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In Nürnberg steht für den BVB das wohl einzige Montagsspiel der Saison an. Die Tage des neu eingeführten Spieltags sind gezählt. Es bleiben besondere Geschichten, auch die eines Dortmunders.

Dortmund

, 17.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Zuletzt an einem Montag spielten die Dortmunder vor knapp einem Jahr - am 26. Februar gegen Augsburg. Das Partie endete 1:1. Bei fünf der bislang 19 Montagsspiele standen die Schwarzgelben auf dem Platz. Sechs - und damit am meisten Montagsspiele - bestritt bislang der SV Werder Bremen.

Premiere mit Dortmunder Beteiligung

Bei der Premiere am 30. März 1964 hatte der BVB gegen den 1. FC Saarbrücken seine Füße im Spiel. Der Grund: Ostermontag wurde in der Spielzeit 63/64 für Nachholspiele reserviert. Insgesamt fanden an diesem Feiertag vier Partien statt, zunächst wurde das BVB-Spiel gegen Saarbrücken vor 18.000 Zuschauern angepfiffen. So war es auch ein BVB-Spieler, der das erste Montagstor der Bundesliga-Geschichte erzielte: Lothar Emmerich. Den ersten Sieg jedoch holte sich der 1. FC Saarbrücken mit einem 2:1.

Das erste Montagsspiel der Geschichte und ein ganz besonderer BVB-Held

Erzielte das erste Tor an einem Bundesliga-Montag: Lothar Emmerich. © imago

Das zweite Montagsspiel des BVB ging am 15. April 1985 gegen Waldhof Mannheim über die Bühne. Aufgrund starken Regens war der Platz beim ursprünglichen Termin am Freitagabend nicht bespielbar, die Partie musste auf Montag verlegt werden. Spannender jedoch wäre das Spiel wahrscheinlich auf dem nassen Platz gewesen. So sahen die Zuschauer ein ereignis- und torloses Unentschieden.

Zorc mit seiner Spezialität

Beim dritten Montagsspiel des BVB am 31. März 1986 gab es ebenfalls ein Unentschieden - dieses Mal gegen Werder Bremen. Michael Zorc erzielte per Elfmeter den Ausgleich zum 1:1. Wieder hatte der Osterhase seine Pfoten im Spiel: Die Partie wurde von Ostersamstag auf Ostermontag verlegt. Auch gegen den 1. FC Nürnberg musste der BVB schon einmal an einem (Oster-)Montag ran: am 16. April 1990. Die Schwarzgelben gewannen die Partie mit 3:1.

Mittlerweile steht fest, dass es ab der Saison 2021/22 keine regulären Montagsspiele mehr geben wird. Das hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach einer Protestwelle der Fans bereits im vergangenen November bekannt gegeben. Was bleibt, sind besondere Geschichten.

Premiere an einem Werktag

Beim ersten Montagsspiel an einem Werktag trafen am 27. April 1970 Rot-Weiss Essen und Werder Bremen aufeinander. Das Spielfeld an der Hafenstraße befand sich sechs Tage zuvor nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach in einem erbärmlichen Zustand. Das Nachholspiel endet mit einem knappen Sieg in letzter Minute für die heute viertklassigen Essener.

Das erste reguläre Montagsspiel in der Bundesliga setzte die DFL aus Sicherheitsgründen für den 2. Mai 2016 an. Um 20.15 Uhr trafen Werder Bremen und der VfB Stuttgart aufeinander.

Melunovic schreibt Geschichte

In der 2. Bundesliga haben die (regulären) Montagsspiele eine lange Geschichte - sie begann im Oktober 1993. Der größte Montagsheld aller Zeiten ist wohl Ermin, genannt „Erwin“ Melunovic. Am 26. November 2001 war es eine große Ehre für die damaligen Zweitligisten aus Schweinfurt und Ahlen, dass das DSF die Partie zum „Topspiel“ erklärte. Besonders zugute kam das dem Schweinfurter Mittelstürmer, der beim 4:2 alle vier Tore schoss. 15 Jahre lang hing Melunovics schlammbeflecktes Trikot daraufhin im Regieraum.

Das erste Montagsspiel der Geschichte und ein ganz besonderer BVB-Held

Ermin Melunovic schoss alle vier Tore für Schweinfurt gegen Ahlen. Das DSF war live dabei. © imago

Der Trainer, der sich am meisten über die Montagsspiele ärgerte, war Jürgen Klopp, damals noch in Diensten des FSV Mainz 05. Denn „Kloppo“ hatte seinen ganz eigenen Grund, montags nicht spielen zu wollen: Kommentator Markus Höhner. Höhner kommentierte regelmäßig die Montagsspiele der 2. Bundesliga.

„Für dieses Spiel hasse ich dich“

So auch 2003 die Partie Mainz gegen Ahlen. Mainz führte bis kurz vor Schluss 3:2. Höhner verkündete, dass der Ausgleich in der Luft liege - und prompt fiel in der 90. Minute der Treffer zum 3:3. Daraufhin behauptete Höhner, Ahlen könne nun noch gewinnen - es folgte das 4:3 für Ahlen (90.+2). Noch Jahre später soll Klopp zu Höhner gesagt haben: „Für dieses Spiel hasse ich dich!“

Das erste Geisterspiel des deutschen Profifußballs fand im Januar 2004 statt - natürlich an einem Montag. Alemannia Aachen spielte gegen den 1. FC Nürnberg. Ursprünglich hatten beide Teams im November gegeneinander gespielt, Aachen gewann mit 1:0. Doch: Ein Wurfgeschoss aus dem Aachener Block hatte den Nürnberger Trainer Wolfgang Wolf am Kopf getroffen. Das Ergebnis der Partie wurde annulliert, das Spiel wiederholt. Einziger Zuschauer der Wiederholung war ein Gespenst - mit Alemannia-Aachen-Schal. Es sah ein 3:2 der Gastgeber.

Das erste Montagsspiel der Geschichte und ein ganz besonderer BVB-Held

Das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte zwischen Aachen und Nürnberg fand an einem Montag statt - am 26. Januar 2004. Nur ein Fan, verkleidet als Gespenst, erlebte die Partie live im Stadion. © imago

Übrigens: Auch die regulären Montagsspiele der 2. Bundesliga sollen ab der Spielzeit 2021/22 gestrichen werden.

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