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Drei Tenöre, drei Streicherinnen, ein Klavier und das Bergkamener Blasorchester als Vorgruppe – das war der Mix, der aus dem Klassik-Open-Air den gelungen Auftakt für den „Bergkamener Sommer“ machte.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Bergkamen

, 08.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Mit einem Klassik-Open-Air im XXL-Format, bei dem gleich zwei musikalische „Top Acts“ mit einem bunten Strauß an Melodien aus Opern, Operetten, Musicals und Filmmusik die Herzen der Klassik-Freunde höher schlagen ließen, startete der „Bergkamener Sommer“ in eine neue Runde. Zum ersten Mal standen die Musiker beim Klassik-Open-Air nicht mehr auf dem Zentrumsplatz auf der Bühne, sondern in einem mediterran anmutenden Ambiente auf dem Platz der Partnerstädte vor dem Rathaus.

Dass die Zuschauerreihen gleich von Beginn an gut gefüllt waren, hatte seinen Grund, denn schon in der ersten Hälfte des rund fünf Stunden langen Klassik-Abends sorgte das Blasorchester Bergkamen (BOB) mit einer Auswahl an klassisch aufbereiteten Ohrwürmern aus Disney-Filmen, wie „Mary Poppins“ oder „Dschungelbuch“, für beste Unterhaltung. Das nötige Hintergrundwissen steuerte die Bergkamener Sängerin und Musikerin Mona Lichtenhof bei, die für den ersten Teil des Abends die Moderation übernommen hatte.

Nach einem Ausflug in die bizarren Feuerberge von Lanzarote entführte das Orchester seine Zuhörer mit dem „Tanz der Stunden“ in die verrückte Welt des Musicals „Fantasia“, bevor es mit Auszügen aus „Carmen“ von Georges Bizet und der „Diebischen Elster“ des Belcanto-Komponisten Gioachino Antonio Rossini in die klangstarke Welt der französischen und italienischen Oper eintauchte. Am Ende wehte sogar ein Hauch britischer Monarchie über den Platz, als das Orchester die inoffizielle britische Nationalhymne „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar anstimmte.

Unterstützung am Klavier

Dreifacher Genuss am Bergkamener Rathaus

Ingrid Althoff am Flügel leistete künstlerische Schwerstarbeit. Sie begleitete jedes Stück.Sarad © Borys Sarad

Nach einer kurzen Pause wurde es festlich, denn dann betrat mit dem stets gut gelaunten Ausnahme-Tenor Stefan Lex – dem Anlass entsprechend mit Frack und weißer Fliege gekleidet – ein guter alter Bekannter der Bergkamener Klassikfreunde die Bühne. Für seine Unterstützung war wieder Ingrid Althoff am Klavier zuständig.

Mit dabei hatte sie drei Streicherinnen aus ihrem Ensemble „Pomp-A-Dur“. „Der Name Pomp-A-Dur ist ein Wortspiel und beschreibt ganz besonders den anspruchsvollen musikalischen Rahmen und genau die Tonart, in der sich die Damen am liebsten bewegen“, brachte es Stefan Lex auf den Punkt. Wie sich so etwas anhört, demonstrierten die Streicherinnen mit viel ungarischem Feuer und der wilden Zigeunerweise „Grastûno Bal“.

Für die stimmliche Unterstützung hatte Stefan Lex mit seinen Freunden Michael Kurz und Thomas Heyer zwei ebenfalls sonore und stimmgewaltige Tenor-Kollegen gewinnen können. Zusammen spannten die „Drei Tenöre“ den Bogen von den klassischen Arien, wie „Freunde, vernehmet die Geschichte“, in der man als einfacher Postillion noch eine Königin finden konnte, bis zu Liedern wie „Freunde, das Leben ist liebenswert“ von Lehar oder dem „Flotten Geist“ im Zigeunerbaron von Johann Strauss.

Zur Freude des Publikums bewiesen die drei Tenöre, dass sie nicht nur mit ihren Stimmen begeistern, sondern auch schauspielerisch in jede Rolle schlüpfen können. Besonders, als die ersten Sterne am Himmel auftauchten und aus dem Klassik-Open-Air ein Klassik-unter-Sternen wurde.

Mit einem Glas Rotwein in der Hand und einem beschwingten „‘O Sole Mio“ wurde dann schon mal um die Wette gesungen, die Seilbahn „Funicolare“ sauste plötzlich wieder den Vesuv hinauf und am Ende ging sogar die rote Sonne von Capri bei „Standing Ovations“ in der City von Bergkamen unter.

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