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Nach 28 Jahren muss die Feuerwehrführung ohne Dietmar Luft auskommen

dzFührungswechsel bei der Feuerwehr

Beim Kameradschaftsabend an diesem Samstag verabschiedet die Bergkamener Feuerwehr ihren Chef Dietmar Luft. Damit geht eine Ära zu Ende. Sie begann noch im vergangenen Jahrtausend.

Bergkamen

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

In der ersten Etage des Feuerwehrgeräteshauses Bergkamen-Mitte hängt ein Foto, das aus dem Jahr 1933 stammt: „Das ist mein Großvater“, sagt Dietmar Luft und zeigt auf einen der Feuerwehr-Musiker. Es gibt also eine gewisse Feuerwehr-Tradition in seiner Familie. Aber in die Wiege war es ihm nicht gelegt, dass er 28 Jahre zur Führung der Bergkamener Feuerwehr gehören und 18 Jahre lang als Feuerwehrchef fungieren würde. An diesem Samstag geht diese Ära zu Ende: Beim Kameradschaftsabend verabschiedet sich Luft und übergibt die Verantwortung für die Bergkamener Brandbekämpfer an seinen Nachfolger Dirk Kemke.

Als 17-jähriger zur Feuerwehr

1978 trat Luft der Bergkamener Feuerwehr. „Damals war ich 17 Jahre alt“, sagt der gebürtige Bergkamener. Das Löschen lag gewissermaßen in der Familie. Sein Vater gehörte zur Löschgruppe Mitte und nahm seinen Sohn einmal mit. Der blieb. Und bewährte sich. Als 1991 ein neuer Stellvertreter für den damaligen Stadtbrandmeister Gerd Miller gesucht wurde, fiel die Wahl auf Luft. Und als dann zehn Jahre später ein Nachfolger für Miller gebraucht wurde, war Luft wiederum erste Wahl. Mit seinem Vorgänger verbinde ihn bis heute eine enge Freundschaft, sagt er. Denn in der Wehrführung sei immer gemeinschaftlich entschieden worden. So hat Luft es auch gehalten, als er selbst an der Spitze stand. „Ich habe fast täglich mit meinen Stellvertretern Dieter Dettmar, Wolfgang Lantin und Ralf Klute telefoniert“, sagt er. Nach außen wollte die Wehrführung Einigkeit demonstrieren. Intern wurde auch schon mal diskutiert. Und dabei setzte Luft keineswegs auf die Hierarchie, sondern ließ sich auch schon mal von seinen jeweiligen Vizes überzeugen.

Nach 28 Jahren muss die Feuerwehrführung ohne Dietmar Luft auskommen

Dietmar Luft zeigt ein Feuerwehrbild aus den 30er Jahren, auf dem sein Großvater zu sehen ist. © Johannes Brüne


Eine rein freiwillige Feuerwehr

Zugleich war auch er froh, dass er die Verantwortung für die Bergkamener Feuerwehr nicht ganz alleine tragen musste. Denn die zeichnet sich dadurch aus, dass bei ihr ausschließlich freiwillige Feuerwehrleute aktiv sind. Auch Dietmar Luft hat die Position als Feuerwehrchef nie als Hauptberuf ausgeübt. Er arbeitet in der IT-Abteilung des Bayer-Werks. Und betont, dass er seiner wichtigen Aufgabe bei der Feuerwehr nur nachkommen konnte, weil ihn sein Arbeitgeber stets freistellte, wenn er anderswo gebraucht wurde. Und das war oft der Fall. „Deshalb bin ich auch meinen Kollegen sehr dankbar“, sagt Luft. Denn die sprangen immer ein, wenn ihn die Feuerwehrpflichten riefen.

Einsätze zu jeder Tages- und Nachtzeit

Das war praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit der Fall. Das bekamen auch Lufts Familie zu spüren. Aber seine Frau habe immer hinter ihm gestanden, betont Luft. Auch wenn sie und der Sohn oft hinter der Feuerwehr zurückstehen mussten. „Aber das geht ja allen Familienangehörigen von Feuerwehrleuten so“, sagt Luft. Ihm war es deshalb immer wichtig, Kontakt zu den Partnern seiner Leute zu halten. Insbesondere dann, wenn die bei Einsätzen mit Todesfällen oder anderen schlimmen Erlebnissen konfrontiert wurden. „So ganz los wird man das nie“, sagt Luft aus eigener Erfahrung.

Nach seinem Abschied als Feuerwehrchef will Luft sich und seiner Familie erst einmal ein wenig Ruhe gönnen. Dass die Bergkamener Feuerwehr künftig vollständig auf ihn verzichten muss, kann man sich allerdings nur schlecht vorstellen. Es gibt da schließlich eine Familientradition: „Dass auch mein Großvater zur Feuerwehr gehörte, habe ich erst erfahren, als ich schon selbst Feuerwehrmann war.“

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