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Ausschuss will islamische Einrichtung zur Offenheit zwingen

Bildungszentrum Bergkamen

Das Jugendamt empfiehlt, das Bildungszentrum Bergkamen (BZB) als Träger der freien Jugendhilfe anzuerkennen. Der Politik möchte aber erst mehr über die islamische Einrichtung wissen.

Bergkamen

, 13.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Ausschuss will islamische Einrichtung zur Offenheit zwingen

Das BZB im ehemaligen Haus Rahenbrock an der Präsidentenstraße muss noch auf die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe warten. Der Jugendhilfeausschuss will, das sich die Einrichtung erst vorstellt. © Borys Sarad

Kaum ein Bergkamener dürfte das „Bildungszentrum Bergkamen“ (BZB) auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Rahenbrock an der Präsidentenstraße kennen. Die Einrichtung hat sich, seit sie existiert, nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Genau deshalb mochte sie der Jugendhilfeausschuss nicht auf Anhieb als „Träger der freien Jugendhilfe“ anerkennen. Durch die Anerkennung würde das BZB unter anderem von den Zuschüssen profitieren, die der Stadtjugendring an die Bergkamener Vereine ausschüttet, die in der Jugendarbeit aktiv sind.

Unbehagen im Ausschuss

„Diese Einrichtung ist für uns so etwas wie eine schwarze Box, deren Inhalt wir nicht kennen, aber über die wir jetzt entscheiden sollen“, fasste Thomas Heinzel (CDU) das Unbehagen der meisten Mitglieder im Ausschuss zusammen. Dabei bescheinigt das Jugendamt dem BZB eine einwandfreie Arbeit. Es kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien und versucht, ihre Bildungschancen zu verbessern. Es gibt eine Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe und individuelle Förderung, um Bildungschancen zu verbessern. Das Zentrum macht Sportangebote, organisiert Ausflüge und hat eine eigene Kinder- und Jugendbibliothek - alles klassische Angebote der Jugendhilfe.

Misstrauen wegen religiöser Untereisung

Was die Kommunalpolitiker jedoch misstrauisch macht: Zu den Aufgaben des BZB gehört auch die Unterweisung in islamischer Religion. Außerem gibt es eine Art Internat mit bis zu 20 Plätzen, von denen zurzeit zehn belegt sind. Sozialdezernenetin Christine Busch warb darum, das BZB als Jugendhilfeträger anzuerkennen. S versicherte, dass das Internat der strengen Prüfung durch das Landesjugendamt standgehalten hat. Außerdem betreffe die Anerkennung nicht die religiöse Unterweisung.

„Schlechtes Zeichen für die Integration“

Die Awo-Vorsitzende Karin Schäfer, die als Grundschullehrerin mehrfach Kontakt mit dm BZB hatte, warnte davor, der Einrichtung die Anerkennung zu verweigern. „Wenn wir Integration wollen, ist das ein ganz schlechtes Zeichen“, sagte sie. Sie bescheinigte dem Bildungszentrum, bei Kontakten offen und freundlich zu sein und eine gute Arbeit zu machen - zumindest so weit sie das beurteilen können.

Der Ausschuss beschloss auf Antrag von Karlheinz Chuleck, stellvertretender Vorsitzender des Stadtjugendrings, die Entscheidung auf die nächste Sitzung zu vertagen. Dann soll der Vorsitzende des Trägervereins, Ismail Göcen, das BZB vor dem Ausschuss vorstellen.

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