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Die Bergkamener Theatermacher sind auf Stoffsuche

dzTheaterverein Overberge

Sommerzeit ist Lesezeit. Das gilt ganz besonders für Gerlinde Schlösser. Sie ist derzeit mit der Stückauswahl für die nächste Aufführung des Theatervereins Overberge beschäftigt.

Bergkamen

, 25.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die wird – wie gewohnt – im Januar im studio theater über die Bühne gehen. Doch diesmal gibt es einen ganz besonderen Anlass dafür: „Wir feiern 2019 unser 70. Jubiläum“, sagt Schlösser. Sie selbst ist schon seit 45 Jahren dabei. Und hat in dieser Zeit eine Menge Theaterstücke gelesen. Schlösser zählt zu dem relativ überschaubaren Kreis derjenigen, die die Vorauswahl für die Aufführungen treffen. „Wir schlagen zwei bis drei Stücke vor“, sagt Schlösser. Die endgültige Entscheidung treffen dann alle Ensemble-Mitglieder gemeinsam.

Das Repertoire aus dem Schlösser und ihre Mitstreiter auswählen können, ist auf den ersten Blick groß. Denn es gibt eine ganze Reihe von Theaterverlagen, die Stücke für Laienspiel-Gruppen veröffentlichen. Aber damit der Stoff für die Overberger in Frage kommt, muss er einige Kriterien erfüllen. Vor allem muss es eine gelungene Komödie sein. „Wenn wir beim Lesen nicht gelacht haben, dann legen wir das Stück gleich zur Seite“, sagt Schlösser. Und dann muss natürlich auch die Besetzung stimmen. Bühnenwerke mit drei bis vier Personen taugen für den Theaterverein ebenso wenig wie solche mit einer großen Haupt- und vielen kleinen Nebenrollen. Schließlich sollen die Spielanteile auf der Bühne einigermaßen gleichberechtigt verteilt sein. „Das will auch das Publikum“, weiß Schlösser aus langjähriger Erfahrung. Schließlich lebt so eine Aufführung des Theatervereins auch davon, dass die Menschen im Zuschauerraum die Akteure auf der Bühne als Nachbarn, Bekannte und Freunde kennen. Dass eine Figur allzu lange Monologe hält, ist allerdings auch tabu, erläutert Schlösser – das hält die Handlung nur auf: „Die Leute wollen temporeiche Stücke.“

Bei der Auswahl müssen Schlösser und die anderen Vor-Leser zudem auch die früheren Aufführungen im Kopf haben. „Wir wollen schon für ein wenig Abwechslung sorgen“, sagt die Frau, die seit vielen Jahren die Inszenierung der Overberger Theateraufführungen übernimmt. Zu ähnlich sollten die meist ziemlich turbulenten Themen der Stücke nicht sein. „Und es ist auch schön, wenn eines in geschlossenen Räumen und das nächste draußen spielt“, sagt Schlösser.

Noch hat sie sich nicht entschieden, was sie vorschlägt, vor ihr liegt auch noch eine ausgiebige Sommerlektüre. Spätestens, wenn der Theaterverein im August zu seinem traditionellen Sommerausflug aufbricht, sollte sich eine Stück-Auswahl abzeichnen. Und bevor die Schauspieler den Probenbetrieb aufnehmen können, müssen sie sich über den Rollenverteilung einigen. Doch die ergibt sich meist wie von selbst, sagt die erfahrene Theatermacherin Schlösser: „Wenn ich ein Stück lese, habe ich meist schon vor Augen, wer welche Figur spielen wird.“

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