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Mutlos ins Verderben! BVB-Verantwortliche reagieren nach dem 0:5 geschockt

Lehrstunde in München

Lehrstunde, Debakel, Machtdemonstration der Bayern - beim 0:5 in der Allianz Arena erlebt der BVB einen rabenschwarzen Abend. Spieler und Verantwortliche sind geschockt.

Dortmund

, 07.04.2019 / Lesedauer: 4 min
Mutlos ins Verderben! BVB-Verantwortliche reagieren nach dem 0:5 geschockt

Einzig Roman Bürki zeigte beim 0:5-Debakel in München Normalform. © imago

„Wir waren dieser Konstellation mental heute nicht gewachsen.“ Dieser eine Satz von Sportdirektor Michael Zorc genügte, um das ganze Drama, das sich da zuvor in den 90 Minuten auf dem Rasen der Allianz Arena abgespielt hatte, treffend zu beschreiben. Zorc war enttäuscht wie alle, schwer gedemütigt und gezeichnet nach einer Partie, in der Borussia Dortmund doch zeigen wollte, dass man mit den Bayern auf Augenhöhe spielen kann. Doch davon waren sie an diesem Abend meilenweit entfernt.

Ein Klassenunterschied

Viel war in der Woche von dem Mut die Rede, den es braucht, um in München zu bestehen. Man wollte frech an diese Aufgabe herangehen, selbstbewusst, den Bayern auch aufzeigen, wie weh die Nadelstiche tun können, die der BVB mit seinem Umschaltspiel setzen kann. Davon blitzte nur einmal etwas auf, als Marco Reus den Pass in den Rücken der Abwehr spielte und Mahmoud Dahoud aus 16 Metern den Ball mit der Seite aufs Münchner Tor brachte. Vernehmlich klatschte er an den Außenpfosten, es war in der Anfangsphase die Riesenchance zum 1:0. Es sollte die einzige des Abends bleiben für einen bemitleidenswert chancenlosen BVB.

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Katerstimmung beim BVB am Tag nach dem 0:5

Auf dem Feld zeigte sich ein Klassenunterschied. Das vermeintliche Top-Spiel war diesmal keins, weil nur eine der beiden Mannschaften ihre Klasse auf den Platz brachte. Hier war ein Team, das sich seiner Pflicht bewusst war, dort eins in den gelben Trikots, das zauderte, das nur hinterherlief, das Fehler wie eine Jugendmannschaft machte und mit einer Körpersprache agierte, die äußerst bedenklich war. Der Glaube, mindestens einen Punkt aus München mitnehmen zu können, fehlte eigentlich ab der ersten Minute. In allen Bereichen, meinte auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, sei die Borussia unterlegen gewesen. „Diesen Schuh müssen wir uns anziehen, dieser Kritik müssen wir uns stellen.“

Favre greift personell voll daneben

Wie ein Schwergewichts-Boxer nach einem Volltreffer taumelte Borussia Dortmund nach den frühen Gegentoren durch die 90 Minuten. Am Ende ging es nur um Schadensbegrenzung. Im Sog der haarsträubenden eigenen Fehler gingen alle mit unter. Nicht nur die jungen Spieler wie Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen oder Dan-Axel Zagadou waren hoffnungslos überfordert. Der Abgebrühtheit der Bayern hatten auch die Erfahrenen wie Axel Witsel oder Marco Reus wenig entgegenzusetzen.

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Bildergalerie

BVB-Training in Brackel am 7. April

Die Bilder des BVB-Trainings in Brackel am Tag nach dem 0:5 beim FC Bayern München.
07.04.2019
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Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Die Bilder des BVB-Trainings am 7. April.© Guido Kirchner
Schlagworte Fußball, Bundesliga

Auch der Trainer reihte sich ein. Wie immer wird es in dieser Woche eine Aufarbeitung des Wochenendes geben, diesmal wird es eine Sitzung ohne großen Spaß, in der sich auch Lucien Favre unangenehmen Fragen stellen muss. Favre griff personell daneben, als er den nach zweimonatiger Pause offensichtlich noch nicht bereiten Lukasz Piszczek ausgerechnet gegen den schnellen Kingsley Coman stellte. Auch die Maßnahme, Mario Götze für Mahmoud Dahoud zu opfern, um auf 4-3-3 umzustellen, schlug fehl. Er nahm Marco Reus auf der von ihm ungeliebten Stürmerposition quasi aus dem Spiel und korrigierte dann diesen Fehler auch noch viel zu spät. Es war Favres Versuch, Schwachstellen in den eigenen Reihen zu kaschieren, anstatt die der Bayern zu attackieren. Den Mut, den er von seinen Spielern verlangte, brachte er selbst nicht auf.

Kovac ist ein großer Gewinner

Über das 1:0 von Mats Hummels (10.) und Robert Lewandowskis 200. Liga-Tor nach dem Horror-Fehler von Zagadou (17.) spielten sich die Bayern in einen Rausch. 15:3 Torschüsse waren es zur Pause, allein Roman Bürki verhinderte ein noch größeres Debakel, als es das 0:4 zur Pause ohnehin schon war. Auch Javio Martinez (40.) und Serge Gnabry (43.) durften bei ihren Treffern schalten und walten, wie sie wollten. Nach der Pause verwalteten die Bayern den Vorsprung clever, Lewandowski machte auch noch das 5:0. „Ein tolles Spiel“ hatte Niko Kovac gesehen, gar „eine sensationelle erste Häfte.“ Der Bayern-Trainer war auch ein großer Gewinner dieses Abends.

Video
Die RN-Analyse zum 0:5 des BVB in München

Selten zuvor, meinte Thomas Müller, sei so viel Energie zu spüren gewesen in der Münchner Arena. Sie trieb allerdings nur eine Mannschaft an. Die andere war überfordert. „Hummels, Thiago und Lewandowski“, meinte Watzke, „die wissen, wie man mit so einer Situation umgehen muss.“ Für seine Spieler sei es eine „schmerzhafte Lehrstunde“ gewesen, die zum Lernprozess aber dazugehöre.

„Es ist noch nichts entschieden“

Es war unmöglich, nach dieser Demonstration der Bayern Zuversicht im Meisterschaftskampf zu verbreiten. Genau das aber sei die Aufgabe für die nächsten Tage, meinte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl. „Es ist noch nichts entschieden“, meinte er. „Aber wir müssen uns klar steigern. Und wir dürfen dieses Spiel nicht allzu lange mit uns herumschleppen.“

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