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| Freier Blick auf den gefrorenen Rasen von Kiel. |
DFB blendet Verletzungsrisiko aus
Vorwürfe machte ihnen deshalb niemand der BVB-Verantwortlichen am Dienstagabend. Ihr Zorn richtete sich gegen die übertragenden Fernseh-Anstalten und den Deutschen Fußball-Bund, der die Partie angesichts der lukrativen Live-Übertragung stattfinden ließ und dabei das Verletzungsrisiko offenbar völlig ausblendete. „Die Kieler haben alles versucht“, meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der gemeinsam mit Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc und ihren Kieler Pendants Andreas Bornemann und Wolfgang Schwenke am Montag das abgedeckte Spielfeld begutachtet hatte. „Wer allerdings zwei und zwei zusammenzählen kann, konnte ahnen, was passiert, sobald man das Zelt abbaut.“
Drei Stunden vor dem Anpfiff wurde die Heizung abgestellt und die Konstruktion eingepackt. Mit fatalem Ergebnis. Der Boden gefror – das allerdings ungleichmäßig, was die Schuhwahl zum reinen Glücksspiel werden ließ. „Dass ein Fußballspiel auf einem Rasen stattfindet, für den es keine Schuhe gibt, habe ich noch nie erlebt“, sagte Klopp, bei dem der Ärger über den Platz kurzzeitig sogar die Freude über den Einzug ins Halbfinale zu überlagern schien. „Eishockey spielt man ja auch nicht auf Rasen. Dass nichts passiert ist, war Zufall.“
Köpfe knallten auf den Boden
Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski und Kiels Verteidiger Aaron Berzel – sie alle prallten mal mehr, mal weniger heftig mit dem Kopf auf dem steinharten Boden auf. Zum Glück ohne gesundheitliche Folgen. Wesentlich entspannter zeigten sich die Spieler. „Wenn ich auf roter Erde hätte spielen müssen, hätte ich auch da gespielt“, meinte Moritz Leitner.
Der starke Shinji Kagawa zeigte sich überrascht, wie schnell er sich an die ungewohnten „Tausendfüßer“-Schuhe (mit Multinoppen unter der Sohle) gewöhnt hatte: „Die benutzen wir ja eher selten. Dafür hat es richtig gut geklappt.“ Klopps Zorn konnte dadurch jedoch nicht gemindert werden. „Wenn ein Viertligist hochverdient ins Viertelfinale einzieht, muss dafür Sorge getragen werden, dass so etwas wie heute nicht passiert“, schimpfte er. „Weil es ein Live-Spiel war, konnte es nicht abgesagt werden, weil das Fernsehen so einen Druck gemacht hat. Das ist das Problem.“ Ähnlich formulierte es Watzke, der den DFB in die Pflicht nahm: „Ab dem Viertelfinale, in dem es um richtig viel Geld geht, muss eine Rasenheizung vorgeschrieben werden, damit so etwas wie in Kiel nicht passiert. Das war eine Katastrophe.“
Während der DFB durch Mediendirektor Ralf Köttker Verständnis für den Dortmunder Unmut aufbrachte, wehrte die übertragende ARD sich vehement gegen den Vorwurf, Druck ausgeübt zu haben. „Das ist eine große Mär. Unser Einfluss ist null, null Komma null“, erklärte Sportkoordinator Axel Balkausky. „Der Schiedsrichter stimmt sich nicht mit uns ab.“


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