Nicht nur in Niedersachsen hat Eventmanager Manfred Schmidt Kontakte zu Politikern gepflegt. Auch hochrangige Vertreter von SPD und Grünen bestätigen jetzt, Einladungen Schmidts angenommen zu haben. Einer von ihnen ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Er hatte Bundespräsident Christian Wulff nach Vorwürfen der Vorteilsnahme indirekt einen Rücktritt nahegelegt. Grünen-Chef Cem Özdemir folgte einer Einladung zum Fußball nach Barcelona.
Verdachts der Bestechung
Gegen Partymanager Schmidt wird in einem anderen Zusammenhang wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt. Schmidt hatte während der Amtszeit von Wulff als Regierungschef in Hannover eine Lobby-Veranstaltung namens Nord-Süd-Dialog in Niedersachsen organisiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Kontext mit dieser Veranstaltung auch gegen den früheren Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker. Beck hat sich in seiner Zeit als SPD-Chef einen Flug von Schmidt im Privatjet bezahlen lassen, bestätigte der stellvertretende Mainzer Regierungssprecher Christoph Gehring am Donnerstag einen Bericht des Magazins „Stern“.
"Scheinheilige Rücktrittsforderung"
Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU), kritisierte Beck: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung ist die Rücktrittsforderung von Herrn Beck scheinheilig“, sagte er der „Berliner Morgenpost“ (Freitag). „Ich erwarte von Kurt Beck, dass er die Öffentlichkeit umfassend über seine Beziehung zu Herrn Schmidt informiert.“ Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir bestätigte der Berliner Tageszeitung „taz“ (Freitag), Schmidt habe ihn 2011 zu einem Fußballspiel in Barcelona eingeladen.
Dass das Ticket für die Partie Barcelona gegen Real Madrid viel teurer gewesen sei als die Summe, die Schmidt ihm dafür in Rechnung gestellt habe, das habe er allerdings nicht gewusst, sagte er. „Wenn sich herausstellt, dass Herr Schmidt nicht den tatsächlichen Preis in Rechnung stellen ließ, werde ich die Differenz selbstverständlich begleichen“, sagte Özdemir. Dies lasse er gerade überprüfen. Die Kosten für Anreise und Übernachtung in Barcelona seien aus der Parteikasse der Grünen bezahlt worden, weil am Spieltag auch ein Treffen mit den katalanischen Grünen sowie ein Interview mit einer spanischen Zeitung stattfanden.


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