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BVB empfängt FSV: Ein Duell unter Freunden dank Mainzer Erfolgs-Gen

Zeitspiel

Den BVB und Mainz 05 verbindet ein besonderes Verhältnis. Verantwortlich dafür sind drei Charaktere, ein vierter will in ihre Fußstapfen treten. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 12.04.2019 / Lesedauer: 4 min
BVB empfängt FSV: Ein Duell unter Freunden dank Mainzer Erfolgs-Gen

Gehören zu den Großen ihrer Zunft: Jürgen Klopp (r.) und Thomas Tuchel. © imago

Wenn zentrale Spieler ihren Klub verlassen, um sich einem Liga-Konkurrenten anzuschließen, dann sorgt das im Fan-Lager des abgebenden Klubs oftmals für Frust. Und wenn diese Spieler dann auch noch zum Erfolgsfaktor für ihren neuen Verein werden, sind nicht nur Wehmut, Neid und Missgunst die Folge.

Schmerzliche Erfahrung: Wechsel befeuern die Rivalität

Nicht selten befeuern solche Wechsel auch die Rivalität zwischen zwei Vereinen. Das weiß man gerade als Anhänger von Borussia Dortmund aus schmerzlicher Erfahrung. Man denke nur an Mario Götze, Robert Lewandowski oder auch Mats Hummels.

BVB empfängt FSV: Ein Duell unter Freunden dank Mainzer Erfolgs-Gen

In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Die Fans aus Dortmund uns Mainz sind gut aufeinander zu sprechen. © imago

Dass es aber auch genau anders herum laufen kann, wird mal wieder an diesem Samstag rund um den Signal Iduna Park ersichtlich werden. Dann empfängt der BVB um 18.30 Uhr den FSV Mainz 05. Ein Duell, das sich seit Jahren eher anfühlt wie ein Spiel unter Freunden.

Stolz auf drei BVB-Charaktere mit Mainzer Vergangenheit

Verantwortlich dafür sind in erster Linie drei Charaktere, die in der Vergangenheit den Weg von Mainz nach Dortmund gegangen sind. Das Trio hat dem BVB ein gewisses Mainz-Gen eingepflanzt - und die schwarzgelbe Erfolgs-DNA im vergangenen Jahrzehnt maßgeblich mitgeprägt. Und genau darauf ist man in Mainz auch schlicht ein Stück weit stolz.


Charakter Nr. 1: Jürgen Klopp

Ohne Frage der Königstransfer der jüngeren BVB-Vergangenheit. Unvergessen bleiben die tränenreichen Szenen aufseiten der Mainzer beim Abschied ihres Urgesteins. 2008 verließ Kloppo schweren Herzens nach insgesamt 18 Jahren - erst als durchschnittlicher Zweitliga-Spieler, ab 2001 als Cheftrainer - seinen Herzensklub, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

BVB empfängt FSV: Ein Duell unter Freunden dank Mainzer Erfolgs-Gen

Jürgen Klopp verließ den FSV Mainz im Jahr 2008 unter Tränen. © imago

Seine Vorliebe für fransige Jeans und Drei-Tage-Bart ließen Klopp beim Hamburger SV durchs Raster fallen. Und so landete der Schwarzwälder in Dortmund und eroberte in seiner Menschenfänger-Manier die Herzen der Fans und Medien im Sturm.

Mit Pöhler-Kappe, flapsigen Sprüchen und ungezügelten Emotionen am Spielfeldrand führte er die Schwarzgelben aus den Niederungen der Fußball-Bundesliga zu zwei Deutschen Meisterschaften, einem DFB-Pokalsieg, ins Finale der Champions League 2013 - und etablierte den BVB langfristig als Herausforderer Nummer eins für den FC Bayern München.

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Nach sieben Jahren voller Erfolge bei Borussia Dortmund wurde Jürgen Klopp standesgemäß verabschiedet. © imago

Bis heute prägt die Ära Klopp, die nach zum Ende der Saison 2014/15 nach sieben Jahren endete, den Verein. Der Slogan „Echte Liebe“ wird auf unabsehbare Zeit mit dem derzeitigen Coach des FC Liverpool verbunden sein.



Charakter Nr. 2: Neven Subotic

Auch er prägte die Glanzzeiten der Ära Klopp beim BVB maßgeblich mit. Kam zusammen mit Klopp im Sommer 2008 nach zwei Jahren beim FSV Mainz zur Borussia. Avancierte in der Innenverteidigung im „Kinder-Riegel“ an der Seite des jungen Mats Hummels direkt zum Stammspieler.

BVB empfängt FSV: Ein Duell unter Freunden dank Mainzer Erfolgs-Gen

Kam zusammen mit Jürgen Klopp aus Mainz nach Dortmund: Verteidiger Neven Subotic (l.). © imago

Subotic ist ein Profi der anderen Art. In Dortmund hatte er spätestens nach der gewonnen Meisterschaft im Jahr 2011 Kultstatus, als er im Anschluss an den entscheidenden 2:0-Sieg gegen Nürnberg im Dortmunder Kreuzviertel auf sein Autodach stieg um spontan mit den jubelnden BVB-Fans den Titel zu besingen.

Sein soziales Engagement bringt ihm bis heute viele Sympathie-Punkte ein. Mit der Neven-Subotic-Stiftung baut er seit Jahren Brunnen in Afrika, kämpft für sauberes Trinkwasser - und wälzte in Dortmund zwischen den Trainingseinheiten deshalb auch schonmal Fachbücher über Wasserpumpen-Technologie.



Charakter Nr. 3: Thomas Tuchel

Ab 2009 Cheftrainer der Mainzer, teilte dem Verein nach fünf Jahren mit, für die Saison 2014/15 nicht mehr als Coach zur Verfügung zu stehen. Trotz Qualifikation der Mainzer für die Europa League und trotz laufenden Vertrages. So sorgte sein Abgang für einige Irritationen.

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Thomas Tuchel (l.) als Mainz-Trainer und sein Vorgänger Jürgen Klopp bei einer Pressekonferenz im Jahr 2010. © imago

Nach einem Sabbatjahr trat er in Dortmund im Sommer 2015 Klopps Nachfolge an. Auch hier war er aus fußballerischer Sicht erfolgreich. Holte 2017 den DFB-Pokal, musste danach trotzdem seinen Hut nehmen - auch aufgrund des berühmten „Dissens“ mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

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Hatten nicht das beste Verhältnis: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (l.) und Thomas Tuchel. © imago

So blieb Tuchel beim BVB als unbestrittener Fußball-Fachmann, der den erfolgreichen Fußball der Klopp-Ära weiterentwickelt hat, aber auch als äußert schwieriger Charakter im Gedächtnis. An seinem Abgang scheiden sich bis heute die Geister: Viele Fans sind froh, dass der im Vergleich zu Klopp kühle Eigenbrötler wieder weg ist. Viele andere schütteln in Richtung Vereinsführung aber bis heute den Kopf, wie man so einen Erfolgstrainer nur ziehen lassen konnte.

Der nächste Mainzer Charakter steht schon bereit

Klopp, Subotic, Tuchel - drei Namen, die beim BVB langfristig Spuren hinterlassen haben. Und darüber hinaus. Klopp und Tuchel gehören mittlerweile weltweit zu den zehn ganz Großen ihrer Zunft, heuerten bei den Weltklubs FC Liverpool und Paris St. Germain an. Und es gibt schon einen nächsten Mainzer, der sich anschickt, beim BVB eine große Nummer zu werden.

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Duellierten sich zuletzt in der Champions League: Thomas Tuchel (l.) als Trainer von Paris St. Germain und Jürgen Klopp mit seinem FC Liverpool. © imago

Abdou Diallo kam vor der Saison für 28 Millionen Euro zu den Schwarzgelben. Auch der junge Verteidiger mit seinen gerade einmal 22 Jahren könnte, wie einst Subotic, eine Ära beim BVB mitprägen. Und eines steht dabei fest: Dem Stolz der Mainzer auf ihre Eigengewächse würde das sicherlich erneut kein Abbruch tun.

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