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Den Einzugsbereich des Kuhbaches hat der Lippeverband bereits um rund 40 Hektar Fläche verringert. Nun machen sich Experten Gedanken darüber, wie sie der möglichen Wassermassen im Bach Herr werden können.

Bergkamen

, 26.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht das Pumpwerk Pantenweg in der Nähe der Realschule Oberaden. Das stieß beim Starkregen im September 2014 an seine Kapazitätsgrenzen. Eine Pumpleistung von 8200 Litern pro Sekunde reichte nicht, um die Wassermenge zu bewältigen. Hätte der Lippeverband nicht die Leistung des Pumpwerkes an der Bambergstraße gedrosselt, wären die Maschinen an der Pantenweg womöglich ausgefallen.

So eine Situation soll sich nach Möglichkeit nicht wiederholen.

Der Lippeverband will am Kuhbach in Bergkamen bauen

Das Pumpwerk am Pantenweg geriet beim Starregen im September 2014 an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Milk © Stefan Milk

Bauarbeiten in Overberge vor dem Ende

Als ersten Schritt hat der Lippeverband sein Pumpwerk an der Hansastraße in Overberge um- und ausgebaut. Es gibt dort inzwischen nicht nur ein größeres Regenrückhaltebecken, auch die Entwässerung hat sich verändert (wir berichteten). Das Wasser aus dem Ostteil von Overberge fließt nun zum Neustädter Bach und von dort über den Beverbach in die Lippe. Dadurch wird der Kuhbach entlastet, der nun bei starken Regenfällen nicht mehr so viel Wasser aufnehmen muss. Derzeit leitet noch eine provisorische Anlage das Wasser in Richtung Hamm. Doch die können bald abgebaut werden: Wie der Pressesprecher des Lippeverbandes, Michael Steinbach, auf Nachfrage berichtet, sollen die vier neuen Pumpen in Overberge spätestens im September in Betrieb gehen.

Derweil blicken die Lippeverbands-Planer bereits ein ganzes Stück den Kuhbach-Verlauf hinauf: zum Pantenweg. Das dortige Pumpwerk soll ebenfalls ausgebaut werden, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Damit im Fall der Fälle nicht so viel Wasser auf einmal durch den Kuhbach fließt, will der Verband zum einen ein neues, ziemlich großes Regenrückhaltebecken bauen: „Es wird ein Fassungsvermögen von 50.000 bis 60.000 Kubikmeter haben“, berichtet Steinbach.

Seinen Angaben zufolge soll sich das Becken in Fließrichtung vor dem Pumpwerk befinden. Allzu viel steht dem Beckenbau nicht mehr im Wege, versichert der Sprecher: „Die Fragen des Grunderwerbs haben wir bereits geklärt.“

Zugleich will der Verband die Pumpleistung der Anlage erhöhen. Und da rechnen die Experten noch. Denn sie hätten erst vor kurzem die dafür notwendigen Daten erhalten. Um zu wissen, wie viel Wasser in das Pumpwerk fließen kann, müssen sie die Leistungsfähigkeit der Kanalisation im Kuhbach-Einzugsgebiet kennen. Die gehört der Stadt. So schwer sollte es also nicht sein, die notwendigen Daten zu ermitteln. Wer das meint, macht allerdings die Rechnung ohne den Bergbau.

Der Lippeverband will am Kuhbach in Bergkamen bauen

ie Bauarbeiten am Pumpwerk Hansastraße sind fast abgeschlossen. Milk © Stefan Milk

Daten zum Kanalnetz

Durch die Bergsenkungen der vergangenen Jahrzehnte habe es massive Veränderungen im Kanalnetz gegeben, erläutert Steinbach. Und die zu ermitteln, sei ziemlich aufwendig gewesen, sagt er.

Nun aber liegen die Daten vor und die Planer können ihr Aufgaben erledigen. Auf einen Zeitplan für die Bauarbeiten am Pantenweg will sich Steinbach lieber nicht festlegen. Und er will auch keine Garantie dafür übernehmen, dass es nach Fertigstellung der neuen Anlage nie wieder zu Überschwemmungen kommt. Eine Situation wie im September 2014 würde das Pumpwerk dann wohl bewältigen, meint er: „Aber wenn der Starkregen noch heftiger ausfällt, stößt es irgendwann auch wieder an seine Kapazitätsgrenzen.“

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