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BVB-Institution ist hinten rechts immer noch eine Bank

Lukasz Piszczek

Lukasz Piszczek hat für den BVB einmal mehr eine solide Saison gespielt. Nicht weniger, aber diesmal auch nicht mehr. Die großen Glanzzeiten scheinen vorbei - auch wenn der 33-jährige Pole einen Rekord aufstellt.

DORTMUND

, 25.06.2018
BVB-Institution ist hinten rechts immer noch eine Bank

Lukasz Piszczek geht auf die Zielgerade seiner Profi-Karriere. © Kirchner/Inderlied

Im Strafraum überwiegt brauner Boden statt grünem Rasen, hinter dem Tor beginnen Felder, Wiesen und Wälder. Hier liegt die fußballerische Zukunft von Lukasz Piszczek, der auf dem Mannschaftsfoto als Dritter von links in der hinteren Reihe steht. Beim LKS Goczałkowice wird „Piszczu“ seine Karriere ausklingen lassen. In zwei Jahren. So lange setzt der BVB noch auf seinen zuverlässigen Rechtsverteidiger, bis Sommer 2020 sieht sich der seit Anfang Juni 33-jährige Pole noch imstande, auf höchstem Niveau mitzuhalten.

„Institution auf unserer rechten Abwehrseite“

Mithalten, das trifft im Wesentlichen auch auf Piszczeks Saison 2017/18 zu. Seine Saison-Durchschnittsnote von 3,58 (drei Torvorlagen) spiegelt das wider. Von den rasanten Vorstößen über den rechten Flügel wie unter seinem Förderer Jürgen Klopp ist wenig geblieben, ein solider Verteidiger ist er allemal. Unter dem Strich stehen nur 24 Bundesliga-Partien, weil er im Herbst verletzt von einem Länderspiel mit Polen zurückkam (Außenbandriss im Knie) und bis zum Rückrundenstart ausfiel.

Nicht ganz ohne Zusammenhang, hieß es, rutschte der BVB ohne Piszczek tief in die Krise, der persönlich saisonübergreifend 33 Bundesliga-Spiele ohne Niederlage blieb. Vom „geheimen Erfolgsgaranten“ war die Rede, doch in Dortmund wissen sie ja schon seit 2010, was sie an ihrem Außenminister haben. „Er ist eine Institution auf unserer rechten Abwehrseite. Wir haben nicht ohne Grund keines der zurückliegenden 31 Bundesligaspiele verloren, wenn Piszczu mit dabei war“, sagt Sportdirektor Michael Zorc anlässlich der Vertragsverlängerung bis 2020.

Fehleranfälliger geworden

Piszczek versprüht weniger Angst und Schrecken in der gegnerischen Hälfte, ist auch defensiv fehleranfälliger geworden. Aber er ist immer noch eine Bank - gereift, erfahren, eben zuverlässig, professionell. „Ich habe unter Klopp trainiert, wie man sehr dominant nach vorne spielt. Ich habe unter Tuchel gelernt, wie man den Ball halten kann und trotzdem dominant auftreten kann. Das sind schon zwei Spielweisen, welche mich vom Kopf in Kombination zu einem spielintelligenten Spieler machen“, sagte Piszczek im Januar in einem Interview mit dem Fanportal „schwatzgelb“. In acht Spielzeiten hat ihm niemand den Rang abgelaufen.

BVB-Institution ist hinten rechts immer noch eine Bank

Mit der polnischen Nationalmannschaft scheiterte Piszczek bei der WM in der Vorrunde. © dpa


Ansonsten macht die schwarzgelbe Nummer 26 gerne wenig Worte. Keine Zweifel lässt er aber darüber aufkommen, wie sehr ihm der Klub ans Herz gewachsen ist. „Ich bin zwar kein gebürtiger Dortmunder, doch dieser Verein und diese Fans sind mir über die Jahre so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mich seit Jahren als echter Borusse fühle und nie im Ansatz den Wunsch verspürt habe, den BVB verlassen zu wollen.“

Besonders wertvoll

Auch das ist eine Komponente, warum die Chefetage Piszczek gerne im Kader hat: Er ist einer, der sich zu 100 Prozent identifiziert. Das macht ihn besonders wertvoll. Und die zwei Jahre, in denen der Klub dann endlich mal einen Nachfolger finden kann, muss sein Heimatverein LKS Goczałkowice noch warten. Bis dahin wächst auch wieder Gras über die braunen Löcher im Strafraum.

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