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Frauen vernetzen Wissen und Kompetenz mit Struktur

Netzwerk wächst

Der Wunsch, der alle 19 Mitglieder im Team des Bergkamener Mädchen- und Frauennnetzwerkes eint: Gemeinsam etwas für Frauen und Mädchen zu tun. Doch anfangs fehlte ein wenig Struktur.

Bergkamen

von Susanne Brzuska

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Frauen vernetzen Wissen und Kompetenz mit Struktur

Mit einer Flash-Mob-Aktion machen Mitglieder des Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerkes im März 2015 auf dem Bergkamener Wochenmarkt auf den „Equal Pay Day“ aufmerksam. © Stefan Milk

Sie möchten Frauen Hilfestellung auf unterschiedlichen Ebenen bieten, sie mitnehmen und begleiten. Für Gleichberechtigung auf politischer, gesellschaftlicher und privater Ebene. Vor mehr als 20 Jahren ist daraus ein Netzwerk aus überwiegend hauptamtlichen Beraterinnen entstanden, das sich für die Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in Bergkamen und Umgebung stark macht. Und sich nach den Anfangsjahren im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal selbst strukturieren musste.

„Wir waren anfangs eine lockere Gruppe, haben dann aber festgestellt, dass wir uns strukturieren müssen, um effektiver arbeiten zu können“, erinnert sich Margarete Hackmann (Familiäre Kinder- und Tagesbetreuung), die neben der Gleichstellungsbeauftragten Martina Bierkämper, Gabriele Scholz (Schulsozialarbeit) und Andrea Brinkmann (Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Städte Kamen und Bergkamen) zum 2005 gegründeten Strukturteam gehört.

Frauen vernetzen Wissen und Kompetenz mit Struktur

Gabriele Scholz, Martina Bierkämper und Margarete Hackmann bilden gemeinsam mit Andrea Brinkmann (nicht auf dem Foto) das Strukturteam des Frauennetzwerkes. © Brzuska

Strukturteam steuert seit 2005

Schon allein, dass es seitdem zu den vierteljährlichen Treffen in großer Runde eine Tagesordnung gebe, sei ein immenser Fortschritt gewesen: Denn dann sind es in der Regel nur zwei Stunden, die den Vertreterinnen aus mittlerweile 19 Beratungseinrichtungen bleiben, während der sie Neues planen und festzurren. „Wir haben irgendwann gemerkt, dass es, je mehr wir wurden, auf Dauer ein wenig unübersichtlich wurde und mit dem Strukturteam die Notbremse gezogen“, so Hackmann. „Wir wollten so unsere eigene Arbeit erleichtern, aber auch die Wege für unsere Kunden verkürzen.“

Kurze Wege für die Kundinnen

Bis dahin bestand das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitgliedern: „Es hatte alles noch nicht diese Verbindlichkeit, von der wir jetzt profitieren“, sagt die Bergkamener Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper.

Das Bergkamener Netzwerk ist in seiner Art einzigartig im Kreis Unna, mit ein Grund dafür, dass sowohl das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz mit Petra Landwehr und das Frauenforum angeschlossen sind. Im Laufe der Jahre hat sich vieles vereinfacht. „Mittlerweile ist es so, dass im Notfall ein kurzer Anruf genügt und wir schnell einen Termin bei der betreffenden Einrichtung erhalten“, sagt Martina Bierkämper. Die Mitglieder sind die Multiplikatorinnen und sorgen für die Vertretung von Frauenbelangen in ihren einzelnen Einrichtungen und durch gezielte Aktionen in der gesamten Stadt.

Frauen vernetzen Wissen und Kompetenz mit Struktur

Kabarettistin Simone Fleck kam im März 2014 zur Matinee anlässlich des Internationalen Frauentages, in diesem Jahr lädt Ruhrpottkomödiantin Karin Zimny zum „Dirndlalarm“. © Stefan Milk

Dirndlalarm zum internationalen Frauentag

Der 35. Internationale Frauentag am Sonntag, 10. März, steht unter dem Motto:„Im Grund(e) gesetz(t) - die Hälfte der Welt gehört uns“ und wird in Bergkamen an diesem Tag ab 10.30 Uhr mit einer Matinee im Treffpunkt gefeiert. Das Thema des diesjährigen Frauentagsfestes bezieht sich auf das 70. Jubiläum des Grundgesetzes in Deutschland.

Die formelle Gleichberechtigung für die Frauen wurde damals festgeschrieben – mit wenig durchgreifender Wirkung auf die Stellung der Frauen in der Gesellschaft, heißt es in der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Martina Bierkämper: „Weit weg von der gesellschaftlichen Gleichstellung ist beispielsweise immer noch der Anteil der Frauen in Führungspositionen (2017 bei 29 Prozent), die gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit (durchschnittlich 21 Prozent weniger als bei Männern) oder die hohe Zahl der Gewaltdelikte gegen Frauen. 82 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt waren in 2017 Frauen - in Zahlen 11.3965.“

Zahlen, die zeigen, wie wichtig es Jahr für Jahr ist, auf die Ungleichheit hinzuweisen und die die Forderung nach einer veränderten gesellschaftlichen Einstellung begründen. Sie werden während des Festes vom Frauentagsteam als Überraschung in spielerischer Form aufbereitet werden, kündigt Bierkämper an.

Neben der politischen Thematik und dem Hinweis auf die Jubiläen soll aber auch gelacht und gefeiert werden: „Dirndlalarm“ ist das Thema des Programms mit Karin Zimny: Die Ruhrpottkomödiantin will raus aus dem Pott, hängt aber am „Weißwurstäquator“ fest.

Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 3 Euro. Der Erlös des diesjährigen Frauentagsfest wird jeweils zur Hälfte dem Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk und dem Frauenforum im Kreis Unna für das Projekt „Mobile Wohnungshilfen der FrauenRäume“ zur Verfügung gestellt.

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