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Graffiti-Künstler verschönert die zugemauerten Betonröhren

dzKunst am Kuhbach

Seitdem die Röhren des Kunstwerkes „Wasser, Erde, Luft“ am Kuhbach zugemauert sind, geht es dort ruhiger zu. Aber die Schmierfinken hält das nicht ab. Deshalb muss Gianni Foitzik ran.

Bergkamen

, 26.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Graffiti-Künstler Gianni Foitzik hat in dieser Woche seine Arbeit an dem Kunstwerk „Wasser, Erde, Luft“ aufgenommen, das am Kuhbachweg an der Pfalzstraße steht. Ursprünglich stammt es von der im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlerin Gisela Schmidt. Aber Foitzik hat auch einen großen Anteil am heutigen Aussehen des Kunstwerkes: Im Sommer 2015 gestaltete er es gemeinsam mit Jugendlichen aus Bergkamen und der polnischen Partnerstadt Wieliczka komplett neu.

Schmierereien auf dem Kunstwerk

Danach musste Foitzik das Kunstwerk reinigen, weil die Kunst mehrfach Schmierern zum Opfern fiel. Zudem lockten die offenen Kanalrohre Drogenkonsumenten an. Deshalb entschloss sich der Lippeverband, dem die Kuhbach-Kunst gehört, im vergangenen Herbst, die Öffnungen zuzumauern. Das allerdings ist nicht nur kein schöner Anblick, sondern lockten auch immer wieder Schmierer an. Und die sprühten nicht nur, sondern ritzen auch Sprüche in den Beton.

Graffiti-Künstler verschönert die zugemauerten Betonröhren

Im Sommer 2015 hatte Gianni Foitzik mit Jugendlichen aus Bergkamen und Wieliczka das Kunstwerk neu gestaltet. © Stefan Milk


Tierische Motive

Diese Spuren will Foitzik jetzt beseitigen. Und er will die Frontseiten der zugemauerten Röhren künstlerisch gestalten. Bei der Motivwahl orientiert sich Foitzik an der Gestaltung der Röhren. Bei dem Workshop vor fast fünf Jahren hatte er zusammen mit den Jugendlichen Tiere wie einen Adler und einen Hai aufgesprüht. Außerdem will Foitzik die Röhrenverschlüsse ästhetisch aufwerten. Mit optischen Tricks will er den Eindruck erwecken, dass man durch die Röhren hindurchblicken kann: „Dafür verwende ich Elemente, wie man sie von einer 3-D-Tapete kennt“, sagt der Künstler. Er hofft, dass seine Arbeit weitere Schmierereien verhindert.

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Jüngere halten sich nicht an Ehrenkodex

Eigentlich gilt in der Graffiti-Szene eine Art Ehrenkodex, nach dem künstlerisch gestaltete Flächen für weitere Sprühereien tabu sind. „Aber da halten sich auch nicht mehr alle dran“, sagt Foitzik. Insbesondere die jüngere Generation nehme nicht immer Rücksicht auf das Werk anderer. Immerhin haben die Mauern, die die Röhren verschließen, offenbar ihr Ziel erreicht. Der Lippeverband hatte sie initiiert, nachdem sich Anwohner beklagt hatten, dass Drogenkonsumenten die Röhren als Treffpunkt nutzen. Es wurden wohl auch gebrauchte Spritzen gefunden. Zuletzt seien ihr in dieser Hinsicht aber keine Beschwerden mehr zu Ohren gekommen, sagt die Pressesprecherin des Lippeverbandes, Anne-Kathrin Lappe, auf Nachfrage. Künstler Foitzik bestätigte diesen Eindruck: „Die Nachbarn sagen, dass es ruhiger geworden ist.“

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