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Crash-Kurs-Team des Kreises sucht Nachwuchs

Prävention

Das Unfall-Präventionsprojekt „Crashkurs NRW“ konfrontiert Schüler mit der krassen Wirklichkeit. Mit Bildern von zertrümmerten Autos, Straßenkreuzen und Geschichten.

Bergkamen

, 01.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Crash-Kurs-Team des Kreises sucht Nachwuchs

Ludger Happel, Dietmar Luft, Anja Wagner, Dirk Hasse, Willi Wohlfeil und Bernd Deiting vom Crashkurs-Team des Kreises Unna mit Polizeisprecher Thomas Röwekamp (vl). Milk © Stefan Milk

Geschichten, die Personen erzählen, die dabei waren, wenn junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren auf der Straße ihr Leben verloren. Weil sie während der Fahrt aufs Handy schauten, zu schnell oder alkoholisiert unterwegs waren. 14 mal im Jahr ist das Crash-Kurs-Team des Kreises Unna in Schulen bei Zehnt- und Elftklässlern, erzählen Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr ihre ganz persönliche Geschichte. Weil sie daneben standen, als ein junger Mensch nur noch tot geborgen werden oder aber weil sie die traurige Nachricht den Angehörigen überringen mussten. Und das Präventionsprojekt, das seit 2012 im Kreis Unna angeboten wird, zeigt Wirkung. „Wir können sagen, dass unter den jugendlichen Opfern, die in letzter Zeit in schwere Verkehrsunfälle verwickelt waren, keines war, das an einem Crash-Kurs teilgenommen hat“, sagt Anja Wagner, Direktionsleiterin der Polizei im Kreis Unna.

Die Veranstaltungen, die das Team, das neben den Mitarbeitern der Polizei aus 14 Ehrenamtlichen besteht, anbietet, sind anders als andere. „Wir können sie fangen“, sagt Dietmar Luft, Feuerwehrchef in Bergkamen. Im positiven Sinne. Während der Vorträge ist es still, so still, wie Schüler heutzutage angeblich gar nicht mehr sein können. Sie hören zu. Sind erschüttert, erschreckt und nachdenklich. Es ist nicht selten, dass einige den Raum verlassen, weil das, was sie hören, sie zu sehr bewegt. Für diese Fälle stehen die Notfallseelsorger Willi Wohlfeil oder Bernd Deiting bereit. „Das Projekt lebt von den persönlichen Berichten der Blaulichtleute und der damit verbundenen Emotionalität“, sagt Anja Wagner. „Deshalb ist es wichtig, dass die Schüler entsprechend begleitet werden. Allerdings vermisse sie da manchmal das Engagement der Schulen. Wünschenswert wäre es, so Wagner, wenn diese im Unterricht das Thema auffangen würden. Entsprechende Mappen dazu hat die Polizei vorbereitet. Alle an diesem Projekt Beteiligten sind gleichberechtigt, nach jeder Veranstaltung gibt es eine gemeinsame Nachbereitung. Denn auch die, die auf der Bühne vor 300 Schülern persönlich Erlebtes erzählen, benötigen immer wieder diesen Austausch. Das, was sie erzählen, klingt nach. Bei den Schülern und eben auch bei den Einsatzkräften, die ihre Bilder im Kopf in Worte fassen.

Einer, der dazu gehört, ist Fahrlehrer und Feuerwehrmann Dirk Hasse. „Ich mache mit, weil es mich als Fahrlehrer erschrickt, was ich so oft sehe. Unter anderem Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, damit sie sicher ankommen und sich anschließend das Handy ans Ohr klatschen.“

Wer die Arbeit des Crashkurs-Teams unterstützen möchte, sollte als Einsatzkraft der Feuerwehr, als Notarzt, Sanitäter oder einer Hilfsorganisation einen tödlichen Unfall mit jungen Menschen erlebt haben und die Bereitschaft mitbringen, dies vor mehreren hundert Schülern zu erzählen. Informationen dazu gibt Ludger Happel von der Polizei in Unna unter Tel.: (02303) 9215250 oder Ludger.Happel@polizei.nrw.de

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