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Beim Fußball müssen die Bergkamener Väter im Tor bleiben

Familienzentrum Bodelschwinghhaus

Manchmal wollen Väter und Kinder unter sich bleiben. Deshalb waren bei der Aktion im Bergkamener Familienzentrum Bodelschwinghhaus ausnahmsweise Mütter nicht willkommen.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 02.07.2018 / Lesedauer: 3 min
Beim Fußball müssen die Bergkamener Väter im Tor bleiben

Die Vater-Kind-Aktion im Bodelschwinghhaus hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Milk © Stefan Milk

Wie würde es wohl aussehen, wenn die Fußballstars ihre eigenen Trikots gestalten dürften? Was den Profis verwehrt bleibt, bereitet den Kindern des „Evangelischen Familienzentrums am Bodelschwingh-Haus“ am Wochenende einen riesigen Spaß. Natürlich müssen die Trikots auch ausprobiert werden, unter einer Voraussetzung, meint der siebenjährige Justin: „Die Erwachsenen müssen im Tor bleiben!“

Die Zelte sind aufgebaut, die Bierbänke stehen bereit: Das Vater-Kind Wochenende kann beginnen. Bereits im vergangenen Jahr kamen die Väter zusammen, um fernab von Müttern, Großmüttern und Tanten mit ihren Kindern etwas mehr Zeit zu verbringen. Nun könnte man an patriarchalische Strukturen denken, gar Machogehabe. Doch die Realität sieht ganz anders aus, erklärt Michael Starke, Mitarbeiter des Familienzentrums und selber Vater: „Es ist leider so, dass viele der Väter aufgrund beruflicher Verpflichtungen nur wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen können.“

Und so haben sich einige Väter extra frei genommen, um zumindest an einem Wochenende ihren Kindern die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Eingeladen ist der gesamte Nachwuchs, also auch die Geschwister der Kindergartenkinder. Nicht mal ein Großbrand kann die Väter weglocken, zumindest nicht für lange. „Ich war heute schon kurz löschen“, berichtet Kevin Schimanski, der seine Löschgruppe beim Einsatz in Bönen unterstützt hat. „Sobald ich konnte, bin ich aber zurückgekommen.“

Das ist auch gut so, denn schließlich steht der Höhepunkt des Tages noch bevor. Bereits am Vorabend gab es Stockbrot und eine anschließende Nachtwanderung, nun dreht sich dann alles um Fußball. Die deutsche Mannschaft mag aus der Weltmeisterschaft ausgeschieden sein, mit einem Turniererfolg hatte hier aber sowieso niemand gerechnet. „Das ist der Fluch“, scherzen die Väter. „Dagegen kann sich niemand wehren!“ Macht auch nichts, denn selber Fußball spielen macht sowieso mehr Spaß als nur zuzuschauen.

Doch echte Fußballer brauchen natürlich auch Trikots. Die gestalten die Kinder selber. Scarlett ist sechs Jahre alt, sie hat sich auf ihrem Trikot selbst verewigt. Leider habe sie kein Foto von sich selbst, meint Scarlett, sonst hätte sich das auf die Schulter geklebt. Auch Justin hat sein Outfit schon fertig. Das habe er sich ganz alleine ausgedacht, verrät er, auch ein BVB-Logo auf der Brust darf natürlich nicht fehlen.

Für einige der Väter wäre es theoretisch das letzte Mal, dass sie an der Veranstaltung teilnehmen können, im Sommer werden ihre Kinder eingeschult. Deshalb überlegt Starke, das Angebot auch auf ehemalige Väter auszuweiten. „Das Feedback ist sehr positiv“, berichtet er. „Die Chancen stehen also gut, dass wir die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen.“

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