Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bergkamener begeht Sachbeschädigung mit der Spitzhacke

dzGericht

Wenn schon der eigene Verteidiger vor Gericht die Tat als dumm darstellt, tut der Angeklagte gut daran, die Anklage zu akzeptieren. Ein Bergkamener der mit einer Spitzhacke ein Wasserventil in einer Straße beschädigt hatte, kam dann auch mit Verspätung zu dieser Einsicht.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 13.07.2018

„Als Verteidiger konnte ich nicht verstehen, warum er das gemacht hat. Es ist eine schwachsinnige Aktion“, sprach ein Anwalt bei der Gerichtsverhandlung ganz offen über das, was sein Mandant getan hatte. Der Angeklagte gab zu, am 8. November vergangenen Jahres mit einer Spitzhacke eine Straßenabdeckung an seiner Wohnanschrift in Bergkamen heraus gehebelt und das gusseiserne Teil anschließend in seine Garage gestellt zu haben. Dafür war ihm wegen Sachbeschädigung ein Strafbefehl über 900 Euro zugegangen. Gegen diesen legte der Mann Einspruch ein. Vor einiger Zeit saß der 54-Jährige deshalb in dieser Sache auf der Anklagebank (wir berichteten). Damals hatten Nachbarn des Mannes von einem zerrütteten Verhältnis berichtet. Immer wieder würde der Bergkamener seine unmittelbaren Mitmenschen bedrohen und schikanieren. Bei der ersten Verhandlung konnte die Frage, ob es sich um eine Sachbeschädigung handelt, oder ob die Kappe problemlos wieder eingesetzt werden kann, nicht geklärt werden. Und so war zum Termin diesmal ein Mitarbeiter der Stadtwerke als Zeuge geladen – und war äußerst hilfreich. Zunächst erklärte er, dass die Kappe dazu diene, das Absperrventil einer Wasserleitung zu schützen. „Das Ventil muss immer zugänglich sein“, betonte der Experte. Das sei zum Beispiel bei einem Wasserrohrbruch wichtig. Momentan befinde sich jedoch Splitt an der Stelle der Kappe. Die Kappe an sich sei nicht beschädigt. Allerdings sei es auch nicht so einfach, wie wiedereinzusetzen: „Das muss eine Fachfirma machen.“ Vorher müsste noch geprüft werden, ob durch das unsachgemäße Entfernen andere Teile beschädigt wurden. Jedenfalls wäre alles ein großer Aufwand. Das beantwortete die Frage des Richters. Er sah, trotz nicht beschädigter Kappe aber veränderten Zustands der Gesamtanlage, eine Sachbeschädigung als erwiesen an. Und so gab er dem Angeklagten die Gelegenheit, über eine Rücknahme des Einspruchs gegen den Strafbefehl nachzudenken. Während einer Verhandlungspause machte der Verteidiger dem Angeklagte die Situation deutlich. Ergebnis: Der Kamener nahm den Einspruch zurück. Damit bleibt es bei der Geldstrafe von 900 Euro.

Schön, dass Sie sich für diesen Artikel interessieren.
Er ist Teil von HA+, dem neuen exklusiven Angebot des Hellweger Anzeigers.

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich,
schon können Sie weiterlesen.
Mit Google
Mit Amazon
Oder registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail:

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren AGBs und unserer Datenschutzerklärung einverstanden