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Der BVB setzt im Titelrennen ein wichtiges Signal: Die Bayern dürfen sich keinen Ausrutscher mehr leisten. Der Druck aber bleibt für beide Seiten groß. Dirk Krampe kommentiert.

Berlin

, 16.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Dieses Spiel hatte Spuren hinterlassen. Thomas Delaney humpelte mit einer dick bandagierten Wade und tief atmend durch die Katakomben, Marius Wolf, der verletzt raus musste, lief ebenfalls alles andere als rund. Als das 3:2 fiel und die Dortmunder Bank unisono zum Jubelsprung ansetzte, verpasste Co-Trainer Edin Terzic einem neben ihm sitzenden Mitglied der BVB-Presseabteilung unabsichtlich einen Schlag auf die Nase - bis die Blutung gestoppt war, dauerte es eine Weile und brauchte viele Taschentücher.

Der schwer erkämpfte Sieg im Olympiastadion aber linderte alle Schmerzen. Er fühlte sich einfach nur gut an, er versetzte alle, angefangen von den Spielern auf dem Rasen, ihrem Trainer, der sich bei Marco Reus‘ Treffer durch unbändige Freudensprünge in arge Verletzungsgefahr begab, bis hin zu den ekstatisch ausflippenden Fans auf den Tribünen, in eine riesengroße Euphoriestimmung.

25 Dortmunder Torschüsse

Die Bayern würden sich am Sonntag dennoch keine Blöße geben, da war sich der Siegtorschütze sicher. Dennoch wusste auch Marco Reus um den Wert dieses Erfolges. „Es war wichtig, diese Moral und Mentalität zu zeigen“, meinte er, „und natürlich wird uns das für die kommenden Wochen einen großen Schub geben.“

Dass drei wichtige Stützen dieser Mannschaft weggebrochen waren, merkte man der Borussia vor allem in der ersten Hälfte an, als noch nicht jedes Rad ineinander griff, als es Abstimmungsprobleme gab und Dortmund sich von den sehr hoch stehenden Berlinern auch zu oft den Schneid abkaufen ließ. Mit Beginn der zweiten Hälfte aber „sind wir auf dem Gas geblieben“, wie Reus formulierte. Es war in der Tat ein rassiger, rasanter und hochklassiger Abtausch, an dessen Ende der BVB 25 Mal auf das Berliner Tor geschossen hatte und einmal mehr einen Rückstand noch in einen Sieg drehte - mit dem Reus-Treffer in der Nachspielzeit als dramaturgisch perfektem Höhepunkt.

Zeit für Witsel könnte knapp werden

Zwei Wochen Pause dürften helfen, um nicht nur diese schwere Partie aus den Beinen zu bekommen. Zumindest Mario Götze (Rippenbruch) und Paco Alcacer (Oberschenkelzerrung) sollen schon im Spiel gegen Wolfsburg wieder zur Verfügung stehen. Diese Hoffnung formulierte vor dem Spiel Sebastian Kehl, Lucien Favre wiederholte diese Einschätzung, als er sich von alten Berliner Bekannten nach dem Spiel verabschiedete. Bei Axel Witsel scheint dieser Optimismus nicht unbedingt angebracht, man erinnert sich, dass Reus mit einer ähnlichen Blessur dreieinhalb Wochen ausfiel. Der Fokus dürfte bei allen dreien aber darauf liegen, sie spätestens beim vielleicht vorentscheidenden Gipfeltreffen am 6. April in München wieder auf dem Platz zu haben.

Wie die Borussia die Hürde Hertha am Ende erfolgreich übersprang, das dürften die Münchner mit einigem Unbehagen am Fernseher verfolgt haben. Vergleicht man das Restprogramm der beiden Titelkandidaten, schien ein Dortmunder Wackler in den nächsten Wochen am ehesten im Olympiastadion möglich zu sein. Insofern hat Borussia Dortmund ein wichtiges Signal gesetzt: Ausrutscher dürfen sich auch die Bayern nicht mehr erlauben. Der Druck im Titelkampf bleibt für beide Seiten groß.

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