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Bergkamenerin bringt zum Heimaturlaub Produkte mit, die in Südafrika helfen

Hilfsprojekt in Südafrika

Eigentlich lebt die Bergkamenerin Sylke Funk in Südafrika, wo sie ein Hilfsprojekt für Jugendliche in einem Township betreibt. Beim Heimaturlaub hat sie nicht nur Informationen über die Hilfsarbeit im Gepäck.

Bergkamen

, 02.07.2018
Bergkamenerin bringt zum Heimaturlaub Produkte mit, die in Südafrika helfen

Sylke Funke lebt in Südafrika und betreut dort ein Hilfsprojekt, dass Jugendliche aus Jugendbanden von der Straße holen soll. Beim Heimatbesuch in Bergkamen präsentiert sie Produkte, die ihre Schützlinge in der Lern-Werkstatt hergestellt haben. Milk © Stefan Milk

Wenn Sylke Funk in Bergkamen und Umgebung unterwegs ist, sucht sie nicht nur Spender, sondern auch Geschäftspartner. Seit 2006 lebt die Bergkamenerin in Südafrika und hat dort das Hilfsprojekt „ubuntu 4 all“ gegründet. Das kümmert sich um eine schwierige Klientel: Jugendliche aus Jugendbanden, die für viele junge schwarze Südafrikaner die einzige Perspektive bedeuten.

Wenn Funk, wie derzeit, Heimaturlaub macht, nutzt sie die Gelegenheit, um ihr Projekt vorzustellen und um Spenden zu werben. Diesmal hat sie aber auch etwas im Gepäck, das sie vermarkten kann.

Denn um die Jugendlichen von der Straße zu holen, betreibt „ubuntu 4 all“ eine Lern-Werkstatt, in der sie praktische Erfahrungen sammeln können. Dort stellen sie zum Beispiel Beutel und Taschen aus Plastikabfällen, aber auch Handcremes und Nahrungsmittel wie getrocknetes Fleisch her. „Das ist total lecker“ , sagt Funk. Und in Südafrika finden die „unbuntu 4 all“-Produkte auch schon guten Absatz. Jetzt will Funk nach Europa exportieren. „In den Niederlanden haben wir bereits einen Sponsor, der die Sachen einführen will“, berichtet Funk. „Es wäre toll, wenn wir auch in Deutschland jemand finden würden.“

Dabei geht es natürlich nicht in erster Linie um das Geschäft, sondern um sinnvolle Hilfe für die Jugendlichen im südafrikanischen Township. „Mit denen will sonst niemand arbeiten“, sagt Funk. Denn häufig sind die Jugendlichen kriminell und verfügen über Gefängniserfahrung. Um so wichtiger sei es, ihnen ein Angebot für eine sinnvolle Beschäftigung zu machen.

Eine große Hilfe dabei sind auch junge Freiwillige aus Deutschland, die nach Südafrika kommen, um in dem Projekt zu arbeiten. „Das sind zum Beispiel Leute, die ein Freiwillige Soziales Jahr machen oder sich über die Organisation ,weltwärts‘ im Ausland engagieren“, berichtet Funk. Häufig sind das Abiturienten oder Uni-Absolventen, die vor dem Berufseinstieg noch andere Erfahrungen sammeln wollen. Sie verfügten deshalb nicht nur über Fachwissen, sondern sind auch in einem ähnlichen Alter wie die Südafrikaner, um die sich „ubuntu 4 all“ kümmert. Dadurch gehen sie auch ganz anders mit den Jugendlichen um, berichtet Funk.

Das beste Mittel, um die Jugendlichen vor dem Einfluss der Banden zu schützen, ist eine gute Schulbildung – und zwar möglichst schon für Kinder. Deshalb betreibt „ubuntu 4 all“ das Projekt „Little Isikolo“ („Kleine Schule“), das sich an Mädchen und Jungen richtet, die sich tagsüber auf der Straße herumtreiben, weil sie nicht zur Schule gehen. Sie laufen Gefahr, Missbrauch und Kriminalität zum Opfer zu fallen oder selbst für kriminelle Taten, etwa für Einbrüche rekrutiert zu werden.

„Little Isikolo“ bietet ihnen nicht nur einen sicheren Platz, sondern vermittelt ihnen auch Basiswissen wie Lesen und Schreiben. Zugleich gewöhnen die Kinder sich so an einen strukturieren Alltag. Zugleich versuchen die Helfer auch Kontakt zu den Eltern und zu Behörden aufnehmen, berichtet Funk. Denn das Ziel besteht darin, dass die Mädchen und Jungen nach Möglichkeit eine reguläre Schule besuchen: „Und in vielen Fällen gelingt das auch“.

Der deutsche Verein, der „ubuntu 4 all“ unterstützt, hat seinen Sitz in Bönen. Informationen gibt es unter www.wir-helfen-suedafrika.de Das Spendenkonto bei der Volksbank Bönen. IBAN: DE91 410 622 15 005 457 9901 BIC: GENODEM1BO1 Informationen für diejenigen, die sich als Freiwillige in Südafrika engagieren wollen gibt es unter www.ubuntuforafrica.com oder per E-Mail bei sylke.funk@ubuntuforafrica.com.