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Einsatz mit Hindernissen: Feuerwehr Bergkamen rettet Entenmama und ihre Küken

dzTierische Rettungsaktion

Eine Entenfamilie verirrt sich in einem Bergkamener Wohngebiet. Fast zwei Stunden hat die Rettungsaktion der Feuerwehr gedauert. Bei der Rettung gab es einige Zwischenfälle

18.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Feuerwehrmänner lernen in ihrer Ausbildung, wie sie Brände löschen. Worauf sie nicht vorbereitet werden, sind Einsätze, wie sie die Löscheinheit Overberge am Mittwochabend hatte. Statt Feuer löschen stand Entenrettung auf dem Programm.

Um 20.18 Uhr ging der Alarm bei der Wehr ein. Im Bereich Werner Straße in der Nähe der Tankstelle hatten Anwohner eine Entenfamilie entdeckt, die sich verlaufen hatte. Die Entenmutter watschelte mit ihren Küken durch einen Garten.

Entenküken verschwindet im Kanal

Vor Ort haben die Männer festgestellt, dass es ein weiteres Problem gibt. Ein Küken war in die Kanalisation gefallen und durch ein Oberflächenentwässerungsrohr bis zum Hausanschluss gelaufen. „Es war komplett weg“, sagt Dirk Kemke, Leiter der Feuerwehr. Den fünf Feuerwehrmännern vor Ort fehlten zunächst die Ideen – durch die kleinen Öffnungen konnten sie nichts sehen, geschweige denn hineingreifen. Sie überlegten, das Küken mithilfe einer Spiegelkamera zu finden. Doch das war nicht nötig – dank Entenmama. Ihren Lockrufen folgend, watschelte das kleine Küken nach einiger Zeit von alleine wieder heraus. Als alle wieder beisammen waren, wollten die Feuerwehrmänner die Familie sicher aus dem Wohngebiet befördern. „Wie haben vermutet, dass sie das nicht alleine hinkriegen“, so Kemke.

Entenmutter fliegt weg und lässt Küken bei der Feuerwehr zurück

Darauf hatte die Entenmutter wohl keine Lust und flog kurzerhand zur nahegelegenen Mergelkuhle. Ihre Küken ließ sie in der Obhut der Feuerwehrmänner zurück. „Alle waren eingefangen und die Mutter war weg“, so Kemke. Die Männer trugen die Enten also in einem Eimer zur Mergelkuhle und setzten sie dort aus. Weil unklar war, ob die Mutter ihre Küken wiederfinden würde, warteten die Feuerwehrmänner 30 Minuten und beobachteten die Tiere aus der Ferne. „Man konnte die Mutter hören und die Hilferufe der Küken, aber sie haben nicht zueinander gefunden.“ Mit einer Wärmebildkamera – schließlich war es schon 22 Uhr – konnten die Männer schließlich beobachten, wie die Entenmutter sich ihrer Küken annahm. Der Einsatz war nach fast zwei Stunden beendet.

Einsatz mit Hindernissen: Feuerwehr Bergkamen rettet Entenmama und ihre Küken

Anwohner sichteten eine Entenfamilie, die sich in einem Wohngebiet verirrt hatte. © privat

Viele tierische Einsätze für die Feuerwehr Bergkamen

Die Entenrettung war kein Ausnahmefall für die Männer. Die Feuerwehr Bergkamen rettet laut Kemke häufig Tiere. So müssen die Kameraden regelmäßig Wild aus dem Kanal holen, weil die Tiere beim Versuch, ihn zu überqueren, nicht wieder herauskommen. Sie haben auch schon die eine oder andere Schlange aus Gärten geholt, die aus ihren Terrarien ausgebüchst waren – in diesem Jahr gab es noch keinen Schlangenalarm.

Auch eingeklemmte Katzen sind oft Grund für Einsätze – die oft kein schönes Ende haben. „Wenn Katzen in gekippten Fenstern feststecken, endet das für die Tiere meist tödlich“, sagt Kemke. Beim Versuch, sich zu befreien, ziehen sie sich oft so große Schäden zu, dass sie später eingeschläfert werden müssen. Werden sie schnell genug entdeckt, kann man sie noch retten.

In diesem Jahr gab es bereits zwei Katzen-Einsätze. Einer davon war recht dramatisch, mussten die Feuerwehrmänner doch eine Katze retten, die zwischen zwei Garagen eingeklemmt war. Die Männer bekamen das verletzte Tier zunächst nicht heraus und mussten schließlich ein Loch in eine Garagenwand stemmen. Das Tier hat überlebt.

Feuerwehr Bergkamen: Bei tierischen Einsätzen ist Improvisation gefragt

“In der Ausbildung lernen wir, Brände zu löschen“, sagt Dirk Kemke. Und doch kommt es oft vor, dass Feuerwehrmänner zu Tierrettern werden. Solche Einsätze seien oft heikel. „Dabei ist Improvisationstalent gefragt“, so Kemke. Die Männer wissen nicht, wie sich ein Tier verhalten wird, jeder Fall ist individuell. Die Bergkamener Wehr hat in jedem Fall schon reichlich Erfahrungen gesammelt: „In Sachen Tiere haben wir schon alles gehabt.“

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