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Die Volkskrankheit Demenz geht nicht nur Betroffene und Angehörige etwas an – sondern die gesamte Gesellschaft. Für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Erkrankten und Unterstützung für Angehörige macht sich das Bergkamener Netzwerk Demenz stark, unter anderem mit einer Aktionswoche im September.

Bergkamen

, 08.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Während der Aktionswoche vom 17. bis 21. September will das Bergkamener Netzwerk Demenz Betroffenen, Angehörigen und besonders auch interessierten Menschen die Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten in Bergkamen vorstellen. Gleichzeitig sind diese Tage eine gute Gelegenheit, um auch die breite Öffentlichkeit, die bislang noch nicht mit dieser Krankheit in Kontakt gekommen ist, für dieses Thema zu sensibilisieren. Die fünf Tage der Aktionswoche sind vollgepackt wie facettenreich. „Das zeigt ganz gut das Wesen des Netzwerks in all seiner Vielfalt“, sagt Beigeordnete Christine Busch bei der Vorstellung des Programms. Auf der einen Seite gebe es die Fachvorträge auf der anderen Seite den praktischen Teil unter anderem mit einem Tanztee im Haus Rünthe am Donnerstag oder das Salonmusikkonzert für Menschen mit Demenz zum Abschluss am Freitag.

Bergkamen widmet sich der Volkskrankheit Demenz

•Im vergangenen Jahr spielte das Bohème-Flötenquartett aus Dortmund Salonmusik „Von Mensch und Tier“ auf der Bühne des studio theaters, in diesem Jahr gibt es Klarinettenmusik. © Stefan Milk

Vielfältiges Thema

Das Thema Demenz ist weit vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint. Es ist nicht nur die tüdelige Oma, die plötzlich ihre Butter in den Fernsehschrank räumt und nur noch die immer selben redundanten Gespräche führen kann, bis sie irgendwann ihre Enkelkinder, dann ihre Kinder oder sogar ihren Partner nicht mehr erkennt. Demenz ist eine Krankheit, die mitten in der Gesellschaft wesentlich mehr Achtsamkeit verdient, als ihr zuteil wird. Demenz als Krankheit betrifft nämlich zum einen den Erkrankten selbst, mit einer vergleichbaren Schwere jedoch auch sein Umfeld. Das Vergessen ist nur ein Symptom der Krankheit, gleichsam kann es im Verlauf zu Wesensveränderungen führen bis hin zu Aggression. Das sind Entwicklungen, mit denen Angehörige, die oftmals lange Zeit alleine die Pflege übernehmen, konfrontiert sind. Das Bergkamener Netzwerk Demenz hat seine Arbeit daher auf mehrere Gleise gestellt. „Einer der Punkte ist es, der gesamten Gesellschaft zu erklären, was Demenz für eine Krankheit ist, was sie mit den Erkrankten macht und wie sie sich äußert“, erklärt Anne Kappelhoff vom Sprecherteam des Netzwerks. „Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, den Angehörigen Hilfeangebote nahezubringen und sie zu unterstützen, sei es bei der täglichen Pflege zu Hause oder auch bei der Suche nach einem Heimplatz“, sagt Ludger Moor. Er leitet das Awo-Seniorenzentrum in Bergkamen und gehört ebenfalls dem Sprecherteam des Netzwerks an. Es gilt dafür zu sensibilisieren, die Krankheit als solche zu erkennen und zu akzeptieren. Zwar gilt Demenz als Krankheit des Alters, doch es kommt auch vor, dass die Anfänge bereits bei jüngeren Menschen auftreten. „Es gibt ein Beispiel eines Ehepaar, die Frau war Anfang 40 als sie erkrankte“, berichtet Beigeordnete Christine Busch, die betont, wie wichtig es sei, sich nicht nur in der Aktionswoche mit dem Thema zu beschäftigen, sondern das ganz Jahr über.

Montag, 17. September

10 bis 16 Uhr: Eröffnung und Tag der offenen Tür im Comunitas Seniorenhaus Sophia, Lüttke Holz 26 -- 17.30 bis 18.30 Uhr: Vortrag von Apotheker Christian Weischede: „Medikation bei Alzheimer - neue Erkenntnisse der Pharmazie“ im Lesecafé der Stadtbibliothek Bergkamen, Am Stadtmarkt 1

Dienstag, 18. September

15 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der St. Elisabeth Kirche, Parkstraße 2 - im Anschluss gemeinsames Kaffeetrinken

Mittwoch, 19. September

10.30 bis 12 Uhr: Bewegungsangebot „Wer rastet, der rostet!“ im Haus am Nordberg, Albert-Einstein-Straße 2 -- 16 bis 17.30 Uhr: Vortrag der Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna: „Hilfen und Unterstützung bei Demenz“ im Haus am Nordberg, Albert-Einstein-Straße 2

Donnerstag, 20. September

9 bis 13 Uhr: Infostand „Demenz“ auf dem Wochenmarkt, Am Stadtmarkt 1 -- 14.30 Uhr Tanzen mit Alzheimer: „Lebenslust vergisst man nicht!“ im Seniorenglück Haus Rünthe, Rünther Straße 63-65

Freitag, 21. September

9 bis 11 Uhr: Alterssimulation und Demenzparcours im Awo Hermann-Görlitz-Seniorenzentrum, Marie-Juchacz-Straße 1 -- 16 bis 17 Uhr: Salonmusikkonzert des Ensembles „Clarinet Factory“ für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im studio theater Bergkamen, Albert-Schweiter-Straße 1, Einlass 15.15 Uhr (Rollstuhlfahrer bitte im Seniorenbüro der Stadt anmelden, die barrierefreien Plätze sind begrenzt Tel. (02307) 965 410
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