Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Gründerin des Bergkamener Tagesmüttervereins blickt zurück

Kinderbetreuung

Dass Eltern ihr Kind zu einer Tagesmutter bringen, ist in Bergkamen längst selbstverständlich. Das ist das Verdienst des Tagesmüttervereins und seiner Gründungsvorsitzenden Elke Middendorf, die sich jetzt zurückzieht.

Bergkamen

, 28.06.2018 / Lesedauer: 3 min
Die Gründerin des Bergkamener Tagesmüttervereins blickt zurück

Elke Middendorf hat vor 21 Jahren den Tagesmütterverein mitgegründet und ihn bis 2015 als Vorsitzende geführt. Bis zum Mittwochabend saß sie noch im Vorstand, aus dem sie sich jetzt zurückgezogen hat. Milk © Stefan Milk

Elke Middendorf kennt sich mit Kinderbetreuung aus. Und das nicht nur, weil sie selber vier Kinder großgezogen hat. Zahlreiche Bergkamener Familien verdanken Middendorf und ihren Mitstreiterinnen eine qualifizierte Betreuungsmöglichkeit für ihren Nachwuchs – auch wenn sie ihn nicht in den Kindergarten schicken können oder wollen.

Elke Middendorf gehört zu den Gründerinnen des Vereins „Familiäre Kindertagesbetreuung“, auch bekannt als Tagesmütterverein. Bis 2015 führte sie ihn als Vorsitzende und war seitdem als stellvertretende Vorsitzende aktiv. Bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend zog sie sich aus dem Vorstand zurück und wurde gebührend verabschiedet.

„Ich weiß den Verein in guten Händen“, sagt Middendorf. Denn inzwischen können sich Eltern, die eine Betreuungsperson suchen, und Tagesmütter, die Kinder betreuen wollen, sich auf professionelle Strukturen verlassen. Die sind natürlich nicht von alleine entstanden. Die Wurzeln des Tagesmüttervereins liegen gewissermaßen im Wasserpark. Denn der ist das Ergebnis einer Arbeitsgemeinschaft, sie sich in der ersten Hälfte der 90er Jahren in der Friedenskirche gründete und die Pläne für eine Wohnbebauung auf der freien Fläche verhinderte. „Wir wollten, dass die Kinder dort Platz zum Spielen haben“, sagt Middendorf.

Als dieses Ziel erreicht war, fragten sich die Aktiven, welche Thema in Bergkamen noch auf den Nägeln brennt. „Und da kamen wir auf die Kinderbetreuung“, erinnert sich Middendorf. Denn berufstätige Eltern, insbesondere Mütter, hatten es damals schwer. In den meisten Kindergärten war um 12 Uhr Schluss. Zwar gab es bereits Tagesmütter. „Aber vieles war unstrukturiert“, sagt Middendorf im Rückblick. Am 1. Juli 1997 gründeten sie und ihre Mitstreiter den Verein im damaligen Haus Schmülling. Hilfe kam aus Städten, wo man mit der Kinderbetreuung schon etwas weiter war: „Wir haben Unterstützung von den Tagesmüttervereinen Münster und Herne bekommen“, erzählt Middendorf. Die Kontakte bestehen bis heute.

Dem Vereinsvorstand war es von vorneherein wichtig, Tagesmütter nicht nur zu vermitteln, sondern auch zu qualifizieren. „Den ersten Kurs haben wir in der Thomaskirche in Overberge organisiert“, erinnert sich Middendorf. Dafür griffen die Vereinsgründer auf ihren Freundes- und Bekanntenkreis zurück und engagierten Juristen, Pädagogen und andere Fachleute als Referenten. Dank Kontakten zur Volkshochschule fand sich dann schnell ein institutioneller Bildungsträger, der die Tagesmütter-Kurse seitdem anbietet – als interkommunale Zusammenarbeit zwischen Bergkamen und Kamen.

Auch sonst professionalisierten sich die Strukturen. Aus einem Hinterzimmer am Nordberg wurden zunächst Büro-Räume an der Ebertstraße und später im Lüttke Holz, wo der Verein heute noch residiert. Beschäftigte er zunächst Kräfte aus Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die maximal ein Jahr blieben, hat der Verein inzwischen fest angestellte Mitarbeiter. „Das ist wichtig, damit die Ansprechpartner nicht ständig wechseln“, sagt Middendorf. Denn der Verein vermittelt nicht nur Tagesmütter an Eltern, sondern hält auch den Kontakt zu beiden Seiten und berät. Und kann in Konfliktfällen auch schon mal vermitteln.

Ein wichtiger Markstein für den Tagesmütterverein war das Jahr 2000. „Da haben wir einen Kooperationsvertrag mit dem Jugendamt unterzeichnet“, erinnert sich Middendorf. Seitdem ist der Verein ganz offiziell für die Kindertagespflege in Bergkamen zuständig. Und auch die Jugendarbeiter im Rathaus dürften das zu schätzen wissen: Ohne die Tagesmütter wäre der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in der Stadt nicht zu erfüllen. Insbesondere bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen spielen die Tagesmütter und ihr Verein eine zentrale Rolle.

Auch das weiß Middendorf aus eigener Erfahrung: Die Kinder sind längst erwachsen, aber inzwischen ist das erste Enkelkind da: „Es wird von einer Tagesmutter betreut.“

Lesen Sie jetzt