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Kapelle bleibt Bergkamen-Heil erhalten

Übernahme

Den Bewohnern des Bergkamener Ortsteils Heil, wird ein Herzenswunsch erfüllt: Die Kapelle, die vielen Vereinen und Gruppen als Treffpunkt dient, bleibt dem Ortsteil erhalten, obwohl die Kirchengemeinde sie aufgibt. Eine Heiler Familie springt dafür ein.

Bergkamen

, 25.06.2018 / Lesedauer: 3 min
Kapelle bleibt Bergkamen-Heil erhalten

Die Kapelle am Westenhellweg bleibt dem ländlichsten Bergkamener Ortsteil Heil erhalten. Birgit Willeke und ihre Familie wollen sie übernehmen und den Heilern für die Nutzung zur Verfügung stellen.Drawe © Marcel Drawe

Als Birgit Willeke davon hörte, dass die Martin-Luther-Gemeinde die Kapelle Heil aus Kostengründen aufgeben will, machte sie sich sofort Gedanken darum. Zu der Kapelle hat ihre Familie eine ganz besondere Beziehung. „Ursprünglich gehörte das Land, auf dem die Kapelle steht, zu unserem Hof“, sagt die Heilerin. Als die evangelische Kirche im kleinsten Bergkamener Ortsteil ein Gotteshaus bauen wollte, setzte sich ihre Großmutter ganz besonders dafür ein, dass die Gemeinde das Grundstück, dass sie sich dafür wünschte, auch bekam. Die Gemeinde wollte die Kapelle damals möglichst verkehrsgünstig an den Westenhellweg bauen. Ein Grundstückstausch machte es damals möglich.

Auch deshalb machte sich die Familie wohl sofort Gedanken, als sie hörte, dass die Kirchengemeinde künftig auf die Kapelle verzichten will. „Mein Mann, mein Sohn und ich waren uns schnell einig, dass wir einen Abriss nicht zulassen wollen“, sagt Birgit Willeke. Deshalb machte sich die Familie Gedanken, wie sie die Kapelle künftig nutzen kann. Eine Nutzung lag nahe: Ludger Willeke hat vor einigen Jahren dort schon einmal seine Pläne für die Biogasanlage vorgestellt, die von der Landwirtsfamilie in Heil mittlerweile schon seit einigen Jahren betrieben wird.

Künftig wollen Willekes das Gebäude unter anderem für Tagungen nutzen – zum Beispiel für Betreiber von Biogasanlagen. Viel wichtiger für die Heiler dürfte allerdings die Absicht sein, die Kapelle auch weiterhin den bisherigen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Die evangelische Frauenhilfe Heil oder der Tanzkreis der Kirchengemeinde sollen sich auch weiterhin in dem Gebäude treffen können. Darüber hinaus will die Familie das Gebäude auch für alle anderen Bewohner des Ortsteils zur Verfügung stellen. Es soll zum Beispiel möglich sein, die dann ehemalige Kapelle für Geburtstagsfeiern zu mieten. Nutzer müssten dann ein kleines Entgelt zahlen.

Die erforderliche Renovierung der Kapelle will die Familie in Angriff nehmen, sobald sie über das Gebäude verfügen können. Dafür soll die Kapelle als Begegnungsstätte aber nicht geschlossen werden. Die Renovierungsarbeiten sind nach und nach während des laufenden Betriebs vorgesehen. Größere Umbauten sind bisher nicht geplant, sagt Birgit Willeke.

Sie geht davon aus, dass die Familie das Gebäude nach den Sommerferien übernehmen kann. Die Kirchengemeinde will die Kapelle mit einem letzten Gottesdienst am kommenden Sonntag, 1. Juli, entwidmen. Das Landeskirchenamt in Bielefeld muss dem Erbpachtvertrag, der im Entwurf zwischen der Kirchengemeinde und der Familie Willeke abgestimmt ist, allerdings noch zustimmen.

Die Übernahme der Kapelle hatte die Familie auf dem jüngsten Gemeindestammtisch der Kirchengemeinde bekannt gegeben. Sicherlich sehr zu Erleichterung vieler Heiler, die sich über die geplante Schließung der Kapelle geärgert hatten. Aber auch zur Erleichterung von Birgit Willeke. Die war bisher zum Schweigen verpflichtet. „Wenn mich dann jemand gefragt hat, ob ich schon etwas Neues zur Kapelle weiß, musste ich so tun, als wenn ich keine Ahnung habe – das war schon unangenehm“, sagt sie.

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