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BVB-Boss Watzke will sein „eigenes Rennen“ fahren

Big Point in Leipzig

Borussia Dortmund behauptet den Sechs-Punkte-Vorspung auf den FC Bayern. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht von einem „Big Point“ - und will sein „eigenes Rennen“ fahren.

Leipzig

, 21.01.2019 / Lesedauer: 3 min
BVB-Boss Watzke will sein „eigenes Rennen“ fahren

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sagt: „Wenn wir aus dieser Saison eine große Saison machen wollen, dann müssen wir uns von jeglichem Gequatsche isolieren. Wir müssen unser eigenes Rennen fahren.“ © Inderlied/Kirchner

Hans-Joachim Watzke ist nicht unbedingt dafür bekannt, dass Fußballspiele von Borussia Dortmund spurlos an ihm vorbeigehen. Der BVB-Boss leidet mitunter auf der Tribüne, und manchmal hält er es nicht mehr aus. Beim 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach kurz vor der Winterpause beispielsweise ging Watzke während der zweiten Halbzeit „irgendwo auf der Nordtribüne“ spazieren. Zu groß war die Nervosität, die Anspannung, „weil mein ganzes Weihnachtsfest vom Ausgang dieses Spiel abhängig war“.

Leipzigs erste Heimniederlage der Saison

Ziemlich genau einen Monat liegt Watzkes vorweihnachtlicher Spaziergang jetzt zurück. Der Spielplan meint es nicht gerade gut mit ihm. Denn nach einem Knaller zum Hinrunden-Abschluss stand am Samstagabend ein Knaller zum Rückrunden-Startschuss auf dem Programm. Es wurde wieder nervenaufreibend, aber es ging wieder gut aus für den Tabellenführer. Der BVB konterte den beeindruckenden Sieg des FC Bayern München in Hoffenheim mit einem hart erkämpften, aber nicht unbedingt minder beeindruckenden 1:0-Erfolg bei RB Leipzig.

„Ich hatte eigentlich während des gesamten Spiels ein gutes Gefühl.“
Hans-Joachim Watzke

Beeindruckend vor allem deshalb, weil die Mannschaft von Trainer Lucien Favre mit einer Not-Innenverteidigung um Julian Weigl gegen im zweiten Durchgang stürmische Leipziger zu Null spielte und RB die erste Heimniederlage der Saison verpasste. Beeindruckend auch deshalb, weil der BVB zusätzlich zur Verteidiger-Armut den kurzzeitigen Ausfall von Kapitän Marco Reus wegsteckte.

Es wäre ob des Spielverlaufes nicht wirklich überraschend gewesen, wenn sich Hans-Joachim Watzke vor lauter Aufregung irgendwann Mitte der zweiten Hälfte mal wieder zum abendlichen Spaziergang aufgeschwungen hätte, um das schmucke Leipziger Zentralstadion, das jetzt Red Bull Arena heißt, ein bisschen genauer zu erkunden. Doch Watzke blieb sitzen - und ziemlich ruhig, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte. „Ich hatte eigentlich während des gesamten Spiels ein gutes Gefühl“, sagte der 59-Jährige. Die Mannschaft habe stabil auf ihn gewirkt. „Ich glaube schon, dass es ein verdienter Sieg für uns war. Dass Leipzig die eine oder andere Chance hatte, ist klar, aber wir hätten in der zweiten Hälfte auch frühzeitig das 2:0 machen können.“

„Von jeglichem Gequatsche isolieren“

Es war eine Sicht auf die Dinge, die man durchaus teilen konnte, und doch hatte man auch Verständnis für den Frust der Leipziger. Denn der BVB war ein verdienter, aber am Ende trotzdem glücklicher Sieger. Unter dem Strich stand ein „Big Point“ für den BVB, wie Watzke es formulierte. Die sechs Punkte Vorsprung auf die Bayern an der Tabellenspitze sind immer noch sechs Punkte Vorsprung. Die Rückrunde startet mit dem guten Gefühl eines Sieges - und etwaige Schlagzeilen über einen wackelnden BVB, heranrauschende Bayern oder einen Fehlstart ins neue Fußballjahr sind fürs Erste zerplatzt wie Seifenblasen im Hagelschauer.

Video
Die RN-Analyse zum 1:0 des BVB in Leipzig

Der Sieg sei „unheimlich wichtig“ gewesen, fand auch Watzke. „Aber nicht wegen irgendwelcher Schlagzeilen, die aufgekommen wären, wenn wir nicht gewonnen hätten, sondern weil wir ein verdammt schwieriges Spiel für uns entschieden haben.“ Und weiter: „Wenn wir aus dieser Saison eine große Saison machen wollen, dann müssen wir uns von jeglichem Gequatsche isolieren. Wir müssen unser eigenes Rennen fahren.“

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