Zeit über rutschte die Tochter unruhig auf ihrem Stuhl hin und her, meldete sich immer wieder einfach zu Wort, bis ihr der Richter mit einem Ordnungsgeld drohte. Die junge Frau brach daraufhin in Tränen aus. „Das ist meine Mutter, die da sitzt“, schluchzte sie.

Die Angeklagte, die bereits mehrfach wegen Betruges vorbestraft ist, stritt ab, die Käuferin betrogen zu haben. In einem zweiten Vorwurf, wonach sie einer anderen Frau ein Tier versprochen, aber letztlich nur Geld kassiert haben soll, habe sie inzwischen den Betrag zurückgezahlt.

Ein Urteil gab es noch nicht. Es sollen erst noch weitere Ermittlungen durchgeführt werden. Zu einem neuen Termin sollen dann weitere Zeugen geladen werden.

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