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BVB muss Fragen zu seinem Partner bwin beantworten

dzBorussia Dortmund

Der BVB muss bis Ende des Monats in einem ordnungsbehördlichen Verfahren die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter bwin erläutern. Das bestätigten die Bezirksregierung Düsseldorf und der Klub.

Dortmund

, 10.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei der Ermittlung der Landesmedienaufsicht NRW geht es um Hinweise auf oder Erkenntnisse über möglicherweise unzulässige Werbeaktivitäten. Die Frage ist, ob Borussia Dortmund rechtswidrig für Online-Glücksspiele seines Champion Partners bwin wirbt. Sowohl die Glücksspiele um echtes Geld als auch die Promotion dafür sind illegal. Sportwetten werden lediglich geduldet.

BVB verlinkt auf bwin-Seite

Wenn der BVB also auf seiner Internetseite, und nur um diesen Auftritt geht es, für bwin wirbt und auf dessen Webportal verlinkt, ist damit nur die Werbung für die Sportwette gemeint oder für die gesamte Marke des Sponsors und damit auch für den unzulässigen Teil? Man kooperiere nur mit dem Sportwetten-Anbieter bwin, argumentiert Borussia Dortmund. Und den hält man am Rheinlanddamm für „einen seriösen Partner“.

Über die Ermittlungen gegen den BVB und andere Kooperationspartner von bwin hatten zuerst die Süddeutsche Zeitung und WDR/NDR berichtet.

Fragen bis Ende des Monats beantworten

Eine Unterlassungsklage, die im Raum stand, gibt es bisher nicht. Bis Ende April hat der BVB Gelegenheit, auf die Fragen der Medienaufsicht einzugehen und diese zu beantworten. Anschließend wird der Fall dort weiter geprüft. Denkbar ist, dass es in der Folge eine juristische Auseinandersetzung gibt.

Geht der Fall zu Ungunsten der Borussia aus, droht neben einer Unterlassungsauflage auch ein Bußgeld. Die grundsätzliche Werbung für bwin und damit Erlöse in Höhe von geschätzten zwölf Millionen Euro bis zum Ende der Saison 2020/21 sieht der Klub nicht gefährdet. Wie gesagt, hinterfragt wird lediglich die Bewerbung auf der Internetseite, nicht Bandenwerbung oder TV-Spots. Dort wirbt bwin in der aktuellen Kampagne „Das ist unser Spiel“ explizit mit Borussia Dortmund. „Wir glauben nicht nur an unser Team. Wir setzen darauf“, heißt es dort.

Neben Borussia Dortmund engagiert sich der Anbieter auch beim 1. FC Köln und dem FC St. Pauli, bei Union Berlin und Dynamo Dresden. Außerdem ist bwin Partner der 3. Liga des DFB und beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) selbst. Auch dort gibt es Bedenken und Verfahren bezüglich der (Dachmarken-)Werbung für Glücksspiele von bwin, die in dessen Portfolio enthalten sind, ohne diese explizit zu promoten.

Bundesverwaltungsgericht contra bwin

Nach geltendem Rechtsstand ist die Werbung für die verbotenen Online-Glücksspiele wie Roulette, Black Jack und andere, bei denen um echtes Geld gezockt wird, nämlich verboten. Die Argumentation von „bwin“, das deutsche Recht kollidiere da mit Europarecht, hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zurückgewiesen. Der Anbieter hat seinen Sitz in Gibraltar.

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