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Lucien Favres Plan im Topspiel ging nicht auf. Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc wollten die Aufstellung aber nicht als Grund für die 0:5-Klatsche des BVB gelten lassen. Ist das richtig?

Dortmund

, 08.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor allem der Verzicht auf Mario Götze und die Nominierung Mahmoud Dahouds überraschte. Marco Reus musste in der Spitze spielen. Favre selbst übernahm später Verantwortung: „Es hat nicht funktioniert“, sagte der BVB-Trainer. Watzke und Zorc wollten die Aufstellung allerdings nicht als Grund für die 0:5-Klatsche gelten lassen. „Wir müssen aufpassen, dass wir keine Alibis liefern. Die Aufstellung hat mit dem Ergebnis nichts zu tun“, sagte Watzke. Wir diskutieren:



Ist es richtig, die Aufstellung bei der Bewertung des München-Spiels aus der Schusslinie zu nehmen?




Ja, es ist richtig! - Grundlegende Elemente fehlten
Von Dirk Krampe

Marco Reus spielt ja lieber auf der Zehn, Mahmoud Dahoud ist eigentlich eher Achter. Also eigentlich kein Wunder, dass das in München nicht funktioniert hat. Doch so einfach ist es natürlich nicht.

Lucien Favres Personalentscheidungen sind diskutabel, doch sie sind keinesfalls die alleinige Erklärung für das Totalversagen aller. Die Schuld bei Favre abzuladen, würde den Spielern ein viel zu einfaches Alibi liefern. Und deshalb war es auch richtig von Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc, sich öffentlich vor den Trainer zu stellen und die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen. Dass in die angekündigte interne Analyse auch der Trainer mit einbezogen wird, schließt die öffentliche Rückendeckung ja nicht aus.

Es gab vieles, was beim BVB in München nicht funktioniert hat. Angefangen aber bei Elementen des Fußballspiels, die unabhängig von Taktik und Aufstellung da sein müssen und eine Grundvoraussetzung für Erfolg sind. Körpersprache, Athletik, Konzentration, Aggressivitität, diese Reihe lässt sich noch fortsetzen – und all das kann man auf den Rasen bringen, auch wenn man mal in ungewohnter Position auflaufen muss.

Favre hatte nicht seinen besten Tag. Der Plan, den er seiner Elf an die Hand gegeben hat, sei aber dennoch gut gewesen. Man habe es nur nicht geschafft, ihn umzusetzen, gab Marco Reus zu. Es lag an den Spielern, nicht an der Aufstellung.

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Nein, es ist falsch! - Das war nicht Favres Tag
Von Tobias Jöhren

Keine Antwort ist manchmal ja auch eine Antwort. Sebastian Kehl, wollte die BVB-Aufstellung in München nicht kommentieren. „Das ist nicht mein Thema“, sagte der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung auf die Frage, ob er von der Startelf überrascht gewesen sei. Auch die Frage, ob denn die richtigen Spieler auf den richtigen Positionen gespielt hätten, ließ der ehemalige BVB-Kapitän unbeantwortet. Dafür sei der Trainer der „richtige Ansprechpartner“.

Kehl vermied es, Lucien Favres Plan für das vermeintliche Topspiel, das am Ende zum Flopspiel wurde, öffentlich zu kritisieren, er vermied es allerdings auch, den Plan zu verteidigen. Dafür war er zu krachend und zu offensichtlich gescheitert.

Video
Die RN-Analyse zum 0:5 des BVB in München

Die BVB-Bosse hielten es anders. Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc stärkten Favre zumindest insoweit den Rücken, dass sie die Verantwortung in Richtung der Spieler schoben. Kritik an der Aufstellung sei der falsche Ansatz, hieß es unisono. Mentalität, Bereitschaft – das seien die Punkte, die es zu besprechen gelte. Watzke warnte vor falschen „Alibis“.

Das konnte man freilich so sehen, man konnte es aber auch anders bewerten. Denn Favre, der schon oft ein gutes Händchen bewiesen hat, griff dieses Mal sehr weit daneben. Die Spieler bekamen völlig zurecht ihr Fett weg, doch auch der Trainer hatte nicht seinen besten Tag erwischt – und das darf dann auch gesagt werden, wenn es zur Wahrheit gehört.

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