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Aus Sicht der L 821 n-Gegner spricht der ungeklärte Hochwasser-Schutz gegen einen Baubeginn für die umstrittene Straße. Straßen.NRW bleibt gelassen. Aber es sind wohl noch Fragen offen.

Bergkamen

, 04.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Im Gebiet zwischen dem Kuhbach und der Lünener Straße versickert das Wasser nur sehr schlecht, gibt Sebastian Felgenhauer aus der Bochumer Niederlassung von Straßen.NRW zu. Und genau dort soll die L 821n verlaufen, die Felgenhauer als Projektleiter verantwortet. „Für die Straßenbauer ist das eigentlich gut“, sagt Felgenhauer mit Blick auf die Bodenbeschaffenheit. Für den Hochwasserschutz eher nicht. Und der ist spätestens ein Thema, seitdem der Kuhbach beim Starkregen im September 2014 die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnte und es zu massiven Überschwemmungen kam.

Die Planer und die Gegner der L 821n befassen sich mit der Frage der Entwässerung

Am Kuhbach haben die Gegner der Straße ihre Spuren hinterlassen. © Marcel Drawe


Keine Brückenpfeiler im Bachbett

Felgenhauer kennt die Bedenken. Und er weiß, dass nicht nur die Straßenbau-Gegner genau hinschauen, sondern auch der Lippeverband und der Kreis Unna, der als Untere Gewässerbehörde für den Hochwasserschutz zuständig ist. Beide haben sich als „Träger öffentlicher Belange“ im Planfeststellungsverfahren geäußert und stehen auch weiter im Kontakt zu Straßen.NRW. „Dabei gibt es keine Probleme, die sich nicht durch einige Änderungen lösen ließen“, sagt Felgenhauer.

Und zumindest eine Forderung des Lippeverbandes kann aus seiner Sicht als erledigt gelten: „Es darf kein Pfeiler der geplanten Brücken im Lauf eines unserer Gewässer stehen“, sagt der Pressesprecher des Lippeverbandes, Ilias Abawi. Bereits bei einem Treffen im vergangenen Jahr habe Straßen.NRW nachgewiesen, dass die Pläne Brückenpfeiler am Ufer vorsehen, sagt Felgenhauer dazu.

Die Planer und die Gegner der L 821n befassen sich mit der Frage der Entwässerung

Die Befürworter der L 821n hatten zuletzt im Oktober demonstriert. Sie setzen darauf, dass Straßen.NRW seine Pläne wie angekündigt umsetzt. © Marcel Drawe


Wasser darf nicht in den Kuhbach fließen

Der Lippeverband hat aber noch eine Bedingung für die Zustimmung zum Straßenbau gestellt, deren Erfüllung zumindest mit einem nicht ganz geringen Aufwand verbunden ist: „Das Oberflächenwasser darf auf keinen Fall von der Straße in den Kuhbach fließen“, betont Abawi. Um das zu verhindern, setzt Straßen.NRW auf so genannte Rigolen. Das ist ein unterirdisches System, in dem das versickerte Wasser zunächst gespeichert wird, um dann nach und nach abzufließen. Die Rigolen, die mit Kies gefüllt sind, würden in die Gräben am Rand der Straße eingebaut, erläutert Felgenhauer. Zudem sollen die Deiche am Rande des Kuhbaches verhindern, dass das L 821-n-Abwasser direkt in den Flusslauf gelangt.

Der Kuhbach ist allerdings erst vom zweiten Bauabschnitt der L 821n tangiert, den Straßen.NRW im Jahr 2020 in Angriff nehmen will.

Die Planer und die Gegner der L 821n befassen sich mit der Frage der Entwässerung

Ungefährer Verlauf zwischen der Lünener Straße und der Erich-Ollenhauer-Straße


Gespräch mit der Wasserbehörde

Der Bau der Straße soll voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres an der Lünener Straße beginnen. Der erste Abschnitt wird bis zum dem Wirtschaftsweg reichen, der Oberaden mit dem Parkfriedhof verbindet. Und auch dabei spielt die Entwässerungsfrage eine zentrale Rolle. Um die ging es bei einem Gespräch, das Straßen.NRW vor kurzem mit der Unteren Wasserbehörde geführt hat. Und die hat klare Vorstellungen über den Ablauf des Oberflächenwassers von der neuen Landesstraße, wie Marten Brodersen vom Kreis Unna betont.

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Entwässerung in den Alkenbach

Das Wasser werde letztlich wohl in den Alkenbach fließen. Angesichts der Bodenbeschaffenheit und der Hochwassergefahr müsse aber gewährleistet sein, dass die Entwässerung der Straße reguliert von statten gehe und keine großen Mengen auf einen Schlag in den Bach gelangten, erläuterte Brodersen. Das von Straßen.NRW mit der Planung beauftragte Ingenieur-Büro sei der Überzeugung, dies technisch bewerkstelligen zu können: „Für die Entwässerung im ersten Bauabschnitt sehe ich keine grundlegenden Probleme“, sagte Brodersen

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Hochwasserschutz am Kuhbach

Bleibt die Frage des Hochwasserschutzes am Kuhbach. Nach dem Starkregen 2014 hat der Kreis Unna die Fläche, über die der zweite Teil der L 821n verlaufen soll, als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Im Planfeststellungsbeschluss, der 2015 rechtskräftig wurde, ist dies noch nicht berücksichtigt worden, wie Straßen.NRW-Projektleiter Felgenhauer zugibt.

Gleichwohl müssten diese Vorgaben bei den Planungen berücksichtigt werden, betonte Brodersen. Ob dazu der Planfeststellungsbeschluss noch einmal geändert werden müsse, müsse die zuständige Behörde entscheiden: Die Bezirksregierung Arnsberg.

Zuständig ist Arnsberg

Deren Pressesprecher, Christoph Söbbeler, konnte eine entsprechende Frage unserer Redaktion am Montag nicht beantworten, weil die mit der Angelegenheit befasste Mitarbeiterin nicht im Hause war. Allerdings hat sich bis Arnsberg herumgesprochen, dass in Bergkamen über die L 821n und die Entwässerung diskutiert wird: „Die Sachlage ist bei uns bekannt“, sagte Söbbeler.

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