Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bergkamener Fund reist nach Berlin

Ärchäologische Ausstellung

Über 1.000 herausragende archäologische Funde aus ganz Deutschland sind bald im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen: Beigaben, die in Bergkamen in einem Gräberfeld entdeckt wurden, reisen mit.

Bergkamen

11.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Bergkamener Fund reist nach Berlin

Diesen Spathagurt fanden Archäologen in einem Gräberfeld des heutigen Logistikparks an der A2.Privat © Stefan Brentf�hrer

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen die Sonderausstellung „Bewegte Zeiten“ über Archäologie in Deutschland vom 21. September bis zum 6. Januar 2019. Die Ausstellung ist Teil des Europäischen Kulturerbejahres. Die Exponate stammen von insgesamt 70 Leihgebern aus allen Bundesländern. So schickt auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hochkarätige Funde in die Berliner Ausstellung. In Münster werden die Exponate gerade reisefertig gemacht. Und die Funde aus Bergkamen sind ebenfalls dabei.

Gräberfeld entdeckt


Diese sind ein besonderes Zeugnis des Frühmittelalters in Westfalen. Hier wurden drei Bestattungen entdeckt, die Teil eines Gräberfelds aus dieser Zeit sind. In einem dieser Gräber wurde im 7. Jahrhundert ein Mann beigesetzt, dessen Leichnam mit vielen Beigaben versehen war. Solche Grabbeigaben geben Aufschluss über den Verstorbenen und seine gesellschaftliche wie auch kulturelle Umgebung.

Drei Kampfschilde

Im Falle des Grabes aus Bergkamen sind die Beigaben allerdings ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Gräbern aus der Region. Sie zeugen davon, dass der bestattete Mann offenbar Kontakte weit über Westfalen hinaus besaß. So wurden ihm drei Kampfschilde mitgegeben - ein Brauch, der bislang nur aus Gräbern in Mittelschweden bekannt ist. Die mit aufwendigen Tierdarstellungen versehenen Metallbeschläge seines Schwertgurtes deuten auf einen Kontakt in die Alpenregion.

Im Boden des Gewerbegebietes zwischen der Lünener Straße und der A2 fanden Archäologen im Sommer 2011 während der Bauarbeiten das Grab eines Kriegers, einer Frau und eines Kindes. Viel mehr können die Archäologen, die damals mit den Ausgrabungen beschäftigt waren, nicht erzählen.

„Bewegte Zeiten“


Aber so viel ist sicher: Bei dem unbekannten „Herrn von Bergkamen“, der im siebten Jahrhundert seine letzte Ruhestätte im heutigen Logistikpark gefunden hat, handelte es sich um einen höher gestellten Krieger. Das schließen die Experten aus den Waffen und Schmuckbeigaben, die sie in dem Grab entdeckten. Von dem Bestatteten gab es keine Knochenfunde. Warum er ausgerechnet in Bergkamen bestattet wurde, ist nicht bekannt: Es fehlen Hinweise auf eine Siedlung.

Die Ausstellung „Bewegte Zeiten“, die nun auch bald die Bergkamener Funde präsentieren wird, ist die erste Zusammenschau zur Archäologie in Deutschland seit 15 Jahren. Neu ist dieses Mal, dass sie nicht nach Epochen aufgestellt ist, sondern vier großen Themen folgt – Mobilität, kriegerische Auseinandersetzungen, Warenverkehr und Innovität.

Lesen Sie jetzt