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Sechs Monate Haft für einen Hundediebstahl in Bergkamen

dzGericht

Ein Mann will den verschollenen Hund seiner Schwester wiederbesorgen. Angeblich entdeckt er ihn in einem Bergkamener Garten und nimmt ihn mit. Dafür muss sich das Geschwisterpaar vor Gericht verantworten.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 26.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Es war ein Schock für den 21-Jährigen Bergkamener, als er bemerkte, dass sein geliebter und wertvoller Hund verschwunden war. Zunächst glaubte er daran, dass sein vierbeiniger Bergleiter entlaufen war. Doch Zeugen berichteten ihm, dass das Tier gestohlen worden sei.

Nach nur wenigen Tagen und mithilfe eines Aufrufs im Internet war der Hund wieder bei seinem Besitzer und die Polizei stand in Kamen bei einem Geschwisterpaar vor der Tür. Die beiden bekamen eine Anzeige wegen Diebstahls und als Folge jetzt einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen.

„Ich war nicht dabei“, erklärte die 29 Jahre alte Schwester zu dem mutmaßlichen Hundediebstahl. Sie zeigte sich jedoch davon überzeugt, dass das Tier eigentlich ihr gehöre. Sie habe ihrem Bruder das Tier anvertraut, da sie selbst so viele Probleme hatte und sich deshalb nicht ausreichend um den Hund kümmern konnte.

Doch auch der Bruder sei letztlich nicht in der Lage gewesen, sich um den Vierbeiner zu kümmern. Also reichte er ihn an einen Bekannten weiter. Kurz darauf sei dieser Bekannte samt Hund allerdings verschwunden.

Als er dann in einem Garten in Bergkamen das Tier, um das es bei der Verhandlung ging, entdeckt hatte, habe er seiner Schwester sofort ein Bild geschickt, gab der Bruder (24) an. Seine Schwester habe den Hund sofort wiedererkannt. Kurzerhand sei er dann in den Garten gegangen. Er habe den Hund gerufen und der sei auch gekommen. Ohne Leine sei er bis nach Kamen zur Schwester mit ihm gegangen.

Der Hund habe sich sofort wohlgefühlt bei ihr, so die 29-Jährige. „Ich stehe bis heute dazu, dass das mein Hund ist. Es kann kein anderer sein.“

Das sah der 21 Jahre alten Hundebesitzer aus Bergkamen allerdings ganz anders. Er habe das Tier 2016 für 2000 Euro in Bayern gekauft, sagte er vor Gericht aus. Seither sei der Hund durchweg bei ihm gewesen. Das hätte die Protokollführerin des Richters bestätigen können, da sie das Tier seit Jahren auf dem Grundstück sehe.

Eine Vernehmung als Zeugin erübrigte sich letztlich aber, da es der Richter als erwiesen ansah, dass der Angeklagte einen Diebstahl begangen hatte. Er sei überzeugt, der 24-Jährige habe gewusst, dass es nicht der Hund der Schwester war, den er aus dem Garten in Bergkamen mitnahm. Sechs Monate Haft lautet schließlich das Urteil. Grund dafür waren zahlreiche Vorstrafen und eine laufende Bewährung.

Die Schwester sprach der Vorsitzende hingegen von allen Vorwürfen frei.

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