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BVB-Neuzugang wagt noch keine Kampfansage

Marwin Hitz

Neuzugang Marwin Hitz verzichtet auf die WM und steigt pünktlich ins BVB-Training ein. Eine Kampfansage an Roman Bürki wagt der 30-Jährige deswegen aber noch nicht.

WIEN/DORTMUND

, 15.07.2018
BVB-Neuzugang wagt noch keine Kampfansage

Will sich im Training anbieten: BVB-Neuzugang Marwin Hitz. © imago

Diese Frage hatte Marwin Hitz (30) erwartet. Er wusste vorab, dass er sie nicht beantworten würde. Und er hatte auch erahnt, dass eine ausbleibende klare Aussage den Fragesteller wiederum nicht zufriedenstellen würde.

Zurückhaltung verwundert

Was also sind die Ziele des neuen Torhüters von Borussia Dortmund, der sich nach fünf für ihn erfolgreichen Jahren beim FC Augsburg im Sommer dem BVB angeschlossen hat? Ein Zweikampf um die Nummer eins? „Ich werde“, sagte der Schweizer nach seiner schwarzgelben Premiere beim 1:0 über Austria Wien, „nur über das Spiel sprechen.“ Er schob noch einen Satz nach, mit einem verlegenen Lächeln: „Ich hoffe, Sie verstehen das.“

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Keine Kampfansage vom neuen Tormann, nicht einmal ein übliches wie unverdächtiges „Ich will mich im Training anbieten.“ Eine derartige Zurückhaltung verwundert dann doch. In seinen fünf Augsburger Jahren kann Hitz auf 141 Spiele und überzeugende Saison-Durchschnittsnoten zwischen 2,67 und 3,00 verweisen. Das ist mehr als gehobenes Bundesliga-Niveau, 2016 war er in der Liga demnach sogar bester „Goalie“, wie die Eidgenossen sagen. Wird er ein Konkurrent für Stammkeeper Roman Bürki? Oder ein verlässlicher Sicherheits-Dienst in Reserve?

Kopfentscheidung pro Dortmund

Ein Anwalt seiner Anliegen wie der selbstkritische, aber auch selbstbewusste Bürki ist er offensichtlich nicht. Als Lautsprecher sieht er sich nur auf dem Platz. Seine Rolle beim BVB wird sicher Thema gewesen sein in den Vertragsgesprächen, und dass seine Position eher die eines Herausforderers ist, während Bürki, der ja gerade erst verlängert hatte bis 2021, trotz öffentlicher Kritik intern der Rücken gestärkt wird. Hitz willigte ein in den Kontrakt, der ihn bis 2021 an den BVB bindet.

BVB-Neuzugang wagt noch keine Kampfansage

Ein Foto mit Marwin Hitz vor dem Abflug nach Wien am Dortmund Airport. © Groeger

Beim Abschied in Augsburg klang der 1,93 Meter lange Hitz allerdings noch forscher. „Ich will nochmal was anderes machen, Ziele erreichen, mich durchsetzen, zeigen und weiterentwickeln“, erklärte er vor Wochen. Die Zusage an den BVB sei „eher eine Kopfentscheidung“ gewesen, und er freue sich „auf Spiele in der Champions League“. Hat er nicht deswegen auch die WM, an der er als dritter Schweizer Schlussmann hinter Yann Sommer und eben Bürki hätte teilnehmen können, freiwillig ausgelassen, um früher in Dortmund anzukommen und seine Chancen zu verbessern? Auch dazu sagt Hitz: nichts. Aus der Schweiz ist zu hören, dass nicht jeder die Absage verstanden hätte.

„Darauf muss ich mich einstellen“

Über das Spiel selber mag Hitz sprechen. Da sieht er sich mit einer bisher ungewohnten Aufgabenbeschreibung konfrontiert. In Lucien Favres Idealvorstellung eines Spielaufbaus ist der Torhüter der elfte Feldspieler, wie es der mit den Füßen formidable Marc-André ter Stegen zu gemeinsamen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach nahezu perfekt beherrschte. „Ich hatte mehr Ballberührungen wie früher in Augsburg, da haben wir auch öfter zum weiten Ball von hinten heraus gegriffen“, sagte Hitz in Wien. „Ich muss mich darauf einstellen. Klar gibt es da auch für mich noch einiges zu verbessern.“

In Sicherheit wiegen konnte er die Beobachter mit seinem Fuß-Ball-Spiel am Freitagabend noch nicht. In Augsburg war es Hitz, ähnlich wie Bürki in Freiburg, gewohnt, dass ihm die Bälle nur so um die Ohren fliegen. In Dortmund gibt es weniger zu halten und mehr mitzuspielen. Hitz wird sich weiter beweisen dürfen. Bei der USA-Reise mit drei hochwertigen Tests gegen Manchester City, den FC Liverpool und Benfica Lissabon fehlt Roman Bürki noch, der nach der WM verlängerten Urlaub genießt und erst am 25. Juli in Dortmund ins Training einsteigt.

Polyvalentes Spielsystem

Bis zu einer klaren Ansage in der Torwartfrage dürfte es also noch dauern. Ebenso wie bei der Umsetzung der Vielseitigkeit seiner Mannschaft, die Favre wünscht. „Es ist von allem etwas, dass er verlangt: Er will Spielaufbau, hohes Pressing, dass wir uns auch mal fallen lassen und dann kontern, aber auch mal ein Powerplay aufbauen. Das komplette Spiel, dass der Fußball bietet“, verriet Hitz. Welche Aufgabe er darin einnehmen will - sagt er nicht. Hitz hält lieber still.

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