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Oliver Geselbracht und Tommy Schneller organisieren schon seit Jahren die Konzertreihe „Grand Jam“. Einmal hatten sie sogar schon fast Kontakt zu einem ganz großen des Musikbusiness geknüpft.

Bergkamen

, 18.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Für Tommy Schneller und Oliver Geselbracht beginnt jetzt eine intensive, arbeitsreiche Zeit. Im Mai wird das Kulturprogramm für die kommenden Saison zusammengestellt. Schneller und Geselbracht – als Künstler bekannt als „Olli Gee“ – sind für die Grand-Jam-Reihe verantwortlich und müssen bis dahin das komplette Programm bis zum kommenden Frühjahr liefern.

Ungewöhnliche Künstler

Das schaffen sie jedes Mal und jedes Mal gelingt es ihnen auch, Künstler zu verpflichten, die man in Bergkamen, in der Club-Atmosphäre im ehemaligen Haus Schmülling kaum vermuten würde. John Nemeth, der im Februar da war, ist einer von ihnen. Er gilt in seiner Heimat, den USA, als eine der großen Hoffnungen des Blues und spielt sonst meist in einem deutlich größeren Rahmen. Das Ergebnis sind Abende mit ungewöhnlichen Musikern und großen Shows im Saal der Overberger Gaststätte, die mittlerweile „Taverne Thorheim“ heißt.

Puzzle mit den Größen von Blues, Rock und Soul

John Nemeth, aufgehender Stern am US-amerikanischen Blues-Himmel, war in diesem Jahr auch schon beim Grand Jam zu Gast. © Marcel Drawe

Drei Shows vermittelt

„Wir haben ihm insgesamt drei Shows vermittelt. Bergkamen war nur eine davon“, verrät Geselbracht. Die beiden sind selbst Musiker. Geselbracht spielt Bass und Schneller Saxophon. „Seit unserem 16. Lebensjahr als professionelle Musiker“, wie Geselbracht betont. Sie haben im Laufe ihrer Musikerkarriere über 80 Musiker auf Tourneen begleitet und dabei unzählige Kontakte zu anderen Musikern und zu Agenturen geknüpft, die ihnen bei der Planung der Konzertreihe helfen. Sie bekommen zum Beispiel mit, wann ein Musiker aus Übersee auf Tournee geht und bei dem ein Konzert in Bergkamen gerade in seinen Plan passt – indem er zum Beispiel auf dem Weg von Nord- nach Süddeutschland in Bergkamen Station macht.

Puzzle mit den Größen von Blues, Rock und Soul

Mittlerweile gibt es im Rahmen der Musikreihe nicht nur Blues. Die „Silverettes“ präsentierten Rockabilly. © Stefan Milk

Gute Kontakte in die Szene helfen

Bei anderen Künstlern, wie Nemeth, lassen die beiden Konzertmacher ihre Kontakte spielen, um ihm mehr als nur den einen Termin in Bergkamen zu verschaffen. Nemeth spielte beispielsweise auch noch Konzerte in Bielefeld und Osnabrück, die Geselbracht und Schneller ihm vermittelt haben.

Mitte Mai muss das Programm für die ganze Saison stehen

Mitte Mai setzen die beiden Grand-Jam-Organisatoren aus diesen Mosaiksteinchen von Künstlern, die sie kennen, die Zeit haben und bei denen Bergkamen zum passenden Zeitpunkt auf dem Weg liegt das Programm für das Grand Jam zusammen. „Es ist gar nicht so einfach, dann schon verbindlich festzumachen, wer im kommenden April spielt“, sagt Geselbracht.

Bei Absagen immer schnell Ersatz gefunden

Hin und wieder funktioniert die Planung aber dennoch nicht. Es kommt schon einmal vor, dass ein Musiker, der eigentlich Monate vorher zugesagt hat, nicht kommen kann – meist, weil er erkrankt ist. „Bisher haben die beiden Organisatoren es immer geschafft, auch noch innerhalb von wenigen Tagen Ersatz zu besorgen, lobt Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel. Meistens sprechen sie Künstler aus Deutschland an, ob sie kurzfristig einspringen können.

Puzzle mit den Größen von Blues, Rock und Soul

Auch Schneller und Geselbracht selbst stehen häufiger beim Grand Jam auf der Bühne. Tommy Schneller (l.) trat mit seiner eigenen Band auf. © Marcel Drawe

Die Organisatoren spielen oft auch selbst

Hin und wieder spielen Schneller und Geselbracht auch selbst. Im Programm 2018/19 trat Geselbracht zusammen mit der „Bluesnight Band“ auf, die vor Jahren noch die Gaststars begleitet. Einen Monat später spielte Schneller mit seiner Band. Programm, das sie für die Reihe aufstellen, stimmen sie im Laufe des Mai mit David Zolda ab, der im Kulturreferat für die Organisation von Konzerten und anderen Veranstaltungen verantwortlich ist. Danach wird es ins gedruckte Kulturprogramm übernommen.

Puzzle mit den Größen von Blues, Rock und Soul

Robert Plant bei einem Konzert im Kölner E-Werk im Jahr 2014. Der ehemalige Leadsänger von Led Zeppelin wäre wahrscheinlich doch einige Nummern zu groß für das Grand Jam. © Thomas Brill

Kumpel „Robot“ kommt nicht

Auf die Frage, ob sie einen Künstler noch einmal gerne für das Grand Jam verpflichten möchten, müssen die Organisatoren nicht lange überlegen. „Berie Marsden“, sagt Geselbracht. Der ehemalige Whitesnake-Gitarrist war schon einmal vor einigen Jahren beim Grand Jam, als es noch ein Open Air gab – und sei ein „total netter Kerl“ gewesen. Marsden brachte auch gleich einen seiner Musiker-Kumpel ins Gespräch. Sein Freund „Robot“ hätte sicherlich auch einen riesigen Spaß beim Gand Jam aufzutreten, sagte Marsden. Die beiden Organisatoren fragten schließlich, warum er „Robot“ nicht einfach mal frage, ob er nicht nach Bergkamen kommen möchte. Würde er ja gerne, erwiderte Marsden. Es gebe da nur ein kleines Problem. „Wenn der irgendwo spielt kommen immer gleich so viele Menschen.“ Auf die Frage, was er denn mit „so viele“ meint, sagte Marsden „mindestens 30.000“. Bei Kumpel „Robot“ handelt es sich um Robert Plant, Leadsänger von Led Zeppelin. Und der wird wohl leider doch nicht zum Grand Jam nach Bergkamen kommen, um in einer urigen Club-Atmosphäre zu spielen.

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