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| Diskuswerfer Robert Harting war auch mit einem fremden Arbeitsgerät in der Hand nicht zu schlagen. |
«Ich lasse mir die Krampfadern in beiden Beinen entfernen. Das setzt mich dann auch erst mal bis Ende Oktober außer Gefecht», sagte der 25-Jährige beim Continental Cup der Leichtathleten im kroatischen Split. Am 7. September soll Harting in einer Berliner Spezialklinik operiert werden.
Die Saison war lang und stressig für den 2,01 Meter ein großen Diskus-Recken mit Schuhgröße 50, und sie ist noch lange nicht beendet. Denn aus dem Sportler wird nun wieder der Student Harting. An der Berliner Universität der Künste muss er für sein Fachgebiet Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation büffeln. Erst wenn die letzte Klausur für dieses Semester im Kasten ist, verriet der Vize-Europameister, dann «geht's mit Freundin Kay in den Süden».
Für Harting war die Premiere des Continental Cups (früher Weltcup) zugleich ein erfolgreicher Abschluss: Als einziger deutscher Einzelsieger steuerte er acht Punkte zum Triumph des Europa-Teams bei, das sich in einem spannenden Kopf-an-Kopf-Duell mit 429 Zählern vor den favorisierten Amerikanern (419,5) durchsetzte. Afrika (292) landete schon deutlich abgeschlagen auf dem dritten Platz vor dem Team Asien/Pazifik (286,5).
Den Trip an die Adria-Küste wird der Weltmeister von 2009 nicht so schnell vergessen. Denn vor dem 40-Minuten-Wettkampf gab's noch eine Schrecksekunde: Sein fünf Jahre alter «Lieblingsdiskus» war bei der Abnahme genau ein Gramm zu leicht. «1999 Gramm - das ist mir noch nie passiert! Da muss sich im Laufe der Jahre etwas abgeschubbert haben», erklärte Harting und musste selber lachen. Doch auch mit der Zwei-Kilo-Scheibe des Australiers Benn Harradine fand der Berliner dann den richtigen Dreh: Der «geleaste» Diskus schlug bei 66,85 Meter auf - das war der Sieg.
«Ein Super-Wettkampf heute, obwohl es etwas an der Technik gemangelt hat. Meine Beinarbeit war mangelhaft», gab Harting zu, «aber ich habe mich ins Ziel gerettet und bin super glücklich darüber.» Ende gut, alles gut: «Es war schön, für Europa zu starten, ein geiles Gefühl.» Im nächsten Jahr will Harting sein WM-Gold in Daegu/Südkorea verteidigen: «2011 werd' ich noch besser!»
Auch für Harradine hat sich die Reise nach Split gelohnt: Mit dem Landes- und Kontinental-Rekord von 66,45 Meter musste sich der Australier dem Deutschen nur um 40 Zentimeter geschlagen geben. Harting kennt seinen Kollegen aus Down Under ziemlich gut, weil Harradine ab und zu in Potsdam mittrainiert. Für Platz zweispendiert der Weltverband IAAF 15 000 Dollar, der Weltmeister bekommt als einer von 36 Einzelsiegern das Doppelte. Doch auch der Fiskus langt noch zu. «Die Prämie steht auf dem Papier», weiß Harting, «was auf dem Konto ankommt, ist eine andere Sache.»


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