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Bergkamener Feuerwehr muss in acht Minuten im Einsatz sein

dzBrandschutzbedarfsplan

Bergkamen ist die einzige Stadt mit um die 50.000 Einwohner, die keine Berufsfeuerwehr einrichten muss. Die Freiwillige Feuerwehr schafft es jedes Jahr aufs neue, die strengen Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans zu erfüllen.

Bergkamen

, 13.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Freiwillige Feuerwehr in Bergkamen reicht auch weiterhin aus, wenn die Feuerwehrleute es schaffen, die Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans einzuhalten, den der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Die Auflagen, die der Plan macht, sind streng: Die Feuerwehr muss in 85 Prozent aller Fälle spätestens acht Minuten nach der Alarmierung mit neun Leuten am Einsatzort sein. Nach spätestens weiteren fünf Minuten muss eine weitere Einheit mit mindestens sieben Leuten einsatzbereit vor Ort sein. Das gilt nicht nur am Wochenende oder abends, wenn die meisten Feuerwehrleute zu Hause sind, sondern auch tagsüber in der Woche – wenn viele zu ihrem Arbeitsplatz außerhalb der Stadt auspendeln. „Man muss zum Gerätehaus, ankommen, sich umziehen, ins Feuerwehrauto und da sein – und das alles innerhalb von acht Minuten“, machte die für die Feuerwehr zuständige Dezernentin Christine Busch deutlich. „Also ich würde das nicht schaffen.“

Bisher der „Mindestanspruch“

Für die Bergkamener Feuerwehrleute war das bisher aber kein Problem. Vor zwei Jahren schaffte sie sogar eine Quote von 100 Prozent, 2017 waren es 97 Prozent und der schlechteste Wert betrug 2016 88 Prozent. Da seien 85 nur so etwas wie ein „Mindestanspruch“, sagte Busch.

Wenn die Feuerwehr diesen Anspruch weiter erfüllt, bleibt Bergkamen die einzige Stadt dieser Größenordnung, die keine Berufsfeuerwehr einrichten muss. Eigentlich sind die Berufsfeuerwehrleute obligatorisch, damit zu jeder Tages- und Nachtzeit schnell genug ausreichend Helfer vor Ort sind. Die Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung gilt immer für fünf Jahre – allerdings mit einer jährlichen Berichtspflicht. Die letzte Genehmigung ist in diesem Jahr ausgelaufen. Busch ist aber sicher, dass Bergkamen auch für die nächsten fünf Jahre keine Berufsfeuerwehr braucht.

Drehleiter als Ersatz

Die Stadt hat mittlerweile auch dafür gesorgt, dass die Feuerwehr auch einsatzfähig bleibt, wenn sie in die Höhe gehen muss. Sie hat Ersatz für die Teleskopmastbühne besorgt, die beim Brand auf dem GWA-Wertstoffzentrum in Bönen schwer beschädigt worden ist. Die Drehleiter, die von einem Unternehmen ausgeliehen ist, steht bereits im Gerätehaus in Oberaden. Fahren darf die Feuerwehr sie allerdings noch nicht – sie bekommt erst eine Unterweisung. Das ist allerdings schon in den nächsten Tagen geplant. „Und dann sind wir wieder voll einsatzfähig“, sagt Busch.

Die Reparatur der Teleskopmastbühne dauert nach ihrer Einschätzung mindestens ein halbes Jahr. Zunächst soll ein Gutachter klären, ob eine Reparatur überhaupt möglich ist. Allein bis das Gutachten vorliegt, vergehen drei bis vier Monate.

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