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Evakuierungen nach Brand in Turmarkaden

Feuerwehr-Großeinsatz

Großeinsatz für die Feuerwehr - und der erste für die neue Wehrführung: Der Qualm eines Feuers in den Bergkamener „Turmarkaden“ machte Probleme. Anwohner wurden vorübergehend evakuiert.

von Stephanie Tatenhorst

Bergkamen

, 10.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Evakuierungen nach Brand in Turmarkaden

Die Feuerwehr ist an den Turmarkaden im Einsatz. © Borys P. Sarad

Am Freitagmittag quoll dunkler Rauch aus den eigenlich leerstehenden „Turmarkaden“. Der Grund: Im Keller des Gebäudes war im Bereich des ehemaligen Walmart-Lagers ein Feuer ausgebrochen.

Über den Bereich der Warenanlieferung hatte sich die Feuerwehr einen ersten Zugang zum Gebäude verschafft und mehrere Trupps unter Atemschutz machten sich auf die Suche nach dem Brandherd. In dem weitläufigen und verwinkelten Gebäude kein leichtes Unterfangen, zumal die Keller des einstigen Einkaufszentrums mit den Kellern der Nachbarschaft verbunden sind.

Sämtliche Kräfte der Bergkamener Feuerwehr wurden daher zu den Turmarkaden gegenüber den Rathauses beordert, Teile der Töddinghauser Straße und der Hubert-Biernat-Straße mussten gesperrt werden.


Evakuierungen nach Brand in Turmarkaden

Die Feuerwehrleute mussten unter Atemschutz arbeiten. © Stephanie Tatenhorst


Feuerwehr Kamen sorgte für den Brandschutz in der restlichen Stadt

Um den Brandschutz in der übrigen Stadt sicherzustellen, wurde der Löschzug I der Freiwilligen Feuerwehr Kamen alarmiert, der am Busbahnhof Aufstellung nahm. Ebenso die Komponente Atemschutz, damit alle Einsatzkräfte über ein ausreichendes Maß an Atemschutzgeräten verfügten.

Das Ausmaß des Feuers stellte die Feuerwehrleute dann zwar vor nicht allzu große Herausforderungen, doch sein giftiger Qualm machte ihnen dafür umso mehr zu schaffen.

„Wir können den Rauch beim Entlüften nicht so lenken, wie wir das wollen. In diesem verwinkelten Keller sucht sich der Qualm durch jede Ritze seinen eigenen Weg“, erklärte Wehrführer Dirk Kemke, bei dem die Einsatzleitung lag. Der Rauch zog so auch in die beiden benachbarten Wohn-Hochhäuser Töddinghauser Straße 135 und 137. Lange dauerte es da nicht, bis in den Wohnungen die ersten Brandmelder auslösten.

Evakuierungen nach Brand in Turmarkaden

Die Einsatzleitung um Wehrführer Dirk Kemk (3.v.r.) © Stephanie Tatenhorst

Beide Hochhäuser mussten evakuiert werden

Die Feuerwehr entschied, zuerst das Haus Nummer 137 zu evakuieren. Als Anlaufstelle und für die Betreuung der Bewohner wurde der Ratssaal geöffnet und das Betreuungsteam des Deutschen Roten Kreuzes angefordert. „Feuer aus“ war schon längst vermeldet, da gab Kemke auch noch die Anweisung, die Hochhaushälfte mit der Nummer 135 zu evakuieren, weil auch der entfernter liegende Gebäudeteil vom Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden war.

In beiden Häusern waren insgesamt 95 Bewohner gemeldet. Wie viele am Freitagmittag zu Hause waren, hatte die Feuerwehr im Vorfeld nicht abschätzen können. 17 nutzten am Ende das Angebot der Betreuungsstelle, ein Großteil suchte jedoch andere Orte auf.

Die meisten Bewohner hatten die Anweisungen der Feuerwehrleute auch umgehend befolgt, lediglich ein Mann musste mit der Unterstützung von Polizeibeamten davon überzeugt werden, seine Wohnung zu verlassen. Auch größere gesundheitliche Probleme erschwerten die Evakuierung nicht, so dass für die anwesenden Notärzte und Sanitäter kein Handlungsbedarf bestand.

Neben dem großen Einsatzleitwagen und dem Fernmeldeteam der Feuerwehr war auch Kreisbrandmeister Thomas Heckmann zur Einsatzstelle gekommen, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Wenn Kräfte aus anderen Städten oder überörtliche Hilfen angefordert werden, eine gängige Praxis.

Gegen 17 Uhr konnte Einsatzleiter Dirk Kemke dann das Ende des Einsatzes vermelden. Alles belüftet, gemessen und aufgeräumt worden. Auch die Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. „Die GSW prüft jetzt nur noch, welchen Schaden das Feuer an den Versorgungsleitungen hinterlassen hat“, sagte Kemke, der mit dem Verlauf des Einsatzes aus Sicht der Feuerwehr zufrieden ist.

Wieso der Unrat im Keller der Turmarkaden in Brand geraten konnte, muss nun die Polizei abschließend klären. Der Verdacht einer Brandstiftung liegt nahe.

Video
Feuerwehr-Einsatz in den Turmarkaden in Bergkamen

Aus Turmarkaden soll Bergkamen-Galerie werden

Der Standort der ehemaligen „Turmarkaden“ wird derzeit überplant. Dort soll mit der „Bergkamen-Galerie“ ein neues Einkaufszentrum entstehen. Der Eigentümer, die Interra AG, hat inzwischen einen Abrissantrag gestellt und rechnet bis zum Sommer mit der notwendigen Genehmigung. Vor einigen Wochen erklärte der Geschäftsführer, dass er davon ausgehe, dass die Abriss- und Vorbereitungsarbeiten noch im Jahr 2019 erledigt seien und der Neubau im ersten Quartal 2020 beginnen könne. 2022 könnte die neue Galerie dann eröffnen.

Evakuierungen nach Brand in Turmarkaden

Die Feuerwehr ist an den Turmarkaden in Einsatz. Das dahinter liegende Hochhaus wurde evakuiert. © Borys Sarad

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