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Beim zweiten Mal gehen die Grabräuber noch brutaler vor

dzFriedhof Rünthe

Erneut haben Grabräuber den evangelischen Friedhof in Rünthe heimgesucht. Und diesmal haben sie noch übler gehaust, als bei ihrem ersten Raubzug am vergangenen Wochenende.

Rünthe

, 05.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf mindestens 37 Gräbern fehlt der Grabschmuck aus Metall. Diese Bilanz zog die Friedhofsverantwortliche der Martin-Luther-Gemeinde, Regina Wengelnik, nach einem Rundgang mit Friedhofsgärtner Ulrich Serafin am Dienstagvormittag. Und diesmal gingen die pietätlosen Kriminellen noch brutaler vor: „Sie haben sogar Metallplatten von Urnengräbern abgerissen“, sagte Wengelnik. Außerdem haben die Täter auch Lampen geraubt und dabei deren Gläser beschädigt, sodass an etlichen Stellen auf dem Friedhof Scherben liegen.

Gräber waren am Montag noch unversehrt

Wengelnik und Serafin sind sich sicher, dass die Grabräuber in der Nacht zu Montag noch einmal auf den Friedhof zurückgekehrt sind, um ihren Raubzug vom Wochenende fortzusetzen. Zwischen Freitagabend und Montagmorgen hatten die Unbekannten bereits 23 Gräber geplündert.

Die Rückkehr der Grabräuber hatte der Friedhofsgärtner am Dienstagmorgen beim Arbeitsbeginn festgestellt: Da fehlte auf einem relativ neuem Grab ein Metallkreuz. „Als wir am Montag auf dem Friedhof waren, war es auf jeden Fall noch da“, sagte Wengelnik.

Beim zweiten Mal gehen die Grabräuber noch brutaler vor

Die Grabräuber gingen ziemlich gewaltsam vor. © Stefan Milk

Grabräubereien jenseits der Bever

Nachdem Serafin erst einmal Verdacht geschöpft hatte, schaute er sich auf dem Friedhof gründlich um. Und machte dabei die erschreckende Entdeckung, dass die Räuber noch einmal zurückgekommen waren. „Am Wochenende haben sie vor allem Gräber geplündert, die am Hauptweg des Friedhofs liegen“, sagte Wengelnik. Diesmal schlugen sie auch in jenem Friedhofsareal westlich der Bever zu. Auch dort waren die Gräber am Montagnachmittag mit Sicherheit noch unversehrt.

Zu der Dreistigkeit der Wiederholungstäter fällt Wengelnik und den anderen Friedhofsverantwortlichen der Martin-Luther-Gemeinde nur sehr wenig ein. Daran, dass es dieselben Täter waren, die den Friedhof zwei Mal hinter einander heimsuchten, gibt es nur wenig Zweifel. „Die sind richtig systematisch vorgegangen“, sagte Wengelnik mit hörbarer Fassungslosigkeit.

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Den Tätern kommt es bei ihren Raubzügen vermutlich auf das Metall an, das sie einschmelzen und auf Schrottplätzen verkaufen. Für die Angehörigen der in den Gräber Bestatteten hingegen fällt weniger der materielle Verlust in Gewicht, als der Schmerz über das zerstöre Grab und die damit verbundene Erinnerung an einen geliebten Menschen. Dass die Grabräuber sich für ihre Taten verantworten müssen, erscheint eher unwahrscheinlich. Die Aufklärungsquote ist in solchen Fällen relativ gering.

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